Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1842)
- Date
- 1842-12-17
- Page
- Seite 731 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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731 in der Hand, rmnachsichtlich den Marsch zu kommandiren hat? GLebt es überhaupt gar keine weiteren Störungen und Hindernisse Ln einer Schule, als das Nichtschreiben einiger Judenknaben am Sabbat? und sind da Schule und Lehrer nicht verpflichtet, mit milder Hand nachzuhelfen und zu bessern, anstatt schonungslos in die Gewissen zu fassen? Wir können die Verordnung nur als einen Akt der Intoleranz, der Unduldsamkeit bezeichnen, den wir — offen gesagt — von den Schulen und Lehrern leider! nicht als den einzigen erkennen können. Denn wer genauer^unterrichtet ist, wie von vielen Lehrern in dem öffentlichen Unterricht oft über Juden und Judenthum gesprochen, und Haß und Vorurtheil in die Gemüther der Schüler und Schülerinnen verpflanzt werden, de/r kann ein Soldes — nur von einem Herzogs. Konsistorium verwundern! Jahr aus, Jahr ein besuchen Lausende von jüdischen Schülern z. B. die preußischen Schulen, und es ist dergleichen noch nicht zu Tage gebracht worden. Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, 19. November. Deutsche Blätter enthalten Folgendes: „Sir Moses Montesiore hat eine Einladung nach Petersburg vom Kaiser erhalten. Manche, die den Eifer des Sir Moses für Syrien und seinen Einfluß auf die dortige jüdische Bevölkerung kennen und gewohnt sind, in allen russischen Flatterien tiefe Pläne zu ahnen, bringen diesen Umstand mit Monteflores Einladung in Zusammenhang." Die Leser unsrer Zeitung wissen längst, daß das russische Ministerium sich nur des Einflusses, den die Namen Montesiore und Cremieux auch auf die russischen Juden hat, bedienen will, um diese für seine Organisationspläne geneigter zu machen. Die Rhein. Zeit, bemerkte noch, daß während Montesiore's Abwesenheit eine Verständigung der neuen Synagoge mit der alten leichter vollbracht werden könnte. —. Vor einigen Tagen ist ein Israelit, Herr Simon, der erste seines Glaubens aus der Genossenschaft des Middle Temple, als Advokat immatrikulirt worden. —1 Am 8. September fand in der neuen Synagoge die erste Konfirmation zweier Knaben und zweier Mädchen statt. Zuerst richtete Herr Marks eine Reihe von Fragen an dir Konfirmanden, worauf eine eindringliche Anrede erfolgte, worin er sie insbesondere verpflichtete, während ihres ganzen Lebens alle moralischen Vorschriften Mosis und so viele ceremonielle, wie außerhalb Judäas möglich sei, zu erfüllen. Hierauf trug er die zehn Gebote vor, und frug die Konfirmanden, ob sie diese Verpflichtung auf sich nehmen wollten. Auf ihre bejahende, Antwort sprach er eine Konfirmations-Formel über sie aus. —. An Herrn Marks, Geistlichen der neuen Synagoge, wurden in diesen Tagen IM Bettdecken, 109 Flanell-Jacken und 200 paar Strümpfe gesandt, um sie unter arme Israeliten zu vertheilen. Der Brief war unterzeichnet: „eine christliche Dame." Amerika. St. Thomas (dänische Antillen), 15. August. (Arcli. isr. de Fr.) Im Jahre 1794, als der Admiral Rodney die Bewohner der Insel St. Eustach plünderte, schiffte sich eine Anzahl Israeliten nach St. Thomas ein; unter ihnen befanden sich die Herren Samuel und Benjamin Hoheb, deren erste Sorge war, ihre Glaubensgenossen zu versammeln, um über die Feier des Gottesdienstes an Sabbat- und Festtagen und über den Ankauf eines Kirchhofes zu berathen; da die Mitglieder der Gemeinde den größten Theil ihrer Habe verloren nnd nicht genug zur Errichtung eines Tempels beisteuern konnten, so gaben jene Herren großmüthig einen Theil ihres Hauses her, um eine Betstätte daraus zu machen. Im Jahre 1802 war die Gemeinde durch die Ankunft neuer Glaubensgenossen im Stande eine Synagoge zu erbauen, die 1804 durch eine Feuersbrunst zerstört wurde; eine neue Feuersbrunst 1806 hielt die schon begonnenen Arbeiten zur Wiedererbauung auf, und nöthigte die Israeliten in einem besondern Hause zu beten; erst 1813 bauete man eine Synagoge wieder. Die vergrößerte Gemeinde bauete 1823 eine neue größere, eine Feuersbrunst zerstörte 1832 diese wieder. Im Anfänge des Jahres 1833 machte man eine Subskription zur Wiedererbauung einer Synagoge. Seine Exzellenz der Herr v. Schotten, Ge-