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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-03 · Heft 48 (3.12.1842) · p. Seite 710

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 48 (3.12.1842)
Date
1842-12-03
Page
Seite 710 (sequence 14)
Language
German
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710 Spatere Anordnung unb Juden - Polizei - Ordnungen, wovon die erste 1685 erschienen ist, haben diese Gerechtsame in etwas beschrankt. Im Jahre 1682 beabsichtigten die Juden in Scheinfetd ein eigenes Juden-Städrlein daselbst mit 16 Hausten zu erbauen, was aber nicht genehmigt wurde. Der Grundriß dieses Stadlleins liegt in Archive. — Nach damaliger Erzählung waren neun Familien und acht Haushaltungen vorhanden. — Wallerstein. Die Judengemeinde zu Wallerstein gehört wahrscheinlich zu den ältesten in Deutschland. Es reichen zwar die schriftlichen Monumente nicht über die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts hinauf, allein andere Gründe lasten darauf schließen. Ihre cecemoniellen Gebrauche stimmen mit denen der ältesten Gemeinden zu Speier und Worms überein, weniger mit Fürrh, obgleich diese für die meisten als Norm gedient hat und noch dient. Hieraus konnte man folgern, daß die Wallersteiner Gemeinde älter als die Fürlher sei. Die Begradnißstatte muß sehr alt sein, weil in früherer Zeit die Todten aus Regensburg hieher gebracht wurden und doch die Israeliten in Regensburg schon im vierzehnten Jahrhundert ihre Begrädnißstätte hatten. Das älteste noch leserliche Denkmal auf dem Friedhofe gehört in das fünfzehnte Jahrhundert und ist der Grabstein eines gelehrten Rabbi Moses. Der Sage nach waren nach den Römerzügen Juden vorhanden. Die Verfolgungen der Juden im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert erstrecken sich auch nach Wallerstein (S. Nördlingen.) Die Ursache lag in den Freiheiten und Privilegien, durch welche sie des Handels sich bemeisterten und die Christen beeinträchtigten. Das Privilegium Kaiser Ludwigs, ertheilt dem Grafen Ludwig dem Aeltern von Oellingen, beweist die Verbreitung der Juden (kaiserliche Kammerknechte j in Wallerstein (Stein- Heim) und in der Umgegend (1333. 1348). Im Jahre 1358 erlitten sie vielerlei Verfolgungen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich Juden während der vielen Pfandschasten des heit. Römischen Reiches an die Grafen von Dettingen, worunter sich 1313 die Judensteuer zu Ulm, Nördlingen rc. befindet, und wegen der dabei geleisteten Dienste, Besitz und Rechte erwarben. Die Gemeinde zu Vurgbernherm ist im Besitz eines Privilegiums, welches ihr der Hohenstaufe Heinrich VI. ertheilt hat, nach welchem kein Jude dort ausgenommen werden sollte. Dieses Privilegium ist ertheilt 1198, und von Georg Wilhelm, Markgraf zu Brandenburg 1715 erneuert. Diese Bestätigung war die Folge einer Beschwerde der Bürgerschaft. Gegenwärtig befinden sich drei Judeufamilken im Burgbernheim, davon jede den beiden Geistlichen 30 Kr. zu entrichten hat. Ueber das Alter dieser Abgabe, so wie über die Entstehung der Judengemeinde sind weder Sagen, noch Dokumente vorhanden. Man vermuthet, daß die Familienzahl in früherer Zeit größer gewesen sein muffe, weil noch jetzt in mehren Christenhausern Spuren von Kellerbädern in der Art, wie sie früher für Juden gebaut wurden, zu finden seien. Die schriftlichen Dokumente gingen bei der Plünderung und dem Brande vom Jahre 1631 durch die Tillyschen Truppen zu Grunde. Correspondenz. Die Jsraeliten-Gemeinde zu Groß-Kanischa in Ungarn. (Bon H. Rosenmark, Lehrer in Warasdin.) (Fortsetzung.) Die Lehrgegenstände, die da, vom erwähnten Schuldirektorium, nach einem erweiterten als Norm zum Grunde liegenden Plane vorgeschrieben, sind: systematischer Religionsunterricht, Lesen, Schreiben, Rechnen, deutsche Sprachlehre, Orthographie, Aussatzlehre und Geographie; dann Bibel, Propheten, Psalmen und hebräische Grammatik; ferner die ungarische Sprache, der hier,, besonders seit dem jüngsten Landtage, wie überall, in Ungarn viele Aufmerksamkeit gewidmet wird, und als außerordentlicher Gegenstand, wird auch noch die französische Sprache vorgetragen. — Zur Erhaltung der Schule gewahrt die Gemeinde, außer einer freien Schullokalität, die aus vier gehörig eingerichteten Klassen besteht ■*».•* noch jährlich einen Zuschuß von 1250 Gulden W. W. Diese fan'.-u: d n einkommenden Schulgeldern reichen An jV.mr. .. - zu bestreiten. x je eilige;u >.>, •. r«-.'gesetzter Ordnung hätte man nun glauben soll/:' V De Anstalt einen ununterbrochnen, ruhigen n.n.. ' no einen im;., r Aufschwung nehmen wert,; allein sie hatte n-. ch o *; n chen harten Kampf, so manche schwere Krisi u wre-

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