Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 48 (3.12.1842)
- Date
- 1842-12-03
- Page
- Seite 711 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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71t derholten Malen zu überstehn, ehe sie sich zu gegenwär- \ tigem, festem Bestände gestaltete. Zn jeder Kommune,! in jeder größern menschlichen Vergesellschaftung pflegt es j auch mehr oder minder einzelne, unwürdige Gesellschafts-! glieder zu geben. Diesen ist das Gesammtintereffe, die j Gesammkwohtfahrt der Gemeinde, zu der sie gehören, j stets etwas Fremdes, weshalb wir diese Menschenklasse ■ nicht passender bezeichnen zu können glauben, als mit dem bekannten Bibelausdrucke: ,,2‘-i 2-)?." Einen solchen 21 2*"^ gab es auch unter den Familienvätern Kanischa's, und ganz natürlich wollten sich diese theils aus Mangel an Einsicht, theils aus blindem Hange zum lieben Alten, mit den neuen, heilsamen Schulordnungen nicht zufrieden stellen. Dem einen Vater war dies, dem andern jenes, und dem dritten wiederum das, was diesen beiden recht gewesen wäre, nicht recht. Und so gab es des Murrens, der Unzufriedenheiten und Zwistigkeiten ohne Zahl und Ende. Die Lehrer waren daher nicht sonderlich geachtet, um so weniger beliebt, und um dem Bestände der Schule ein Ende zu machen, drangen die Unzufriednen in den Gemeinde- und Schulvorstand, die Lehrer, weit sie mit ihren Leistungen unzufrieden seien, zu entlassen. Dies geschah zu wiederholten Malen, mitunter aber auch ungerechter Weise, wie dies die Thatsache bekundet, daß ein Lehrer, den man vor einigen Jahren von hier entlassen, jetzt wieder allda seine Anstellung hat. — Bei solcher Zerrüttung nahm die Schulfrequenz immer mehr ab, und die Schule erlitt durch alle diese Vorgänge so heftige Erschütterungen, daß sie schon oft stand an der Neige zur völligen Auflösung. — Herr Löwy, der im Jahre 1834 die dasige, zwei Jahre bereits vakant gewesene, Predigt- und Rabbinatskanzel provisorisch eingenommen und mit dem Ansange dieses Jahres wieder verlassen hatte, war, so sehr man sich's auch Anfangs, vermöge seines Nichtfremdseins in weltlicher und wissenschaftlicher Bildung von ihm versprochen, der Mann nicht, der der Schule und i dem Rituale eine feste Stütze hatte sein kön- - nen. — Zum Glücke des Instituts verdoppelten die j Gemeindevorsteher, die ganz und gar nicht dazu dispo-! nirt, ..die Zustände, die fast allerwarts seit einigem Iahj ren im Aufschwünge sind^ yi.. -n Krebsgang r^hmm; zu lassen, dann das Schuld!-'-'-uum und noch .'tele; sehr achtbare Gemeindegludel;ummtlich die Wohl-? fahrt t'V -urigen ®envivUiou -lyerzigend, ihre Stützen ' üifer, und thattn ^-.schieden energische Schritte de' juna- , hinwelkenden Pflanzstätte des Wissens neues Leben einzuhaucken. Dazu wurden aber Veränderungen mancherlei Art für nörkig erachtet, und nach Bewerkstelligung derselben (1838) gelang es ihnen endlich die Schule wieder in's Geleis zu bringen. Zwei Jahre darauf mußte man aber wieder einen theilweisen Lehrerwechsel vornehmen, (?) und seitdem erfreuet sich das Institut eines ruhigen und sichern Fortgangs und der gegenwärtigen, entsprechenden Gestalt. Deßungeachtet werden die Lehrstühle allda auch jetzt noch, wie wir schon oben einmal angedeutet, nur prekär eingenommen, und zwar: von Hrn. Hertmann in der Elementar-, Herrn L. Halsin in der ersten, Herrn G. Gutfreund in der zweiten und Herrn A. Eichderg in der dritten Klusse. Ihre Leistungen, wie ihre Disciplin sind, wie uns ein sehr honorabler, sehr sachverständiger und der dortigen Schule sehr nahestehender Mann versichert, ausnehmend befriedigend. Für die Wahrhaftigkeit dieser Anerkennung spricht auch noch der Umstand, daß die Schulfrequenz in stetem Zuwachse ist, so daß gegenwärtig die Schülerzahl bereits die von 150 übersteigt. Auch die öffentlichen Landesorgane bringen, seit der letztvolgej nommenen Schulreorganisation aUhier, nach Abhaltung j einer jeden Scmestral - Hauprprüfung, (der gewöhnlich j auch sehr respektable Christen beiwohnen,) sehr günstige j Referate über die Leistungen dieser Schule. Zu wünschen bleibt hier noch übrig — welche Bemerkung übrigens der erste Schulvorstand, Herr Dr. Horschetzky schon vor längerer Zeit selbst gemacht, — das Einfuhren der Konfirmation und das Unterrichtenlassen der Schuljugend im Zeichnen und in der Musik. Ersterer Wunsch wird nun durch den neuen Radbinen und Prediger, Herrn Löw realisict werden; beide letztere aber sehr wahrscheinlich noch ziemliche Zeit, da es hier keine Zeichen- und Musikschule giebt, fromme Wünsche bleiben. — (Fortsetzung folgt.) Berichtigung. In No.44 dieser Blatter wird in dem Referat über „Dukes religiöse Poesie" eine lange Stelle angeführt, in der eine Stelle des R. Jehuda hanaßi über das Arbeiten an Festragen vorkömmt. Diese Stelle ist aber ganz unrichtig citirt, und Dukes verbessert dies selbst schon S. 138. Anm. 7. Nicht Jehuda hanaßi, sondern -D 828 '*i ist der Urheber des Spruches, und nicht von den Festtagen spricht er, sondern von ibin TJV2 2U3. Die Stelle lautet: 1^8 bM -,2 828 ^8