Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1842)
- Date
- 1842-11-12
- Page
- Seite 685 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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685 Di« Sonne gcht niebec! Ihre letzten Strahlen Malen Rosiges Licht Auf meines Weibes entblichenes Angesicht! 17. Rolle, Scholle, Nieder Auf der Geliebten Glieder —; Meines Lebens Glück Bringt Nichts zurück. Werde, Erde, Linde Ueber dem Weib und dem Kinde — Meines Lebens Glück Bringt Nichts zurück. (Ende des ersten Abends.) (Fortsetzung folgt.) Correfpondenze». Die Bestrebungen der Israeliten zu HildeShcini in Beziehung auf Wissenschaft, Kunst und Gewerbe. Bon einem Christen. (Schluß.) In Hildeshelm selbst leben nächst einem älteren Advokaten drei Mediziner, der in vorzüglichem Rufe stehende Dr. Sternheim, der tüchtig praktisch ausgebildete I. Schulmann und ein jüngerer Arzt, Edel. Diese beiden Felder boten rndcß eher eine Aussicht dar, desbald verdient der Privatgelehrte L. Schulmann, Bruder des Erstgenannten, um so mehr eine ehrenvolle Anerkennung, weil ihm als Philologen bei uns durchaus keine Hoffnung auf irgend eine Bestallung sich eröffnete. Zugleich darf dessen Bemühung nicht verschwiegen bleiben, mit der er seine seltene Gabe, Anderen den erworbenen Reichthum des Geistes auf die faßlichste Weise mitzutheilen, dazu benutzt, der mangelhaften Ausbildung in der (bei den Christen eben so sehr, wie bei Israeliten) noch sehr zu verbeffernden und mehr zu erweitern? den Volksschule durch Privatunterricht, den er ohne Entgelt ärmeren Kindern ertheilt, thunlichst abzuhelfen. Das ist nun freilich etwas, was man von einem Manne, der eben so tief philosophisch, wie praktisch für's Leben gebildet ist, erwarten kann, — allein eine gleiche Uneigennützigkeit wußten wir eben nicht mehrfach bei uns nachzuweisen. -— Die Namen anderer Männer, welche wir jetzt anführen, sind einem größeren, als unserem provinziellen Kreise bekannt. Die beiden Maler Popper und Herz, welche sich eines für ihre Jugend schon immer sehr bedeutenden Rufes erfreuen, der Hofmusikus Freudenthal in Braunfchweig, der erste Flötist am kaiserlichen Theater in Petersburg, Wangenheim, und der Geigist Berg sind Hildesheimer und empfingen ihre erste Bildung hiesigen Orts *). Diese Anführung mit der oben bereits ausgesprochenen Bemerkung, daß die Zahl derjenigen, welche sich verschiedenen Gewerken widmeten, eine den obwaltenden Umstanden gemäß bedeutende sei, wird genügen, die Bestrebungen der hiesigen Israeliten in der angesprochenen Beziehung gewiß als dankenswerth zu zeigen, denn sicher nicht leicht unterzieht sich Jemand, weß Glaubens er immer sei, jahrelangen kostspieligen Bemühungen ohne die Gewahrstellung dereinsiiger Erndte! — Aber, wie sehr wir hier auch rühmen mußten, um der Wahrheit die Ehre zu geben, seufzen müssen wir doch, wenn wir eine scharfe Kontrole üben; und dieses ist die minder erfreuliche Seite, wovon wir sprachen. — Alle diese Bestrebungen nämlich sind dem größeren Theile nach gerade von denjenigen Israeliten ausgegangen, welche ihren äußeren Mitteln nach am wenigsten solche Hoffnungen zuließen, während die reicheren nur in spärlicher Zahl derartige Schritte thaten. Wir können zur Rechtfertigung dieser nur annehmen, daß sie, als geschäftreiche Kaufleute, eine genauere Spekulation zwischen dem Anzulegenden und dem Er- *) Der früher hier befindliche Dr. Freudenthal — i jetzt in Braunschweig — ist gleichfalls ein Hildesheimer,!' also derselbe mit unter die Bestrebungen, von denen hier j die Rede, zu rechnen; andere Personen, die sich auf die! eine oder andere Weise z. B. als Schauspieler, Belletristen u. s. w., ausgezeichnet haben, jedoch spater zum Chnstenthume übergingen, müssen der anfänglichen Angehörung halber ebenfalls nicht vergessen werden. Corresp.