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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-11-12 · Heft 46 (12.11.1842) · p. Seite 684

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 46 (12.11.1842)
Date
1842-11-12
Page
Seite 684 (sequence 12)
Language
German
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684 Schau, MP die Gewächse harrten Auf der Sonne heißeren Strahl, Und nun blühen sie allzumal. Komm, Du süße, geliebte Frau, Komm in den aufgeblüheten Gartens Schau, Ach, auch wir, wir harrten Auf der Sonne heißeren Strahl, Der Dich gesunde allzumal. Wirst nun wieder blühen und prangen, Farben sich mit Rosen die Wangen, Wirst mich wieder mit Lust umschließen, Wenn Dich des Lebens Ströme durchfließen. Stütze Dich Kräftig auf mich. Lege Dich Ganz auf mich: Ach, solch' süße, geliebte Bürde Trag' ich mit Lust, trag' ich mit Würde. Könnt' ich doch unter der Füße Schreiten Dir der Teppiche weichsten breiten. O, so fächele, Frühlingsluft, Meinem Weibe den süßesten Duft. Vogel, der du hebst die leichten Schwingen, Willst du nicht freudige Töne singen? Sieh, des trautesten Weibes Ohr Lauschet deiner Gesänge Eher. Komm, Du süße, geliebte Frau, Schau, Wie des Lenzes selige Lust Heilet Dir die wunde Brust. 18. Die Sonne geht nieder. Ihre letzten Strahlen Malen Rosigen Schein Auf das Fenster ein. „Sei gegrüßt mir, Bore, Einer andern Welt zugesandt; Was mir Bitteredrohte, Zst nun abgewandt; Grüße die Pforte Mit des Willkomms Worte, Grüße die Höhe, Die ich baldig sehe." — Spricht's das kranke Weib Mit dem aufgelösten Leib. An dem Lager knie ich. „„Willst Du mich denn verlassen? Nimmer kann ich es fassen!"" — „Nimmer entflieh' ich, Immer umschweb' ich Dich, den trauten, Dich umleb' ich, Zn dem lauten Gewimmel der Welt, Und wenn Stille Dich umhalt." — „,,Ha! dann bist Du Doppelt beglückt! Nichts vermißt Du, Was Dich entzückt! Aber ich. Armer, O Erbarmer, Wandte einsam durch bie Welt, Und kein Herz, das mich liebend halt! Hingezogen ist das holde Kind, Und die Mutter folgt ihm geschwind. Wenn ich nun hebe -Len thranenreichen. Dunkelnden Blick, Nimmer den andern kann er erreichen. Der ihm gebe die Liebe zurück; Und die ausgestreckten Arme Finden kein Herz im Menschenschwarme — Kein Herz, an dem es ruhe und weine — Kein Herz, das das seine --"" „Mache die Scheidestunde nicht allzuschwer! Sieh, ich möcht' in Deinem Kusse entschweben. Der mir noch einmal, zum letzten Mal lehr', Wie Du mich trägst im innersten Leben; Mach' sie durch Deine Thrane nicht bitter — Niederfallt ja das neidische Gitter, Und was ich oft ersehnt, gewillt: In Dein Herz zu schau'n, Deiner Seele zu lesen. Zu durchdringen Dein ganzes Wesen, Sich', es wird mir nun ganz erfüllt! Laß den Staub, die nichtige Hülle! Ob er verwehet heute, morgen, Sind wir doch wohl geborgen Zn des ewigen Vaters Wille!"-

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