Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1842)
- Date
- 1842-11-12
- Page
- Seite 681 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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681 eine unmittelbare Repräsentation für die Behörden | gewonnen, die in keinem Falle zu übersehen. Möge nun der richtige Weg eingeschlagen werden, der ebenso fern von hierarchischem Hochmuth und Alleinwisserei wie von dem einseitigen Buhlen um die Gunst einer Parthei sein mag, wir hoffen es, sein wird. Wir werden ihn mit freundlichem Entgegenkommen begleiten! Quedlinburg, 24. Oktober. (Privatmitth.) Die hiesige kleine, nur wenige bemittelte Mitglieder fassende Gemeinde hat sich zu ihren zwei Torarollen noch eine dritte, sehr vorzügliche, mit vielen Opfern angeschafft. Diese Gelegenheit benutzte sie zu einer besondern Feier, da auch sie das Wort Gottes in lebendiger Muttersprache verkündet zu hören sich sehnte. Sie er^at es sich daher von dem Herrn Rabbinen vr. Philippson, daß derselbe am Sabbat (nti) den 22sten d. die Tora einweihete und eine Weihepredigt hielt. In das geschmackvoll verzierte Gotteshaus wurden nur mit Einlaßkarten versehene Personen zugelaffen, und die Feier, an die sich Abends ein sehr angemessen arrangirtes Festmahl schloß, ging würdevoll von Statten. Der löbliche Magistrat unsrer uralten Stadt, der, wie alle Behörden in loco, der Feier beiwohnte, hat an den vr. Philippson ein Schreiben erlassen, in welchem er im Namen der Einwohner um den Druck der Predigt nachsucht. Der l)r. PH. wird, wie wir hören, diesem ehrenvollen Wunsche genügen. Magdeburg, 31. Oktober. (Privatmitth.) Der Rabbine vr. Philippson hat, insonders von mehreren Gerichtsräthen der hiesigen Obcrgerichte veranlaßt, eine Petition bei Sr. Exzellenz dem Justizminister um Reform der den Eid israelitischer Glaubensgenoffen betreffenden Gesetze eingereicht. Es handelt sich darin zunächst um Erlaß der Anwesenheit jüdischer Geistlichen bei Zeugeneiden, und um Verbesserung der gesetzlichen Vermahnung. Belletristik. Die drei Freunde. Ein erzählendes Gedicht. (Fortsetzung.) 9. War mir aufgegangen Des Lebens Wirrsal ganz. Wo mit Lichtes Prangen, Mit bunter Farben Glanz, Kämpfen dunkle Schatten, Dunkler Nachte Schatten! War mir klar enthüllet Des Lebens ganzer Streit: Wie er wächst und schwillet. Und Fall und Höhe beut — Nur das Ich zu retten AuS des Kerkers Kelten, Nur das Ich zu halten Hoch über'm Wellenschlag, Feindlichen Gewalten — Wie'S treiben, drangen mag — Nimmer sich zu geben In dem innern Leben; Was ich klar erkannte, Zu folgen diesem nur. Ob mich Alles bannte, Verfolgung auf mich schwur: Denn zum Triumphiren Kann der Geist nur führen. 10. Dennoch brannten der Jugend Lodernde Flammen, Wogten in mir der Jugend Wellen zusammen: Wohl von den Dämmen des Außens beengt, Stiegen im Innen sie unbeschrankt. II. Doch noch mehr — als Lehr' — und Schriftkundr im beredten Munde — der alte Rabbi besaß — bei 46