Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1842)
- Date
- 1842-11-12
- Page
- Seite 682 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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682 dem ich lernt' und las — und genas — von der raus hen Pilgerung-ein Mägdlein zart und jung — und schön — wie ich nie gcseh'n. — Wenn sie schritt — in des Zimmers Mitt' —■ ward's licht; — wem ihr Angesicht — sich zugewandt — der Schatten aus der Seele schwand — und des Auges Blick — erhellte das trübste Geschick — und der Lippen Klang — durch des Herzens Schwellen drang.-O, mir war's baldig angethan — mit süßem Wahn — mit süßem Beben — und Weben — und meiner Gedanken — Wogen und Schwanken — war angesüllt — mit dem holden Bild. — O, bald lebt' ich — von ihrem Athem nur —bald schwebt' ich — in ihrer Nahe nur — wo des Paradieses Flur — mir auf sich that — und der sanfteste Blumenpsao. — Wie ein Frühlingstag -— mic's um die Seele lag — sonnig — wonnig — duftig — luftig! — Wenn ich lauschte — ob ihr Gewand rauschte, — ob knisterte — ihres Fußes Flug — flüsterte — ihres Athems Zug! — Wenn ein Wörtchen sie an mich richtete— was in mir wogte, schlichtete — alle Kraft verdichtete — alle Bitterkeit vernichtete: — da hob's mich wie ein Gebet — das unter den Seligen steht — und bis zu des Vaters Thron erhöht. — Also liebt' und lebt' ich — fühlt' und strebt' ich — in einem engen Blumengarten — wo nur süße Düfte warten — auf das still empfängliche Gemüth' — ohn' daß ein Anderer es weiß und sieht. — — Und wie ich schwebte in solchem Sinne — ward ich einstens inne — daß es nicht bloß brannte, sondern zündete — und ihr holder Mund verkündete — daß auch in ihr das heilige Feuer entglommen — wir wußten beid' nicht, wie's gekommen.— Und als das Aug' in's Auge versank — und die Lippen stammelten Jubel und Dank — und die Seelen sich umfangen — und mit der Gluth der Wonne rangen: — da gewahrt's der Greis.—Doch um die Brust nicht des Alters Eis — rief er uns leis' — zu sich — ruhig — bot er die segnende Hand — thranenden Blickes zugewandt: — Kinder! — minder — beglückt nicht eure Liebe mich — als wenn des Reichthums Fülle sich — durch dich, mein Sohn, mir böte — denn der Liebe Morgenröthe — kündet einen schönen Tag. — Aber nimmer mag — leichtsinnig in das Leben stürzen — der Verständige — und sein Glück verkürzen. — Darum der Lebendige — unsrer Vater Gott und Hort — geleite dich fort — daß du strebest und ringest — empor dich schwingest --- zu mäßigen Gutes Besitz. — und trauten Herdes Besitz — dann folge sie dir dahin — ' mit treuem Sinn — zu dauernder Liebe Gewinn.- So sprach er, und ich zog von dannen. — Die Tage rannen — die Tage der Dienstbarkeit — und der Lastarbeit — sie rannen und mehrten; — doch verwehrten — sie nicht der Liebe Dauer — und wenn sie rauher, — der Ungunst Schauer — herniedertroffen, — nicht schwand mein Hoffen — nicht md) meine Kraft — bis | ich zusammengerafft — mäßigen Gutes Besitz — und; gebaut trauten Herdes Sitz; — dann folgte sie mir da-! hin — mit treuem Sinn ~ zu dauernder Liebe Gej winn. — | 12. i Holder Tage süßes Glück, j Tage aus des Himmels Fluren, Da am Altar Treue schwuren, Die verbunden das Geschick: Niedersanken Alle Schranken, Die des Menschen mühbeschwertem Geist das Thor — der Lust verwehrten — Rauschend dringt Der Beftied'gung voller Strom ' Durch der Herzen offne Pforte: Jauchzend klingt Jubellied zum Himmelsdom, Aber ohne Laut und Worte — , Sieh, wir stehen Beid' im Weltenraum allein, Sehen! Nur uns Beide, Beide Eins!! Und die Sehnsucht wird zum Frieden,! Da sie beide sich beschieden,! Wird zum leisen, stillen Walten, j Zu der Liebcssorg' Entfalten, Da zur Lust wird jedes Mühen, Und im Opfer Freuden glühen. „Ha, wo flecht' ich Blumenkränze j Aus dem blüthenvollsten Lenze?" „„Flechte keine, denn sie prangen Schon um's Haupt mir, um die Wangen!"" „£a) wo krön' ich dir den Morgen Neu mit Freuden, dir verborgen?" „„Neue wird dir nicht gelingen Zu den alten noch zu bringen.