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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-11-12 · Heft 46 (12.11.1842) · p. Seite 675

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 46 (12.11.1842)
Date
1842-11-12
Page
Seite 675 (sequence 3)
Language
German
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675 den sich die Judenfeinde immer wieder wie Ln ein sicheres Blockhaus zurückziehen. Das ist — der Talmud. So? also auch Ln dem Talmud weiß Herr Hermes Bescheid? Als Journalist, als judenfeindlicher Journalist muß er ja weht. Nun? Nun — er stoppelt wieder ein Paar magere Sätze aus Eisenmenger und Kons, hervor, daß der Talmud dem Juden gebiete, Wucher zu nehmen ff. Ueber dieses abgestandne Essen! Aber es hat einmal einen so trefflichen!mul-ooul. Geschmack für die Amijüdler. — Wir brauchen es nicht zu widerlegen. Schon in der Beilage zu No. 260 der „unpartheiischen" Köln. Zeit, wurden einige Briefe des Herrn l>r. Herzfeld in Brasnschweig gegeben, die klarlich die Verdrehungen, welche man sich gegen jene Talmudstellen gestattet hat, darlegen, so darlegen, daß Herr H. seinen Jrrthum selbst eingesteht, und daß will viel sagen. Freilich ist dies Herrn Herme nicht zur Last zu legen, weil er den Talmud nicht versteht: wohl aber zeigt die Berufung darauf, obgleich er ihn nicht versteht, wessen sein Herz voll ist. Wir können also von Herrn H. scheiden, und thuu es gern; gern, weil die Sprünge des Gegners nicht mehr ergötzen, sondern ermüden, und weil es uns immer leid thut, einen Mann, den man früher achtete, in ein Meer von Widersprüchen versinken zu sehen. Man verstehe wohl, wir achten einen Mann nicht allein, danach er sich über unsre Angelegenheit ausspricht. Wohl aber ist uns die Konsequenz das höchste Gesetz des Mannes, und sobald der Charakter an einer Seite sich voll fauler Flecke gezeigt, ist er in seiner Ganzheit erkrankt. Und so nur noch eine kurze Betrachtung. Die neuere Zeit erweist es aller Tage, daß sie eine Zeit der Sophistik ist. Wie in jenen Zeiten der hellenischen Sophistik, wo nach der Entwickelung einer sehr beschränkten Kosmo- Phrlosophie, bei dem Zusammenstoß derselben mit einer scharfen Eloquenz, Alles erwiesen, und darum Alles verwirrt worden, bis tüchtige Geister, am Einfachen sich haltend, die Nebel zerstreuten: so auch jetzt. Die Kanzel, das Katheder und die Tribüne, zusammentreffend mit einer einseitigen, sich selbst überjagenden Philosophie, verwirren die Sachlagen immermehr, und der Kampf der Partheien dient nur dazu, die Partheien selbst immer mehr zu befestigen, nicht aber aus allseitiger Bewegung die Wahrheit heraufzuführen. Also auch die Angelegenheit der Juden. Die Rechtsfrage vom allgemeinen Standpunkt war entschieden. Vom besondern wachte man zwar die Unreife der Juden noch geltend, und widerkäute was in dieses Kapitel gehört, aber man sah auf die Länge bei den raschen Schritten der Juden in der Neuzeit die Unhaltbarkeit dessen ein. Hier mußte die Sophistik aushelfen, und die Idee der untheilbaren, zu konservirenden jüdischen Nationalität, und der exklusiven christlichen Staatlichkeit heranschaffen. Hier hinein kann man sich eine Zeit lang wieder verballhornen. Aber laßt uns den Kampf nicht aufgeben — wir haben zwei tüchtige Waffen; die eine heißt: die jüdische Nationalität ist nicht mehr so intensiv, daß sie gesondert, politisch isolirt stehen muß, die andre: das Christenthum ist nicht so exklusiv, daß es außer sich keine bürgerlichen Rechte zugesteht. Fühlen wir die ganze Schwere und Schärfe dieser Waffen. Wir ehren dadurch das Judenthum und das Christ e u t h u m, und halten zugleich die Sache der Menschheit. Wie könnte uns da der Sieg fehlen? Vale, tn? w . Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, 22. Oktober. In diesem Jahre sind wieder zwei Juden zu Sheriffs gewählt worden: Emanuel Lvusada als Ober-Sheriff für die Grafschaft Devonshire und A. Abraham für Stadt und Grafschaft Southampton. Die Wahl des Letzteren geschah mit Stimmen-Einhelligkeit, nachdem derselbe früher schon zweimal, in den Jahren 1838 u. 1841, das erstemal nach hartem Kampfe, einen Platz im Stadtrath erhalten hatte. London, 23. Oktober. (Privatmitth.) Selten noch ist es in Deutschland gelungen, einen rechten Begriff, eine richtige Vorstellung von den inneren Verhältnissen der englischen Israeliten zu erlangen. Denn wol in keinem Lande haben sich unsere Glaubensgenossen so sehr nationalisirt, wie in England, und erstaunend ist, wie sehr die vielen Ankömmlinge aus allen Ländern in kurzer Zeit sich dem Genius des Landes akkomodiren. Der Engländer ist ganz vom Kommerz beherrscht, sein Streben, sein ganzer Inhalt ist die Industrie, und nichts mehr. An gründlicher wissenschaftlicher Bildung fehlt es ganz, und wird diese nicht einmal geachtet und gewünscht. Der Engländer ist daher das uninteressanteste Wesen von der Welt, wenn es sich nicht um industrielle

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