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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-11-05 · Heft 45 (5.11.1842) · p. Seite 666

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 45 (5.11.1842)
Date
1842-11-05
Page
Seite 666 (sequence 6)
Language
German
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666 sogenannten lai rf-' (achtzehn Einrichtungen, welche von Schammais und Hillel's Schule herrühren) speziell aufgezählt, worunter verschiedene, von dem babyl. Talmud abweichende, und daher von den Kasuisten nicht berücksichtigte Verbote Vorkommen. Unter anderen heißt es, jene Schulen haben das Erlernen der Feindessprache verpönt „ömiab bsn." Unser Vers, macht hiezu wörtlich folgende Bemerkung: (vi2§ zirrbn -mnb v::n iss» stk bYY> «bi» ssrow) ".■üYnb nsbB3 nnsw nnai!-;y> pip „Aus diesem Sprachverbote laßt sich für unsere Zeit eine wunderbare, eine lehrreiche Ermahnung und Warnung ziehen." Die Ermahnung nämlich, sich ja an keine ordentliche Umgangssprache zu gewöhnen, um den abgeschmackten Jargon der Jakob- Günsburgianer nicht lächerlich zu finden, und um den predigenden Rabbincn keinen Eingang in die Synagogen zu gestatten. Wir glauben, diese einzige Aeußerung reiche hin, unfern Vers, und seine Denkweise zu charakterisiren. Man kann uns freilich einwenden, daß diese Aeußerung in der Ignoranz des Verewigten in weltlichen Dingen ihre Entschuldigung finde, daß diese Ignoranz den Rigorismus in der rabbinischen Askese, — welche die alten Rabbinen im Heiligenglanze erscheinen läßt, — gar keinen Abbruch thue, und daß endlich, da der Talmud verbindlich und der Schulchan Aruch Gesetzbuch ist, jener Rigorismus für die jüdische Seelsorge die Hauptsache sei, und Sprach- und Schulkenntniffe in derselben leicht entbehrt werden können; — das Alles kann man freilich cinwcndcn, und manche Zeitungskorrespondcntcn in Prag bemühen sich in frömmelndem Eifer, uns die Vorthcile, welche ignorante Rabbinen ihren Gemeinden gewahren, in's klarste Licht zu stellen. Aber leider! vergeblich. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns zur Genüge überzeugt, daß man bei aller Ascetik, bei aller Heiligkeit, bei aller Verachtung irdischer Dinge und Kenntnisse dennoch ein y b? yatp sein könne, und statt fc-boTY Bibs zu fördern, nur Streit und Hader anstiste, — wir wünschen uns also einen Oberhirten, der jene nnbr) NNYN als einen albernen Fanatismus verwerfe, durch seine Kenntnisse wie durch seine Biederkeit den gestörten Frieden in unserer Mitte wieder herstelle, und auf die Besetzung der Rabbinate einen, die Frömmigkeit und Eintracht fördernden Einfluß ausübte. Denn auch in dieser Rücksicht hat der verstorbene Landcsrabbiner, freilich beim besten Willen, sowol durch unmittelbare Empfehlung, als durch Ertheilung von rvD'nö mancherlei Schaden angerichtet. Daß er seine Schwiegersöhne zu Rabbinen gestempelt, wollen wir seiner väterlichen Liebe zu Gute halten; aber — welche Kandidaten sind von ihm mit Rabbinats-Diplomen versehen worden!! Freilich besitzen wir (mähr. Juden) jetzt schon Einen Rabbinen, der, wie er selbst drucken ließ, „Predigten in der Konversationssprache" hielt, einen andern, der in einer Derascha, und noch dazu in einem -wvn Verse aus Schillers „Freude" anführt, — und einen Dritten, der ein fleißiger Hörer von Mannheimers. Predigten war, und wirklich recht guten Willen hat, — das Alles haben wir. Aber der Mensch ist ungenügsam; er wünscht stets was Besseres zu besitzen. Ünd darum können uns unsere gegenwärtigen kirchlichen Zustande keineswegs genügen, und wir wünschen vom Herzen, daß bei der bevorstehenden Landrabbinerwahl nicht wieder ein Mißgriff geschehe, und daß die guten Absichten unserer väterlichen Regierung jetzt besser verstanden, redlicher gefördert, beharrlicher verfolgt, und glücklicher realisirt werden mögen, als dies vor sieben Jahren der Fall war. Pr eußen. Schwerin an der Warthe, 14. Oktober. (Privatmitth. Verspätet.) Es hat sich ein unangenehmes Gerücht von einem am vergangenen Versöhnungstage in der Synagoge stattgehabten durch den Choralgesang hervorgerufenen blutigen Streit in das größere Publikum einzuschwärzen gewußt, wodurch zu befürchten steht, daß das Bessere und Zeitgemäße, dessen wir uns eine Zeitlang erfreuen, verdächtigt, und der zu wünschenden Nachahmung hindernd in den Weg getreten werden kann. Wir fühlen uns daher genöthigt, dem Gerüchte seinen gehässigen Charakter zu benehmen, und den wahren Hergang der Sache in diesem für alles jüdische Interesse empfänglichen Organ niederzulegen. Das Gerücht verdankt nämlich seine Entstehung einigen fremden, bei hiesigen Gewerbtreibenden im Dienste stehenden Menschen, welche, die wiederholten Verweise des Synagogenvvrstehe-s nicht berücksichtigend, ihr ungebührliches Betragen, ihr wildes Geschrei, ja, so-

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