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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-29 · Heft 44 (29.10.1842) · p. Seite 658

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 44 (29.10.1842)
Date
1842-10-29
Page
Seite 658 (sequence 14)
Language
German
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658 Einführung einer öffentlichen Zugendschule zu begründen, und ihren Fortbestand durch einen soliden, unbeweglichen Fond zu sichern. Zu diesem Behufs ließ man sofort ein sehr schönes stockhohes Schulgebäude aufführen, und enthält dieses nebst der Schullokalität auch noch mehre, jährlich einen nahmhaften Miethzins tragende Wohnungen. Die zur Erbauung dieses Gebäudes erforderlich gewesene Summe entstand zum Theil durch freiwillige Geschenke, noch mehr aber durch großmüthige Vorschüsse ohne Interessen, von Seiten der hierortigen vermögenden und wohlhabenden Einwohner. Diese Schuld wird nun von einem Theile des oben erwähnten Miethzinsertrages in sehr kleinen Raten und in großen Intervallen zurückgezahlt. Nach der gänzlichen Tilgung der Schuld auf diese Weise, wird der volle Wohnzinsertrag von diesem Schulgebäude der Schulkasse zugewendet werden. — Bon den Edeln, die zu dieser Anstalt wdhlthätige Beiträge aus freiem Willen dargebracht, verdienen vorzüglich eine ehrenvolle Erwähnung. Seine Durchlaucht Fürst Philipp Bathyany, dessen Schenkung in 50,000 Mauerziegeln bestand, und dazu noch die Begünstigung alle noch hierzu erforderliche Ziegeln aus seiner dasigen Herrschaft zu beziehen, den Betrag aber in mehrjährigen Raten, ohne Interessen, einzuzahlen. Nicht minder generös und freigebig hatte sich dieser Fürst beim dasigen Tempelbau im Zahre 1821 gezeigt. Auch der k. k. Kämmerer, Herr Johann Nepomuk v. Jnkey de Palin hatte zum Schulgebäude 1000 Mauerziegel geschenkt. — Mit Ende des Jahres 1831 stand das Schulgebäude vollendet, und wurde Jahres darauf, im Mai, die dasige hebr. deutsch-ungarische Lehranstalt eröffnet. Vier Lehrer, nach Anzahl der vier Schulklassen, nahmen die Lehrstühle ein; die Leitung und Ueberwachung des Unterrichtes wurde einem von der Gemeinde ernanntem Schuldirektorium, an dessen Spitze Herr Dr. M. Horschetzky, der zu diesem hochbedeutsamen Werke nebst vielen andern sehr achtbaren Männern Kanischa's mitimpulsirt, steht, anvertraut, die administrative Verwaltung aber einer aus mehren honorabeln Kommunegliedern bestehenden Inspektion übergeben. Der Gehalt der Lehrer war und ist, wie beiallen Gemeinden Ungarns — Arad, Pesth und Preßburg ausgenommen — nur sehr mittelmäßig ausgesetzt, und ist ohne Anstellung noch überdies, wie wiederum dies nur noch bei allen Gemeinden Ungarns stattsindet (Arad und Preßburg ausgenommen) nur eine prekäre. Indessen haben wir vernommen, daß das dasige Schuldirektorium beabstchte, bei dem löblichen Gemeindevorstande anzuhalten, beiden gerügten Uebelstanden abzuhelfen, und ist von dem loyalen Sinne dieses sehr ehrenwerthen Vorstandes, dessen Hinzielen es ist, in keiner Rücksicht den human-intellektuell vorwärtsschreitenden Gemeinden nachzustehn, mit vieler Zuversicht die Gewährung dieses gerechten Ansuchens zu erwarten. — (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Allen israelitischen Volksschulen ist als sehr zweckmäßig und von allen Seiten auf's Günstigste beurtheilt zu empfehlen: Schweizer, D., hebräische Wandfibel, in nenn stufenweise auf einander folgenden Tafeln, nach der Lautirmethodc zum Gebranchc öffentlicher Schulen. Fol. 9 Blätter. Preis 54 Fr. oder 15 Ngr. (12 gGr.) C. H. Beek'schen Buchhandlung in Nördlingen. Vorläufige Anzeige. In Kurzem erscheint in unserm Verlage, und ist bereits unter der Presse: S i l o a h. Eine Sammlung von Predigten. Zur Erbauung, insbesondere auch zum Vorlesen in Gemeinden, die noch des Redners entbehren. Von Dr. Ludwig Philipps»», Rabbiner. Wir wollten nicht ermangeln, das Publikum auf diese eigenthümliche Erscheinung in der homiletischen Literatur im Voraus aufmerksam zu machen. Baumgartners Buchhandlung in Leipzig.

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