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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-29 · Heft 44 (29.10.1842) · p. Seite 657

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 44 (29.10.1842)
Date
1842-10-29
Page
Seite 657 (sequence 13)
Language
German
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657 In der armen, nackten Hütte Steh' ich in der Meinen Mitte — Sagt, wozu seid Ihr beisammen? — „Dich zu retten aus den Flammen!" — Bin ich denen nicht entronnen? — „Noch bist Du uns nicht gewonnen! Willst dem väterlichen Glauben Dich, o Juda's Kind,, Dich rauben, Willst den Einigen verlassen. Willst Dich Fremdem überlassen — Sieh, darum sind wir beisammen. Dich M retten aus den Flammen" — Und es kreist und kreiset wilder, Dichter drangen sich die Bilder, Und im heller glühenden Grauen Immer nahM kann ich's schauen, Bis mit einem drohenden Schlag Untersinkt in Nacht der Tag- Aber eine heil'ge Stimme Dringet durch die Dunkelheit, Tönet — nicht aus wildem Grimme, Tönet aus der Liebe Leid — Ach, es ist des Vaters Sprechen, Wie's vom Sterbelager kam. Will das volle Herz mir brechen, Wie es bebt im tiefen Gram — „Bleibe bei mir, bleibe treu, Kampf' um Gott, den Fehltritt scheu'!" 7. Lebet wohl, mein Herr, lebt glücklich! Nehmet Dank für Eure Güte — Doch ich sterb' in meinem Glauben — Daß der Herr Euch stets behüte! „Kannst Du also von mir scheiden, Den ich glaubt' an mich gekettet — Doch gelohnt wohl hast Du doppelt, Da das Kind Du mir gerettet." Laßt uns also nimmer rechnen, Laßt uns bleiben, was wir sind, Ich verdank' Euch all' mein Wesen, Ihr verdanket mir Eu'r Kind — Nimmer werde ich vergessen. Was der Christ dem Juden that — Doch, laßt mich auch nicht vergessen. Den ich wandeln muß, den Pfad. „Hast Du mich nicht wohl verstanden, Hab' ich Dich nicht gut gelehrt, Daß Dir durch dies Ueberschreiten Das Verdienst nur wird gemehrt?" — Laßt mich zu der alten Quelle, Bis ich setbsten trank daraus, Sollt' es dann mich doch noch dürsten, Kehr' ich wieder in Eu'r Haus. Immer muß der Mensch vollenden, Was ihm Gott, der Herr, beschied, Ewig wird er Reu' empfinden, Wenn ec dennoch davon schied! 8. Nahm also den Wanderstab Abermals zur Hand; Anders doch als früher zog' ich Jetzo durch das Land. Fand bald eine Stätte bei dem Rabbi einer Stadt, Der mich Juda's alte Lehre Gern gelehret hat: Tiefer könnt' ich diese fassen Durch das Gegenbild, Und ich liebte rein und innig Was sich mir enthüllt. (Fortsetzung folgt.) Correspondenz. Die Jsraeliten-Gemeinde zu Groß-Kanischa in Ungarn. (Von H. Rosenmark, Lehrer in Warasdin.) (Fortsetzung.) Den israelitischen Wohlhabenden und Reichen dieses Ortes fing an die hohe Bedeutung des Sittengesetzes: daß der Mensch mit den Gütern, so ihm Gott beschieden, nicht nur seinem Ich lebe, klarer zu werden. — Vorsteher und Reiche, von solchen edlen Gedanken ergriffen beschlossen, nachdem ihnen der erste Schritt, die Umgestaltung des Gottesdienstes gelungen, einen zweiten zu thun, nämlich einen bessern Jugendunterricht durch

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