Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1842)
- Date
- 1842-10-29
- Page
- Seite 654 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225227-3225272--04771-3314381- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
654 des Lebens, c. Tod und künftiges Gericht. B. Hymne, a. philosophische Hymne, b. naturhistorische Hymne, c. Ofan und Keduscha. — Drittes Hauptstück: Der Musivstyl, und zwar Ursprung, Wesen, Entwickelung, Geschichte desselben. — Die Leser ersehen hieraus die gründliche Bearbeitung, die der Vers, dem Gegenstände hat angedeihen lasten, wodurch er sich abermals ein wesentliches Verdienst erworben. Wir empfehlen das Merkchen allen denen, die sich mit unsrer Liturgie umsichtig beschäftigen. Belletristik. Die drei Freunde. Ein erzählendes Gedicht"). I. Bcisammensaßen — zwei — nein! drei — befreundete Männer — vergaßen — auf der wechselnden Rede schnellfüßigem Renner — der Stunden Flucht, — der Liebe Frucht — genießend — und von Herzinnigkeit überfließend. — Da öffnet' Einer zur Stund' — den Mund — und sprach — gemach: — Liebe Brüder — Jahre gingen nieder — kamen und flohen wieder — daß uns des Schicksals Hand — zusammenfand — und in Freundschaft zusammenband — daß wir wandeln — Arm in Arm — handeln — liebetreu und liebewarm — uns nicht kümmernd um der Menschen Schwarm, — in Freud' und Harm — nur unser gedenkend — Schutz, Trutz und Lust uns schenkend. — Zufällig hatten wir — verwittwete Gatten wir — uns gefunden — und unser Brauch wollt' uns munden, — wir sprachen nicht — schauten uns in das Angesicht — und der Augen Strahl — zündete allzumal — in unsren Seelen — uns zu wählen; — auch nicht frugen wir — uns hier — wer bist und woher kommst du? — von welchem Ahn den Ursprung nahmst *) Bei erneuter Gelegenheit bemerken wir, daß alle Arbeiten in dieser Zeitung, die nicht mit einem Namen, einer tzhiffer, oder der Datirung aus einem Orte versehen sind, den Redakteur zum Verfasser haben. R-dakt. du?-Denn allzugroße Vertraulichkeit — gebiert — oft Streit — und führt — zu Neid — der Freundschaft Verwesung — und jeglichen Bundes Lösung. — Aber nun der Jahre Viele vergangen — und wir uns ganz durchdrangen — dürfen wir nicht mehr bangen — und da bei Gelegenheit — von mancherlei Verlegenheit — und Verwegenheit — Erlebtem — Erstrebtem — Begonnenem — Gewonnenem — Zerronnenem — kurz, Vieles was sich begeben — in unserm Leben — wir uns mitgetheilt -denn das heilt — die alten Wunden — daß gesunden — wieder aufgebrochne Narben — die wir erwarben — in des Lebens heiligem Strc'te — unter des wechselnden Schicksals Geleite: — — jetzo wünscht' ich zu schauen — denn wir können uns vertrauen — in unser Aller Leben zurück — mit einem Blick — zu umfassen sein Geschick, — wie jeder angefangen — und fortgegangen — und gerungen — und durchgedrungen. — Nicht der Neugier schnöde Lust — weckt mir dieses Verlangen in der Brust — sondern des ganzen Freundes bewußt — und froh zu werden — und all' sein Gebcrden — sein Thun und Gehen — zu verstehen.- Als dies die Freunde vernommen — hießen sie all' es willkommen — wie aus ihrer Seel' entnommen. — Der Eine sprach: Ob auch schwere Seufzer aufsteigen — ich werde Nichts verschweigen — und mich vor Eurem Richterstuhl beugen. — Der Andre: Von meinen lustigen Streichen — Abweichen — Irren — und Wirren — will ich gerne sprechen — und an meinen Feinden in Gedanken mich noch einmal rächen. — Und sie kamen überein — bei der Dämmerung Schein — wenn des Tages Strahlen verrinnen, zu beginnen — ein Jeder an seinem Abend — und gemächlich beim Becher sich labend — noch einmal das Leben zu durchwandern — an der Hand der Andern. — II. Der erste Abend. 1. Traute, holde Dämmerung, Nimm uns auf in Deinen Schooß, Alt und Jung, Klein und Groß