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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-22 · Heft 43 (22.10.1842) · p. Seite 642

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 43 (22.10.1842)
Date
1842-10-22
Page
Seite 642 (sequence 14)
Language
German
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642 Marschälle von Pappenheim schon lange von dem genannten Kaiser mit dem Judenschutz begnadigt waren. 2) Darstellung des Mitvorstandes der Israelitischen Gemeinde, Herr Ignaz Schwarz. Die fleißige Arbeit geht von mündlichen Sagen aus, nach welchen die jüdische Gemeinde zu Pappenheim eine der ältesten und nach Worms, Speier und Mainz die älteste in Deutschland sei. Das Jahrhundert jedoch der ersten Ansiedlung möchte sehr schwer zu ermitteln sein. (Fortsetzung folgt.) Correspondenz. Die Jsraeliten-Gemeinde zu Groß-Kanischa in Ungarn. (Von H. Rosenmark, Lehrer in WaraSdin.) (Fortsetzung aus No. 9.) Nach diesem Vorfälle mit dem ersten dasigen Rabbinen, nahm der gottselige Joachim Terne die Rabbinatsstelle allda, nachdem sie ziemliche Zeit unbesetzt gewesen, ein, und verwaltete sie ungefähr dreißig Jahre zur Zufriedenheit. Nach seinem Ableben folgte ihm im Rabbinatsamte sein ebenfalls schon im Gottesschooße ruhender Schwiegersohn Mayer Szante, aber einstweilen nur provisorisch. Inzwischen wurde die Gemeinde, ziemlich numeröser, und das früher erwähnte Gotteshaus im so genannten Judenhofe konnte nicht mehr allen Betenden Raum gewähren. Man mußte sonach ein geräumigeres Lokale zum Gottesdienste aufnehmen, und wandten sich die Gemeindevertreter deshalb an die Lokal- Herrschast. Diese wies ihnen, zu vieler Ohren Wehe, in der fürstlichen kellerartig vertieften Faßbinderwerkstatt eine Abtheilung zu einem Betlokale an. Zur Entschuldigung der Gemeinde, daß sie sich mit einer so unwürdigen Stelle zum Gottesdienste begnügte, läßt sich nur anführen, daß, höchst wahrscheinlich, man zur damaligen Zeit allda kein passenderes und bequemeres Lokale zu einer Synagoge erhalten konnte. Denken aber kann man sich leicht, welche ein seltsam wunderliches Getöne das laute, wirre und ungeregelte Geschrei der Betenden und das donnernde Gepolter der Herren Faßfabrizirer da hervorgebracht, und welch einen entsetzlichen Ohrenschmaus ein feinfühlendes Gehör während des Betens da genossen haben mußte! — Zum Glücke aber ward auch dieses Gotteshaus nach Verlauf einiger Jahre enge, und der selige Moses Lakenbach, ein wohlhabender und ausgezeichnet frommer Mann und Gemeindeglied, suchte diesem Uebelstande dadurch abzuhelfen, daß ec in seinem Hause einen Privat-Betsaal (Email "n) eröffnete. Durch eigne Nach- und fremde Zukommen wurde die Gemeinde mit dem Fortschreiten der Zeit wieder um ein Bedeutendes zahlreicher, so daß beide Gotteshäuser nicht mehr gnügten. Der selige Moses Scherz, ein Mann von echter Gottesfurcht, folgte dem frommen Beispiele des seligen Lakenbach und eröffnete ein drittes in seinem Hause, und so bestanden alle drei bis 1820. In diesem Jahre beschloß die Gemeinde dem schon langst und nunmehr höchst gefühlten Bedürfnisse eines würdigen Gotteshauses abzuhelstn, und da diese Gemeinde, dieses wohlverdiente Lob muß man ihr zollen, von jeher rasch in der Vollziehung ihrer nach reifer Erwägung gefaßten Beschlüsse, ist; so stand da Jahres darauf ein der Gemeinde eigenthümliches, recht geräumiges, in großartigem und schönem Tempelstyle erbauetes Gottesgebäude, vollendet, und ward es auch bald darauf mit geziemender Feierlichkeit eingeweiht. Die Privatbethäuser wurden nun aufgelöst, und, weil hierdurch sehr häufig Kommunen in den Kommunen fich zu bilden pflegen, für immer aufgehoben. Die Frauengalerie und die ganze innere Einrichtung, bis auf den Almemer, hatte man gleich anfangs tempelartig angebracht und sehr würdig ausgefchmückt, den Almemer aber, nach Weise der alten Synagoge, und überdies noch von ziemlich übermäßigem Umfange, in die schönste Mitte hingestellt. Erst im Laufe gegenwärtigen Jahres wurde durch eine hierzu von einem dasigen israelitischen Notabeln, Herrn M. Löwenstein gewidmeten Spende von 500 fl. W. W., der Lesealtar, nach Muster des Wiener Tempels, vor die heilige Lade gebracht. Mit des Tempels Einweihung waren schon damals mehre Familien, die die Einführung eines geordneten Gottesdienstes wünschten, aber nur insgeheime; denn sie sahen voraus, daß eine vielleicht zwanzigfache Majorität dagegen stimmen werde, und so blieb die Abhaltung des Gottesdienstes in dem neuen Tempel nach der alten Form, noch volle acht Jahre, nämlich bis 1829. In diesem Jahre besuchte Herr W. Goldstein, aktuell Ober- Chorkantor allda, Kanischa, und gastirte als Vorbeter in der Manier des neuen. Kultus. Diese gefiel der

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