Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-22 · Heft 43 (22.10.1842) · p. Seite 643

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 43 (22.10.1842)
Date
1842-10-22
Page
Seite 643 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225227-3225271--04759-3314368
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

643 Mehrheit, und da Herr Goldstein kn beiden Gesangweisen, in der alten und neuen exzellirt, so hat er hierdurch die Gemüther beider Parteien für sich gewonnen, und am 15. Juli ebengenannten Jahres die Anstellung als Ober-Chorkantor allda erhalten. Sabbats darauf, Parascha rnatn wurde der Ritus zum ersten Male ganz nach dem neuen Kultus abgehalten, und für immer eingfführt. Der Gegner, zu denen auch der selige Rabbine Mayer Szante gehörte, gab es nicht viele; jetzt aber giebt es keinen einzigen mehr. — Nun fehlte noch der Gemeinde zu einem wahren geistigen Fortschritte das, einer jeden Gemeinde erstes und größtes Bedürfniß, eine öffentliche, geregelte Jugendschule. Den Mangel einer solchen Anstalt fühlten einige Familien schon sehr lange, und Herr I. S. Hirschenstein, ein Kanischaer Gemeindeglied, aktuell Rabbine zu Warasdkn, hat es schon vor dreißig Jahren, 1811, vermittelst eines an die Gemeinde gerichteten Schreibens versucht, die Aufmerksamkeit der Gemeindevertreter auf die, Wichtigkeit und Nothwendigkeit einer geregelten Schulanstalt zu lenken, und dann an sie die Anforderung gestellt, die Schöpfer eines solchen edlen Werkes zu sein. Seine Vorstellungen fanden, wie man cs damals erwarten konnte, kein Gehör. Inzwischen griff der einmal regegewordne Sinn für zeitgemäße Umgestaltung der Kommunal- und Ritualzustande immer weiter um sich, und schlug immer tiefere und festere Wurzel. Den Gemeindevorstehern sing es an einzuleuchten, daß ihr Amtsberuf nicht blos darin bestehe, die Gemeinde in Prozeßangelegenheiten zu vertreten, die von ihr zu leistenden Steuern zu repartiren und einzufordern, mit einem Worte, daß sie nicht blos für der Gemeinde materielles, sondern auch, und dies vorzüglich, intellektuelles Interesse bedacht sein müssen, sonach für einen gehörigen Jugendunterricht, für einen anständig und andachtsvoll abzuhaltenden Gottesdienst ff. zu sorgen, und deren Leitung gewissenhaft zu überwachen haben. — (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1-J Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Berlagshandlung. So eben ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen von der Meßnerschen Buchhandlung in Cassel bezogen werden: Der gute Ruf. Worte der Trauer, betreffend das so frühe Hinfcheiden des seligen Landrabbinen Dr. Romann in Cassel gesprochen im Kreise seiner Verehrer, am Fasttage Gednljcth 5603 von Ellas M. Leviseur, Religionslehrcr. Preis 4 Ngr. (zum Besten der Armen.) Im Verlage von H. L. Brönner in Frankfurt a. M. ist erschienen und in allen guten Buchhandlungen zu haben: Dr. S. B. Scheyer's Lehre vom Tempus und Modus in der hebräischen Sprache. Ein Beitrag zum richtigeren Verständniß der hebräischen Syntax und der heil. Schriften, sowie zur Vermeidung der oft gerügten Willkür bei Uebertragung der letzteren in die lebenden Sprachen, gr. 8. geh. .Preis 20 Ngr. (16 gGr.) oder 1 fl. 12 kr. Die vorstehende Schrift, welche ihrem Wesen nach von allen bisherigen älteren und neueren hebräischen Sprachlehren gänzlich abweicht, behandelt diesen wichtigsten Theit der hebräischen Syntax nach den Grundsätzen der Dichotomie, auf deren Existenz in den Tempusformen aller bekannten Sprachen Herling zuerst aufmerksam machte. Der Verfasser zeigt, daß die bisherige Verkennung de6 dichotomischen Gesetzes in den zwei hebräischen TempuS- | formen sowohl auf die Behandlung der Lehre vom Tempus und Modus in dieser Sprache, die man mit andern Sprachen in Konflikt brachte, als auch auf die Auslegung der heiligen Schriften höchst nachtheilig einwirkte, und sucht die vollkommenste Harmonie, in welcher die hebräische Sprache mit allen bekannten übrigen steht, nachzuweisen und durch zahlreiche Beispiele zu belegen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.