Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1842)
- Date
- 1842-10-22
- Page
- Seite 641 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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641 mente und mündliche Ueberlieferungen. Die einzige Quelle ist das A. 1798 von dem damaligen Pfarrer Heerwagen verfaßte Mt. Uehlfeldische Pfarrbuch, aus den Vorgefundenen Akten, Kirchenbüchern und Schriften gezogen. Folioband. (Manuskript.) In demselben wird als Beweis, daß es schon seit einigen hundert Jahren in dem Fürstenthume Bayreuth und somit auch in Uehlfeld Juden gegeben habe, ein Befehl des Markgrafen Friederich zu Onolzbach, der damals beide fränkische Fürstenthümer besaß, an den Kästner Paul Durrn zu Dachsbach d. d. 12. Oktober 1583 angeführt: „daß, tot auf einem i. I. 1564 gehaltenen Landtag, „und nachher wiederum, um die Hinwegschaffung der „Juden angehalten, und dieselbe, wegen hochbeschwer- „tichen Wucher und Aussaugung des armen Man- „nes, und ess.auch einer christlichen Obrigkeit nicht „geziemen will, unter ihrem Schutz und Schirm, die „Juden als Spötter und Verächter der christlichen „Religion zu dulden, zugesagt worden, besagtem „Kästner ernstlich befohlen worden, daß ec allen Ju- „den, so in seinem befolenen Amte ihr häuslich An- „wesen haben, alsbald gebiethen und ernstlich auferle- „gen solle, daß sie sich hier zwischen dem Monat „Marlio ohne einigen langer» Verzug mit ihrem „häuslichen Anwesen aus dem Fücstenthum, Land, „Obrigkeit und Gebiet des, Herrn Markgrafen hin- „wegthun und sich an keinem Orte länger häuslich „enthalten sollen," mit ausgedrücktec Verwahrung, daß, im Fall es nicht geschehen würde, dieselbe ihre Haus und Güter gegen ihren Fürsten verwirkt und verfallen haben sollen. Ein ähnlicher Befehl erging den 25. März 1613. Die Synagoge würde im Jahre 1696 eingerichtet. Jetzt ist dieß das Schulhaus; die neue Synagoge ist 1818 erbaut. Erst im Jahre 1732 erhielten sie von dem Markgrafen Georg Friedrich Karl die Erlaubniß, einen Begräbnißplatz zu errichten; früher schafften sie ihre Tobten nach Adelsdorf. Nördlingen. In Nördlingen waren einer alten Chronik zufolge schon im zwölften Jahrhundert die Juden reich begütert und angesessen. Das Zerwürfniß zwischen Christen und Juden steigerte sich im dreizehnten Jahrhundert so sehr, daß im Juli 1290 an einem Tage sammtliche Juden, groß und klein, männlich und werblich erschlagen worden. Kaiser und Reich verhängte eine empfindliche Strafe über Nördlingen. Die Juden erlangten wieder bedeutende Güter. Die Unzufriedenheit der Bürger brach im folgenden Jahrhundert wieder los: am Freitag nach Jakobi 1334 wurden alle Juden in Nördlingen, Weiber und Kinder, über zweihundert an der Zahl, jämmerlich erschlagen. Ueber die Juden in Kleinnördlingen kann weder aus landgerichtlichen, noch pfarramtlichen, noch jüdischen Arten etwas ermittelt werden. Kleinnördlingen war früher eine Johanniter-Orden-Kommende und es laßt sich um so mehr annehmen, daß die jeweiligen Kommandeurs die Ansiedlung der Judenknechte herbeiführten, und daß die Grafen von Oettingen, welche unter der Hand mehrere kleine Anwesen an sich brachten, und dieselben an die Juden abtraten, als eine Belohnung für ihre Wachsamkeit, mit welcher sie das Benehmen der Stadt Nördlingen und der im Riese gelegenen minder mächtigen Reichsstande auskundschafteten. Im Jahre 1684 befanden sich in Kleinnördlingen nur acht Judenfamilien; ihre Zahl ist aus einem Streit bekannt, nach welchem sie dem Pfarrer jura stolae verweigerten. Vor der Reformation war Kleinnördlingen ein Filial der Stadtpfarrei in Nördlingen, im Jahr 1603 wurde es zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben. Nürnberg. Die Synagoge zu Zirndorf, wie sie jetzt steht, wurde vor 75 Jahren erbaut, es soll aber schon früher ein älteres Gebäude daselbst gestanden haben. In dieser Synagoge befindet sich eine Tora, welche 152 Jahr alt ist. Papenheim. Der Herr Justizrath Redenbacher von Pappenheim hat wichtige Bemerkungen zur Geschichte der ersten Ansiedtung der Juden in Pappenheim eingesendet: 1) eine abschriftlich mitgetheilte Urkunde Kaiser Ludwigs des Bayern d. Nürnberg nach dem weißen Sonntag des Jahres 1334. Darinnen bestätigt der Kaiser die Recht, Gnaden und Frekung, die ein Marschalb von Pappenheim von seinen Vorfahren, Königen und Kaisern und von ihm und dem Reich hat und gehabt hat. Was auch Juden bei ihm gesessen sind, die mag und soll er schirmen, und soll Niemand mit diesen Juden fürbaß zu schaffen und zu thun haben rc. Aus dem Inhalt dieser Urkunde geht klar hervor, daß im Jahre 1334 Juden in Pappenheim saßen und daß die