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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-22 · Heft 43 (22.10.1842) · p. Seite 640

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 43 (22.10.1842)
Date
1842-10-22
Page
Seite 640 (sequence 12)
Language
German
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640 Dann muß das Herz, das wunde, zucken, bluten, Entrüstung stürmt und bricht des Duldens Damm, Die Antwort hallt und stolze Zornesgluthen Entlodern da, wo eine Thräne schwamm. Ich reiße nieder Deine Kriegsstandarte, Soll Deine Fahne nicht der Menschheit weh'n, Die Sekte nicht sieh' von der Kriegeswarte, Willst Du als Recke einer Welt ersteh'n." Am Schluffe heißt es: „Nicht Du allein, ich weiß es, bist ein Ritter Der Freiheit und —■ der Knechtschaft Troubadour, Es zeitigte der Tag wohl mehr der Zwitter, Doch trifft mein Liedespfeil heut' Einen nur. O, eitles Wortgepränge! falscher Flitter, Mit dem Zhr lärmend Euch die Stirnen schmückt: „Der Freiheit Priester," prahlet Ihr, „und Ritter Sind wir, für Alles, was gequält, gedrückt!" — Ihr schmäht die stolze Göttin, die Ihr preiset, Altäre schändend, die Ihr selbst gebaut. Ha! seht, wie man mit Fingern auf sie weiset, Mit der Ihr prunkt, als Eurer heil'gen Braut. Die Hehre will kein Reich von Herc'n und Knechten, Ist Alles frei nicht, ist's die Freiheit nicht! Ihr wollt den Purpur, unsre Glieder flechten In Feffelnwucht-schrilllt's nicht wie Hohngedicht? Ein Glück, fürwahr! daß nicht der Erdball Euer! Bekennt es, laute Freiheitskämpen, doch. Ihr theiltet wohl, in Eures Stcebens Feuer, In Königshalle ihn und Sklavenjoch?!" Magdeburg, 4. Oktober. Angekommen: Zur Kenntniß der neuhebräischen religiösen Poesie. Ein Beitrag zur Literaturgeschichte, nebst hebräischen Beilagen von Leopold Dukes. Frankfurt am Main, 1842. Das vorliegende Werk hat den doppelten Vorzug, von den wesentlichen Fortschritten des Verfassers in der Verarbeitung literär-historischer Stoffe, die ihm sein unermüdlicher Fleiß zuführt, Zeugniß zu geben, und dann unsrer Literaturgeschichte selbst einen trefflichen Beitrag zu liefern. Wir haben in diesem Werke eine fast erschöpfende Bearbeitung der Piutim. Eigentlich sollten wir sagen, der hebräischen Gebete, wie ü'e in der Synagoge gebräuchlich sind; aber dann hatte der Derf. noch gründlicher in die Geschichte der Gebete, welche den gewöhnlichen Siddur ausmachen, eingehen sollen, was ein sehr verdienstliches Werk sein würde. In Bezug auf die Piutim selbst vermissen wir nur noch ein näheres Eingehen auf die Form derselben, inwiefern diese nicht stytistisch ist, also ihre metrische Gestaltung und die atphabetarische Anordnung in ihrer vielfachen Nüanzirung. Doch gehen wir auf den Inhalt des ausgezeichneten Werks selbst ein. — Erstes Hauptstück, die Gebete der Synagoge überhaupt. 1. Gebete im Talmud. Von den Gebeten des zweiten Tempels ist nur übrig geblieben: einige Stücke des Hohenpriesters am Versöhnungstage und eines für das Wohl der Nation. Zu Ende des zweiten Tempels wurden die 18 Segenssprüche abgefaßt, deren Zahl, aber nicht sie selbst vom Talmud aufbewahrt worden; dann noch ünd ff. 2. Gebete in der geonäischen Periode (691—1055.) Anordnung der Gebete durch Amram Gaon ben Schischna; Entstehung der Piutim. 3. Ursprung der Piutim, in der zweiten Hälfte der geonäischen Periode, da sie bis 741 bestimmt unbekannt waren. Saadias und Kalic die Begründer, jedoch hatten sie Vorgänger, deren Namen und Produkte gänzlich in Vergeffenheit gerathen sind. Ueber die Gründe ihrer Entstehung lassen wir hier den Verfasser selbst sprechen. (Fortsetzung folgt.) Geschichte. (Aus dem neunten Jahresberichte des historischen Vereins für Mittetfcanken. 1839.) „Ueber die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken." Mitgetheilt von I. M. Fuchs, Professor in Ansbach. (Fortsetzung.) Ueber die Judengemeinde zu Uehlfeld konnten nur wenige Bruchstücke bekannt gemacht werden, da bei der am 8. Juli 1632 erfolgten Einäscherung Uehlfelds Pfarrregistratur und Kirchenbücher verloren gegangen sind. Den Israeliten fehlen ebenfalls schriftliche Doku-

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