Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1842)
- Date
- 1842-10-22
- Page
- Seite 637 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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637 "i ma uO $rfp 3"p "o, wo es heißt, daß Keiner zwischen der und dem 'ü-'iipn stehen oder sitzen soll. Wie sehr zwingt sich der cnau im 2N7 den der Lehre des zuwider statt findenden Gebrauch zu rechtfertigen. — Besser und sicherer wird die gerechte Anforderung des usilb erfüllt — und nebstbei auch andere Schwierigkeiten gehoben, wenn die Worte des üd'n*\ genau befolgt werden, die smt dem N8 anzurücken. — J. S. F. Gitschin (Böhmen) im September. (Privatmitth.) Durch viele von der hiesigen, nicht bedeutenden Gemeinde gebraa-ten Opfer ist unsre Synagoge, die sich übrigens schon seit einem Jahre des Chorgesangs erfreut, zeitgemäß restaurirt und am 5. August durch den Herrn Rabbiner zu Bömisch-Leippa, Dr. Hamburger, feierlichst wieder eingew^ht worden, wobei sich die kreisrathlichen und städtischen Behörden eingefunden. Die von dem gedachten, sehr tüchtigen Kanzetredner bei der Ein-, weihung und am folgenden Tage gehaltenen Reden ha.- ben einen großen Enthusiasmus geweckt, und die Gemeinde will nun einen Prediger anstellen. (Den ausführlichen Bericht der Feier, da sie den schon oft beschriebenen Akten in anderen Gemeinden völlig glich, verbietet der Raum zu geben. Redakt.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Oktober. Angekommen: Die Juden in Oesterreich. Vom Standpunkte der Geschichte, des Rechts und des Staatsvortheils. In drei Büchern. Leipzig, 1842. Dieses mit vielem Fleiße und großer Gründlichkeit verfaßte Werk löst seine Aufgabe in der befriedigendsten Weise. Allerdings hat das Ganze noch mehr die Tendenz, auf die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten zu dringen, als über deren wirkliche Zustande zu reseriren; jedennoch sind auch alle Raisonnements so sehr auf Thatsachen gestützt, daß sie sich mit diesen identifiziren. Die Einleitung hebt mit der Bemerkung an: „So drangvoll sich auch die Schicksale der Juden ergaben^ dennoch gab es beinah zu allen Zeiten Fürsten und geistliche Oberhirten, und in den neuesten auch Nationen und unsterbliche Schriftsteller, welche als deren Beschützer und Fürsprecher hervorragen, und leuchten uns unter dieser gerade die herrlichsten Namen entgegen, welche das Menschengeschlecht zu seiner Ehre aufzuweisen hat, während unter der Reihe der Verfolger der Juden verhältnismäßig sich nur sehr wenige befinden, welchen die Nachwelt ähnliche Denkmale gesetzt hat." Der Vers, geht nun bis Nebukadnezar hinunter, diese Bemerkung zu bewahrheiten. Das erste Buch bespricht die Juden in Oesterreich vom Stadpunkte der Geschichte, wobei wir bemerken, daß hier nur von den deutschen Landern Oesterreichs die Rede ist, die ungarischen und italienischen bei Seite gelassen werden. Die Geschichte der Juden in diesen Ländern beginnt mit Karl dem Großen, und ihre Verhältnisse, wie sie zu „kaiserlichen Kammerknechten" wurden, und was dies bedeutete, wird klar auseinandergesitzt. Ihre höchst günstigen Rechtsverhältnisse stellt die älteste Urkunde vom Herzog Friedrich 1244 fest und wird erwiesen, daß dieselben durch zwei Jahrhunderte streng aufrecht erhalten wurden. Auch herzogliche Beamte^ sogar Kammergrafen waren Juden, und wiederholt wurden hart bestraft, die sich Unbille gegen Juden ertaubten. Als aber mit dem Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts dennoch auch hier die Verfolgungen begannen, da thut der Verf. den Satz dar: „So gegründet auch immer manche Beschuldigungen gegen einzelne Juden sein mochten, die Masse hat nie Veranlassung zu Schritten gegeben, welche ihre wohlerworbenen Rechte vernichteten und sie mit Raub und Mord verfolgten." — „Um eigne materielle Interessen zu fördern, waren Raub und Beschränkung nothwendig; um gemeine Gewinnsucht und willkürliche Erpressungen zu decken, mußte der Fanatismus zu Hülfe gerufen werden! Darauf basirt wohl zunächst die geheime Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich." — Ausführlich und klar deduzirt der Verf., wie alle Judenverfolgungen von den Städten ausgegangen. Jetzt Huben die Hostien- und Pestgefchichten an, die 1421 ihren Höhenpunkt erreichten. Von da an ist die Geschichte der Juden in Oesterreich bis in die Tage Josephs II. nichts als eine Reihe von Versuchen auf ihrer Seite, sich wieder festzusetzen, und fürsilicher Zugeständnisse, die bald wieder beschränkt und zurückgenommen werden. Die erste Judenordnung erließ wieder Ferdinand I. 1528. Im Jahre 16y£ die bekannte Judenvertreibung. Endlich erschien 1782 das Toleranzpatent. Das klar bewiesene Resultat ist: „daß die Juden in Oesterreich wohlerworbene Rechte und Freiheiten, die sie in sogenannten finsteren Jahrhunderten besaßen und in dem jetzigen noch nicht wieder erlangten, keineswegs ver- 43