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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-22 · Heft 43 (22.10.1842) · p. Seite 631

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 43 (22.10.1842)
Date
1842-10-22
Page
Seite 631 (sequence 3)
Language
German
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631 fasset jenes Aufsatzes sagt: Gott habe durch Moses den Grundsatz aufgestellt: „Liebe deinen Nächsten, den Israeliten, und hasse deinen Feind, den Nicht- Israeliten." Und ich erwievcre ihm hiermit öffentlich: daß diese Behauptung ganz unchristlich, grundfalsch und eine tückische Lüge sei. — Gott hat durch Moses nie jenen Grundsatz ausgesprochen, konnte auch nichts derart sagen. Denn wenn es im vierten Buch Moses, Kap. 23, v. 19 heißt: Gott ist nicht wie ein Mensch, daß er lüge, auch nicht wie eines Menschen Sohn, daß ihn etwas gcreue; und es im fünften Buch Moses, Kap. 4, v. 2 lautet: Ihr werdet nichts hinzufügen zu dem Worte, das ich euch befehle, und ihr sollet davon nichts hinwegnehmen, bewahret die Befehle eures Gottes, wie ich sie euch lehre; wenn die Jnsallibilität des alten Testaments als unerschütterliches Glaubensdogma und Grundfeste auch der christlichen Religion von jedem guten orthodoxen Christen anerkannt werden muß; so konnte Gott im alten Testament nicht anders wie im neuen sprechen. Zudem heißt die fragliche Stelle im alten Testament (3. Buch Moses Kap. 19 v. 18) ganz einfach: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst," und weder vom Feind noch vom Nicht-Israeliten ist in ihr die Rede. Daß man übrigens dem Feinde Hilfe, Unterstützung und Liebe gewähren müsse, hat Gott durch Moses im alten Testament schon in einer viel frühern Bibelstelle im 2. Buch Moses Kap. 23 v. 5 deutlich ausgesprochen. — Daß diese Erklärung gut christkatholisch sei, verbürgt das Zeugniß eines der gelehrtesten und würdigsten katholischen Geistlichen, des scharfsinnigen und frommen Le Roux Pfarrer's zu Andeville. Dieser sagt ganz deutlich in seinem berühmten Werke: ln Concorde des quatre Evangelistes, et Explication des plus importautes difficultes de l’Evaugile Paris 1699 pag. 495 in Bezug auf den 43sten Vers Kap. 5. St. Matth. „La loi (aucienue) ne pennettait pas de hai'r ses eunemis, au contraire eile le defemlait, et eile ordonnait meine qu’on les secourut quaud l’occasion s’en presenterait. (2 livre de Moise Cliap. 23. v. 4, 5). Die reinste und innigste Menschenliebe, ohne Unterschied der Nation und des Glaubens, war übrigens bei den Israeliten stets als das heiligste Gesetz in der Bibel anerkannt, wie sich dieß klar aus dem Spruche des größten aller israelitischen Schriftgelehrten, des weisen Hillel ergibt. Als diesen ein Heide aufforderte; er solle ihn mit wenigen Worten den ganzen Inhalt des alten Testaments lehren. — Da sprach der Rabbi nach kurzem Bedenken: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, dieß ist der wesentlichste Inhalt unserer ganzen Gottes Lehre." So ist es nun vollkommen erwiesen, daß dem Israeliten, eben so wie dem Christen, die Nächstenliebe ein heiliges Gesetz ist, und der Verfasser jenes Aufsatzes mag für sich und seine Nachkommen die vollkommenste Beruhigung hegen, daß die israelitischen Acrzte dieses Kardinalgesetz ihrer Religion: die Nächsten- und Feindesliebe, auch ferner stets mit Aufopferung und Uneigennützigkeit üben werden, wie sic es durch volle achtzehn hundert Jahre trotz aller erlittener Unbill geübt haben. Um aber zugleich jenen Verfasser und dessen Nachkommen, und alle, die seine menschenfeindlichen Gesinnungen und den unchristlichen Haß in Bezug auf die Israeliten thcilen sollten, noch stärker, kräftiger und eindringlicher zu beruhigen; will ich hierüber das eben so schöne als wahre und ehrende Zeugniß eines der gelehrtesten und würdigsten katholischen Geistlichen, des weltberühmten Abate Don Giovanni Andres sorio (leiht R. Academia di Mantova wörtlich anführen. — „La „pratica (leiht liiedicina rabbinica lu per molto tempo „tenuta in grau credito. I medici ebrei erano con- „sullati ed adoperati da inolti, singolarmente da’ „magnati e da’ principi e chiamati cou molt’ onore „nelle Cord degli stessi nionarchi cristiaui. Mai- „monide, per lasciarne inolti altri, fit domamlato dal „re di l'raucia SauLuigi; 1’ imperatore dell’ Oriente „aveva per suo rnedico un’ ebreo, tenuto in niolta „considerazione, il re di Casdglia Dou Ferdi- „nando IT. e molt’ altri re di Francia e di Spagna „e d’altre nazioni cristiane ricercavauo per loro me- „dici gliebrei; i pwpi stessi e gl’ imperadori lianuo „avuto per longo tempo a medici pontilicj ed im- „periali i prolessori dell’ ebraismo; e tanto iuvalse, „e du io tanto questo Concetto dell’ ebraica medic.iua, „che anior nel secolo decimosesto, quando era gia „quella geilte sbaudita da molte jirovincie, il re di „Francia Francesco I. afllilto di una iunga e nojosa „malattia non seppe trovare altro mezzo di scamparne, „che ricorrere a’ medici ebrei, e posteriormente il „papa Giulio III. ebbe per Archiatro un ebreo Theodor« de’ Sacerdoti“ ....

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