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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-22 · Heft 43 (22.10.1842) · p. Seite 630

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 43 (22.10.1842)
Date
1842-10-22
Page
Seite 630 (sequence 2)
Language
German
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680 bitur. . . . uerjuc negari potest, quin multi io Haly Abbate öccurraut loci iis plane similes, qui a Rhaze nddücuntnr sub Tsaaci nomine.pag. 148 et 149 Ac Benjaimnus e Tudela cum a puregrinatifmibus per maximani totius tune cogniti orbis partein circa A. D. 1185 rediisset, mnltos inter Judaeorum populum medicos fuisse ait, qui, baml modo inter tribules suos Artcm exercuerunt, sed inter Mau ros etiam et Christi nnos;.medicosque isti religioni (Judaeorum) addictos in principis fere cujusque Aula stipendiis fuisse auctos .... Duos a[»ud se medicos Judaeos Iiabuit Carolus Magnus, Farraguthum et ßuhahvliham Bengestam, qui hujus imperatoris jtissu, librum composuerunt „Tacuin“ sive tabulas sanitaiis dictum .... Ac speciatim circa decimi saeculi finem, Judaeiemn arabicum um nein eruditionem tenerent, principes in Europa medici luernnt, .... atque eos etiam aliqui Papae apud se praemiis detinuerunt.Ex quo tempore mos apud llebraeos invaluit, ut multi ex iis ad medicam professionem animum adjungerent.] Damals, im zwölften Jahrhundert, lebte und wirkte auch der Rabbi Moses Wen Maimon, der Leibarzt des ägyptischen Sultan's Malich el Hadul. Dieser große und noch unerreichte Arzt und Philosoph aller Zeiten*), der Freund und Schüler des Averroes, der Kommentator des Avicenna, der Verfasser scharfsinniger medizinischer Aphorismen, in welchen die meisten Galenischen Jrrthümer berichtiget wurden, dann eines Traktat's über Makrobiotik, der in alle gebildeten Sprachen übersetzt wurde und vieler anderer medizinischen Schriften — gibt zugleich den schlagendsten Beweis, wie innig das Studium des mosaischen Gesetzes mit der Medizin verwandt sei. Denn derselbe Maimonides, der die dreizehn Glaubensartikel oder das israelitische Credo aus den mo- ,Ia<\ Brücker Ifistoria critica Philusopliiae Lipsiae 742. Tom. 2. pag. 859. Fuisse Maimonidem viruin longo dociissimuni. et in omni miditionis genero versatissimum. et commune dnetorum omnium siilTragium, el elogia mtalim ei a Cliristianis tribula ovincunt. atque scri- }»tonim ejus Catalngus demnnstrat. Fsus est linguis Ara» bica, ( haldaica, Ifebraica, Turcioa. medica et (iiaeca. ln 1 alimnlicis ad miraciiluni erat vei satus. Matlmnatiearum scientianim tioiiiiam liabuit egregiam el in artis salutaris praeceptionibus expericnlia ulebalur felicissinia et usu valebat quotidiam». falschen Lehren abstrahirte, die bis auf den heutigen Tag als Glaubensdogma von allen Israeliten anerkannt werden, derselbe Maimonides, der in seinem unsterblichen Werke „Jad chasaka" mit tiefster Penetration den Geist der talmudischen Satzungen erklärte und mit logischer Schärfe systematisch ordnete; so daß die israelitischen Gelehrten von ihm sagten: „Von Moses dem ersten Gesetzgeber bis Moses Maimonides gab es keinen klarer» Denker — war zugleich einer der glücklichsten und beschäftigsten praktischen Aerzte. Das Beispiel des Maimonides ermuthigte nun und begeisterte alle spateren israelitischen Gelehrten, von welchen die meisten sich der praktischen Medizin widmeten. Hierher gehören s) die unsterblichen Aden Esra und Aden Tibbon (fast gleichzeitig mit Maimonides), dann Rabbi Levi Ben Gerson zu Perpignan ir vierzehnten Jahrhundert, so wie der Leibarzt des Königs von Spanien Rabbi Meir Alguadesch, und die beiden Professoren der Medizin zu Padua Rabbi Elias de Eandia und N. Abraham de Balmis im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert, ferner die unsterblichen N. Jsak Orobius, Salomo dcl Medico, Tzahalon u. s. w., die im siebzehnten Jahrhundert die Medizin zu Amsterdam und Ferrara öffentlich lehrten, und endlich die unzähligen, berühmten israelitischen Aerzte der neuen und neuesten Zeit. In der That wenn man ähnliche Stellen in den klassischen Werken des Joh. Friend und Jacob Brücker liest, sollte man versucht werden, den Satz umzukchrcn, und zu behaupten: die Israeliten seien denn doch gar nicht zum Handel geeignet, weil sie sich seit Jahrtausenden mit der Medizin beschäftigten, weil ihr Glaubensgesetz sie auf die Medizin verweist u. s. w. In dieser Schlußweise läge wenigstens eben so viel Logik und historische Kenntniß als in der Behauptung des Verfassers jenes Aufsatzes. — Man kann cs jedoch jenem gelehrten Verfasser verzeihen, wenn er all' diese schönen und wichtigen historischen Thatsachen nicht wußte. Aber es muß mich ebenso wie jeden orthodoxen Christen verletzen, wenn die Unwissenheit so frech wird, daß sie sich entblödet, Gottes heiliges ewiges Wort im > Munde Moses zu verfälschen, zu lästern und zu mißdeuten. — Der Vcr- *) -Jac. liruekiT Hisl. cri(. l’liilos. Tom. 2. pag. 854.

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