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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-15 · Heft 42 (15.10.1842) · p. Seite 624

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 42 (15.10.1842)
Date
1842-10-15
Page
Seite 624 (sequence 8)
Language
German
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624 durch die lange Reihe israelitischer Doktoren, von den Abot, Tanaim, Amoraim, Seburim bis zu den Geonim und Rabbinen erörtert und besprochen wurden. Und wenn auch manches Paradoxe der Wahrheit im Talmud beigcmengt ist, so suche man darin nur das Gepräge des Zeitgeistes; zumal der Talmud während der furchtbarsten Bürgerkriege unter den letzten Makkabäern, während der unglückseligen Religionsspaltungen zwischen den Pharisäern, Sadducäern, Essenern u. s. w., und um die Zeit der Einmischung römischer Feldherren in die israelitische Staatsverwaltung begonnen — und mitten in der allgemeinen Verworrenheit der Völkerwanderung und der fanatischen Stürme der Mohamedaner vollendet wurde. Etwa hundert fünfzig Jahre nach Mohamed finden wir die Anfänge der arabischen Medizin, und es war der israelitische Arzt Maserjawaihus, der das erste arabisch-medizinische Werk im Jahre 683 schrieb. Auch ist es noch unentschieden ob das größte und vollständigste arabische Werk über Medizin, das im Jahre 980 erschien, den Haly Abbas oder den Israeliten Isaak zum Verfasser habe. Immerhin aber stimmen alle Gelehrten damit überein, daß gegen Ende des zehnten Jahrhunderts die meisten und vorzüglichsten Aerzte in ganz Europa durchaus Israeliten waren. (Schluß folgt.) Deutschland. Hildes heim, Ende September. (Privatmitth.) Die Berichte, welche uns über das Wirken der jüdischen Schulen im Königreich Hannover aus allen Landesthcilen gebracht werden, sind zwar in so fern erfreulich, als sie den Fortschritt bekunden und da Licht und Wärme zeigen, wo sonst, ja noch vor einigen Jahrzehnden alles in Schatten und Frost verkümmerte; allein so weit sind wir doch wol noch nicht gekommen, daß der hiesige jüdische Volksunterricht allseitig seinem Zweck entspräche, oder doch mit dem christlichen, (der freilich auch noch hier und da hinket,) überall stichhaltig wäre. Es ist dies sonder Zweifel begründet in der Erziehung und dem Unterricht, welcher unfern Volksschullehrern zu Theil wird, der, wie bekannt, ganz dem Zufall anheimgestellt ist, indem wir einer Bildungsanstalt für unsre Jugendehrer gänzlich entbehren und somit eine planmäßige Ausbildung eines jüdischen Volksschullehrers in Hannover eben so selten gefunden wird, als sie den Umständen nach erwartet werden kann. Wenn nun im Schulwesen, und namentlich im Volksunterricht der Maßstab zur Erkennung der gesammten Volksbildung gegeben ist; wenn in ihm das Heil der Zukunft liegt und er so ganz geeignet ist, das Gerede unsrer Gegner, wenn auch nur allgemach, doch sicher zu Boden zu schlagen; wenn uns das Wohl der Kinder, die noch immer bösen Tagen entgegen gehen und noch lange entgegen gehen werden, am Herzen liegt; so müssen wir auf die Mittel bedacht sein, welche geeignet sind, den jüdischen Volksunterricht im Königreich Hannover auf eine andre, segensreichere Bahn zu leiten. Das radikalste Mittel wird unzweifelhaft durch die Einrichtung ,^.ines jüdischen Schullehrer-Seminars für das Königreich Hannover geboten. Es würde ein solches vor allen einen heilsamen Einfluß üben sowol aus den Religionsunterricht, der an vielen Orten noch im Argen liegt, als auch auf die Erlernung der hebräischen Sprache, die doch einmal festgehalten wird, und, so lange unser Gottesdienst sich an die heilige Sprache lehnt, sestgehalten werden muß. So lange noch den Kleinen nichts geboten wird, als die flüchtige Lesung biblischer Historien, (deren hoher praktischer Werth für die Schule hierdurch keineswegs in Zweifel gezogen werden soll;) oder ein todtcs Auswendiglernen religiöser und moralischer, die Fassungskraft der Kinder zumeist übersteigender Diktate; so lange dem Zögling der Volksschule das Hebräische auf die alte, erbärmliche Weise inokulirt wird, können wir nicht erwarten, daß die Schule dem jungen Anwuchs das gewähre, worin unser größtes Heil zu suchen, — eine Anleitung zu einer allseitigen Kenntniß unsrer Religion, einen festen Boden für den Gottesglauben, auf den wir in allen Lagen und Fährlichkeiten des Lebens bauen können, verbunden mit einem richtigen Verständniß wenn auch nur der gesetzlich recipirten hebr. Gebete. Ein seminaristisch gebildeter Lehrer geht, namentlich bei Ertheilung des Religionsunterrichts, den einzig richtigen Weg der Katcchisation, die, indem sie alles aus den Kindern herausfragt und das Eine aus dem Andern durch zweckdienliche llebcrgänge folgert, nicht nur die Aufmerksamkeit überall wach erhält und den Verstand

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