Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1842)
- Date
- 1842-10-15
- Page
- Seite 621 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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621 gegen die Landessitte die Jungfrauen mit ihren Müttern zahlreich sich einfanden, wozu freilich auch beigetragen haben mag, daß der Prediger in italienischer Sprache ein deutscher Rabbiner war. Herrn Traub wurde bei einem glänzenden Mahle, das Herr Mendel theils als 'ist» Siyo, theils wegen des 22b am ersten Tage des rfh gab, und wobei auch des Bibelwortes 'm m:?a mböi nicht vergessen ward, eine werthvolle Diamantnadel auf eine sehr ehrende Weise überreicht. Auch wurde ihm die Ehre zu Theil, von den bei der Einweihung anwesend gewesenen k. k. Staatsbeamten manches Liebeswort als Anerkennung gespendet zu bekommen. Zum Schlüsse nur noch einige Zeilen. Obwol eingedenk des rabbinischen 2!ra°i“OT tn Di-piasia, wollen wir doch gern in diesen Gedenktafeln des Fortschrittes zum Guten und "Frommen ein Erinnerungswort an Herrn Mendel aufzeichnen, und zwar dasselbe, das der Prediger an ihn gerichtet hat, als er von der Form des Gotteshauses sprach, lanpa •’b rvwi —: Voi, religioso conlratello, nou avete nulla rispariniato lieü’ inalzare questo siiperbo tempio, voi avete spesso il bene che la suprema Providenza vi elargi pel piu nobile scopo, per uno scopo che portera il vostro nome in onoranza ai tempi futuri; voi qui andre avete contemporaneamente dedicato due santi libri, ne’ quali s’iusegnano i doveri della l’ede e dell’ amore, i doveri che ci legano all’ Imperatore, alla patria ed a tritt! gli nomini senza differenza di rcligione. In nome di qucsta nobile adnnanza io ve ne porto i ringraziamenti del euere. Voglia lddio ricompensarvi per questa lilantropica e religiosa azione cou nna lunga etä, e con piaceri sodi e veraci in terra ed in cielo. Padua, 22. September. (Eingesandt.) Ich erlaube mir, Ihnen anbei einen Artikel einzusenden, dessen Abdruck in der A. Z. d. I. sehr wünschenswerth ist, wenn auch der Gegenstand bereits anfängt beseitigt zu sein. Er ist aus der Feder eines sehr tüchtigen Arztes unsres Glaubens geflossen"). 8. 1). Lzz. e) Wir haben in No. 39 die Mittheilung des Aufsatzes des Herrn De. Mannheimer versprochen, die aber aus Gründen, die nicht in unsrer Macht zu beseitigen stehen, unterbleiben muß. Dennoch kann die In einem Zeitalter, in welchem sämmtliche medizinischen Disziplinen dem höchsten Glanzpunkt ihrer Aufklärung nachstreben, und deßhalb die ärztlichen Zeitschriften immer Stoff im Ueberfluß hätten, wollten sie nur all' diese schönen Forschungen nach Wahrheit in ihren Blättern besprechen; muß es jeden würdigen Arzt auf das schmerzlichste berühren, wenn die Redaktion der Wiener medizinischen Annalen nicht Anstand nahm, einem Artikel Raum zu geben, der, ohne alles scientisische Interesse, bloß auf die Unterdrückung und Verunglimpfung einer seit zwei Jahrtausenden im unverschuldeten Unglück schmachtenden Nation hinzielt, und die Beschränkung des einzigen wissenschaftlichen Berufes, welcher dieser Nation in den österreichischen Staaten, durch die Allerhöchste Gnade des Verewigten Kaisers Joseph II., gestattet wurde, in Antrag stellt. (Mez. Jahrb. 1842 Heft Juli.) Der Verfasser jenes Aussatzes sagt: „Man müsse „die Israeliten von Physikaren und Protomedikaten, „vom Besitz den Apotheken rc. ausschließen, auf daß „wir Christen und unsere Nachkommen nicht die „schlechten Früchte der Philanthropie zu ernten ha- „ben; auch solle die Zahl der israelitischen Aerzte „das Verhältniß der Bevölkerung dieser Nation „nicht übersteigen, und man solle sie zur ärztlichen „Praxis bei Christen nicht zulasten: — weil die Israeliten ein eigennütziges handeltreibendes Volk sind; „weil sie der Charlatanerie Vorschub leisten; weil sie „Parasiten am Baume der Arzneiwisscnschaft sind; „weil Moses den Glaubensgrundsatz aufstellte: „Liebe „deinen Nächsten den Israeliten, und hasse deinen „Feind den Nicht-Israeliten, wodurch die Israeliten „in schroffen Gegensatz gegen die andern Völker ka- „men, und im Einklänge hiermit von der weisen „österreichischen (sie!) Staatsregierung von allen „öffentlichen Civilämtern, ja selbst von allen bürger- „lichen Gewerben ausgeschlossen sind." Sollte man nicht vor allem den Schreiber solch absurder Beweise in das Collegium logicum schicken, damit er sich dort, wie jener Schüler im Göthe'schen Faust, der alles wissen wollte, früher den Verstand besser dressiren lasse, bevor er ihm zu einem solchen Räsonnement flügge werde? Kann nicht ein Kauf- Allg. Zeit. d.Judenth. in dieser Angelegenheit nicht ganz stillschweigcn, und wir stehen deshalb um so weniger an, den folgenden Aufsatz zu geben. Redakt.