Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1842)
- Date
- 1842-10-15
- Page
- Seite 619 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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619 auch sehr auf Ihren Beistand rechne. In Amerika steht, wie es Ihnen nicht unbekannt ist, unsere Religion noch auf sehr niederer Stufe der Entwickelung. Die Anzahl der jüdischen Bewohner unter einem Wolke von 18 Millionen Seelen ist kaum 20,000, die auf einer Oberfläche, größer denn halb Europa, vertheilt sind. Dabei bestehen unsere Glaubensgenossen hier zu Lande aus Leuten aller Art, da ein jedes Land sein Kontingent gestellt, um die jüdische Bevölkerung Nordamerika's zu bilden. Es liegt daher nichts Sonderbares darin, daß die Religion unter ihnen wenige eifrige Anhänger findet, sondern vielmehr darin, daß unter so vielen mißlichen Umständen überhaupt noch Etwas davon übergeblieben. Man hat nun mancherlei Vorschläge gemacht?, diesem üblen Zustande abzuhelfen, das Schroffe abzuschleifen, aber eines der wesentlichsten Mittel ist ein Zeitblatt zu schaffen, welches die Wahrheiten unsrer Religion von Neuem und mit Kraft in's Bewußtsein ruft, sie lehrt und überallhin verbreitet. Ich kann sagen, daß der hier beigefügte Prospektus bereits so vielen Anklang gefunden, daß das Unternehmen materiell begründet ist. Das Blatt soll halbmonatlich zu 14 Bogen unter dem Titel „tl»o Occidont a„d Americain Jewish Advocate“ erscheinen. Der Inhalt des Blattes soll sein: die neuesten Nachrichten, jeder Art, die sich auf Juden beziehen, Uebersicht der neuesten Werke, Auszüge aus älteren Schriften, Originalartikel über religiöse Gegenstände, Gedichte religiöser Tendenz, Predigten. Preis: drei Dollar jährlich. Jsaac Leeser. Großbritannien. London, 16. September. (Voice of Jac.) In unsrer letzten Nummer machten wir unsre Leser aufmerksam auf einen Bericht in der „Augsburger Mg. Zeitung," welcher die Juden der Theilnahme an der Fälschung der Schatzkammerscheine zeiht; unserm Versprechen gemäß, kommen wir auf diesen Bericht jetzt zurück. Wenn allein hingestellt worden, daß sein können, da die Juden eben so wenig sicher sind, daß ein schlechter Kerl zu ihrer Glaubensgenoffenschaft gehören kann, wie die Christen. Die Intention deS boshaften Berichterstatters, wenn auch mehr angedeutet als ausgesprochen, ist aber offenbar, die Juden mit dieser berüchtigten Angelegenheit in Verbindung zu bringen, und sie dadurch in der öffentlichen Achtung herunterzusetzen. Hätte nun der Bericht seinen Weg in den Englischen Journalen gefunden, so würde er hier zu Lande, wo alle Umstände in Betreff dieses Betruges völlig bekannt sind, unschädlich gewesen sein: aber er ist darauf berechnet, die Juden in der öffentlichen Meinung in den zahlreichen Gegenden zu verdächtigen, wo die Englischen Blätter verboten sind, oder wenig gelesen werden; und dies scheint die Absicht des Schreibers dieses Artikels gewesen zu sein. Da es nun jetzt eine Zeit ist, in der in verschiedenen Thcilen des Festlandes verschiedene Umstände Zusammentreffen, die systematische Unterdrückung der Juden zu fördern, und da, bei ihren Kämpfen für ihre Rechte, die Juden am meisten auf den mächtigen Beistand des Beschützers zu rechnen haben, der niemals verfehlt am Ende der Partei den Sieg zu geben, auf deren Seite er steht, ich meine die öffentliche Meinung, so können wir nur auf diese zu wirken suchen. Wir geben daher zuerst unsren Glaubensgenossen in Deutschland die Einzelheiten dieser Angelegenheit, aus den besten Autoritäten ausgezogen, so daß in der gedachten Zeitung die falschen Angaben berichtigt werden können, und bezeichnen zweitens im Angesichte Europa's den Verfasser jenes Artikels für einen böswilligen Verleumder, der sich nicht entblödet, offenbare Falschheiten zu schmieden, um seine verächtlichen Absichten zu erreichen. Beaumont Smith, erster Sekretär im Schatzkammerschein-Amte, beging den Betrug; er war in Geldverlegenheiten verfallen, und mißbrauchte, um sich denselben zu entziehen, die in diesem Amte vorkommende günstigste Gelegenheit, und ein loses System der Oberaufsicht, die Unterschrift des Kontrol- Rapallo ein Jude wäre, so hätten wir dies denj leurs der Schatzkammer zu fabriziren auf einem annoch, obschon der Falschheit dieser Angabe gewiß, > derweitig richtigen Dokumente: diesen Schein legte es mehr als eine Unaufmerksamkeit, als eine Bos- ■ er bei einem Italiener (keinem Juden, sondern heit von Seiten des Berichterstatters betrachtend,! einem Christen,) als Pfand nieder, in der Absicht mit Stillschweigen übergangen, in Betracht, daß, j wahrscheinlich, ihn wieder auszulüscn. Der Jtaliewenn auch Rapallo kein Jude ist, er es doch hätte , ner entdeckte, wie man sagt, den Betrug, und, auf