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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-08 · Heft 41 (8.10.1842) · p. Seite 615

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 41 (8.10.1842)
Date
1842-10-08
Page
Seite 615 (sequence 15)
Language
German
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615 lich bekannten Tableaux mit bedeutenden Kosten anfertigen ließ, um so seine hohe Verehrung für den allverehrten Landesvater zu bethätigen. Des Propheten Worte: „Ist es Zeit für euch, in eueren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus zerstört liegt?" verfehlten auf Herrn Mendels Herz ihre Wirkung nicht, und er ließ ganz auS eigenen Mitteln in einem von ihm erbaueten neuen Hause einen geschmack- und prachtvollen Tempel — temjiio, oratorio — erbauen, schmückte ihn auch innerlich durch splendide Einrichtung aus, und stiftete noch gleichzeitig für denselben zwei 'Tin "nsD, so daß die hiesigen Israeliten gegenwärtig fünf heilige Gesetzesrollen besitzen. Der Tag der Einweihung dieses Gotteshauses, das den Namen Mendel'sches Oratorium führt, war der 4te d. Mts. n"-,s. — Die fünf Sefari'«: wurden am frühen Morgen nach dem Gottesdienste im alten Betlokale in Wagen unter gebührender Begleitung und nach Vorschrift 2bn 15:2 pro in das Ankleidezimmer des neuen Tempels gebracht. Die Einweihungsfeier begann nach fünf Uhr, vor dem 2^2^»-Gebete; nn:» 'on wurde'"rrro verrichtet. Nachdem die Räume des hellcrleuchteten Tempels sich gefüllt hatten, zu dessen Besuche Einlaßkarten verabfolgt wurden, öffneten sich die Flügelthüren desselben, ein von dem jüdischen Gesanglehrer Herrn Giacomo Treves dahier eingeübtes Quartett sang kräftig ein Hallelujah, die zwei Vorsteher traten mit zwei brennenden weißen Wachskerzen in den Tempel, ihnen folgte der mit der Einweihung beauftragte Geistliche, Herr Rabbinats-Kandidat L. Traub aus Baiern, im Ornate eines baier'schen Rabbinen, mit einem der ncugestisteten STaa im Arme, ihm zur Linken der ",rn in einem dem paduanischen Vorsänger-Ornate ähnlichen Talare mit der Bibel ss:n, dann Herr Mendel und andere drei Synagogenmitglieder mit den übrigen vier Gesetzesrollcn, und den Schluß bildeten zwei Söhne des Stifters mit brennenden weißen Wachskerzen. Auf dem pn angelangt, sprach der Geistliche in passender Melodie i2ü n», dann der Vorsänger einen Weihpsalm, nach dessen Beendigung Herr Traub '121 »aas, '12: 'bx *ins und '121 ibn: nach der Gesangsweise des Wiener Tempels vortrug. Unter Psalmsang vom Vorsänger und dem Quartette wurden nun die üblichen riivpn gemacht. Nach der letzten iiLpn stellte sich der Zug vor dem n'k auf, hier allgemein ba*^ genannt, wo der Vorsänger den 24sten Psalm bis zum siebenten Verse absang. Herr Traub sprach dann den siebenten Vers '121 18Ä, der Stifter zog den Vorhang des zur Seite, und als jener den neunten '121 inib sprach, öffnete Herr Mendel die Thüren des Hechals, betete beim Empfange des ersten Sefers irntva und verrichtete unter Hallelujah- Gesang des Quartetts die nv:2N sämmtlicher ütbö. — Als sich alle bei den nwpn betheiligten Personen an ihren Ort begeben hatten, trat Herr Traub auf die erste Stufe des noch offengestandenen Hechals, und verrichtete in tiefster Rührung, jedoch mit vernehmbarer Stimme, ein Weihegebet in hebräischer Sprache, das auf alle Anwesenden, theils wegen des sichtbar gewesenen Ergriffenseins des Geistlichen, theils wegen der dabei herrschenden Stille den größten Eindruck machte, so daß durch dasselbe die ganze Versammlung in eine Andacht versetzt wurde, wie sie beim öffentlichen Gottesdienste nicht immer zu erzielen ist. Nach der nTJö wurde die erste Hälfte des bTP, die Prädikate Gottes enthaltend, vom Quartette vorgetragen, zu dessen Ende Herr Traub die Kanzel bestieg, ein Weihegebet in italienischer Sprache verrichtete, und dann die Predigt über Erod. 25, 8. hielt, und zwar ebenfalls in italienischer Sprache. (Schluß folgt.) Deutschland. Hamburg, 19. September. (Privatmitth.) Bei nächster Bürgerschaft wird die freie Acquisition der Grundstücke durch Juden innerhalb der ganzen Stadt Vorkommen. Türkei. Konstantinopel, 31. August. Ueber den Streithandel, der in No. 38 in einer Privatmittheilung besprochen worden, enlhällt die Allg. Zeit, folgenden Bericht: Der armenische Patriarch und der israelitische Oberrabbiner sind im heftigen Streit gegen einander, und wie gewöhnlich muß das Volk, wenn sich die Großen streiten, die Zeche bezahlen. Die Veranlassung dazu ist die angebliche,

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