Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1842)
- Date
- 1842-10-08
- Page
- Seite 614 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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614 zur Unterhaltung dieser heilsamen Institution bei. Dank den Ermahnungen des Herrn Groß-Rabbinen haben sich die von ihm besuchten Gemeinden daran betheiligt, und jährlich 500 Fr. unterzeichnet. Ohne Zweifel werden die anderen Gemeinden nicht zurückstehen." Schweden und Norwegen. Stockholm, 12. September. Berichte aus Christiania vom 9ten melden, daß im Storthing Wergeland's Antrag, die Erlaubniß für Juden, sich > in Norwegen aufhalten zu dürfen, betreffend, verworfen worden ist. Allerdings haben 51 für und nur 43 gegen die Proposition gestimmt; da der Antrag aber eine Veränderung im Grundgesetz betrifft, so wird eine Majorität von l Stimmen zur Annahme erfordert. Italien. Mailand, 8. Sept. (Privatmitth.) Mit diesen Zeilen beabsichtigen wir nur, Sie zu benachrichtigen, daß der Antritt unseres diesjährigen Synagogenjahres für die hiesigen Israeliten, so wie für alle Freunde des Guten und Frommen nicht ohne besondere Wichtigkeit war, uns vorbehaltend, nächstens ausführliche Mittheilungen zu machen. Ohne für jetzt auf die Geschichte der hiesigen Israeliten in früheren Zeiten zurückzugehen, bemerken wir nur, daß dieselben schon seit Jahrhunderten keine Synagoge, kein der Anbetung Gottes geweihetes Haus, und bis zum Schluffe letzten Synagogenjahres nnr einen ambulatorischen Gottesdienst hatten, der Heiligkeit Gottes und der Ehre des Menschen ganz unwürdig. Wenn es unter solchen Umständen noch der zerstreuten Heerde an einem Hirten fehlt, wenn bei solchen mißlichen Verhältnissen an die Leidenden kein Wort des Trostes und an die Fröhlichen keine Ermahnung zum Danke gerichtet wird, wenn noch obendrein die liebe Jugend, für die ohnehin das Haus keine praktische Religionsschule mehr ist, ohne allen Religionsunterricht erzogen wird, da ist es kein Wunder, wenn die Muthigsten muthlos, die Zaghaften zaghafter, die Lauen lauer werden und die sen, daß diese nur von der Gemeinde-Kaffe gegeben werden, wahrend die einzelnen Israeliten des Deport, jährlich mehr als 4000 Fr. subskribirt haben. Anm. des Eorresp. der A. Z. d. I. Verirrten von der Bahn des Heils sich immer mehr entfernen, mit einem Worte, wenn die Finsterniß über das Licht siegt. Die bis in die letzten 'zwei Dezennien noch bestandenen zwei Haussynagogen eine nach spanischem Ritus, sind endlich in eine verschmolzen, in der weder spanischer, noch italienischer oder deutscher bestanden hat, sondern ein unhomogenisches Gemisch, das auf den Sachkenner und Gläubiger den unangenehmsten Eindruck machen mußte. Daß an die Alten und an die Jungen kein Wort der ewigen Lehre Gottes in der Landessprache gerichtet wurde, dieß zu bemerken, ist fast überflüssig. Der privatim ertheilte Religionsunterricht beschränkte sich auf ein wenig Hebräisch-Lesen; an einem geordneten Religionsunterrichte und an einem richtigen Uebersetzen und Erklären unserer heiligen Schriften dachte Niemand, nM ausnahmsweise in den Häusern einiger Reichen; die Kinder mancher Armen lernten nicht einmal das aaw lesen. Ein Grund mehr, warum endlich der Besuch der Betstunden immer mehr vernachlässigt wurde, warum der Gottesdienst aus Sabbat-, Fest- und Bußtage sich beschränkte, und weshalb an die Stelle des lebensfrischen heiligen Glaubens ein Fäulniß verbreitender Jndiffcrentismus getreten ist, über dessen schädliche Folgen der Richter im Himmel in diesen Tagen des Gerichtes das iei-p aussprechen möchte. Wir wollen hier nicht anklagen, nicht verdammen, weder über die ■'“nü:, noch über die «mp ■’avitt sprechen, sondern blos, von allem Persönlichen frei, hiemit den Wunsch äußern, daß mit diesem neuen Jahre für unsere hiesigen israelitischen Glaubensbrüder eine glückliche Epoche in ihrem Synagogen- und häuslichen Leben eingctreten sein möchte, die von dem zu erwartenden “laarart bv-OT bsmn yp bv bab ins richtig verstanden und gewürdigt werden möchte, ''rs nee snnrni msn nmsn na nrcsa mabab 'iai bsTar. — Das Glaubenspanier für die hiesigen Israeliten, um das sie sich wie ihre Ahnen zur makkabäischen Zeit versammeln können und sollen, ist aufgepflanzt, und der würdige Mann, welcher es aufrichtete, bansr vnabi nainn naab "n maab, ist der bekannte reiche Juwelier Herr Giacomo Mendel dahier. Derselbe, welcher bekanntlich aus angcborner israelitischer Fürsten- und Vaterlandsliebe zur Zeit der dahier stattgehabten Krönung Sr. Majestät des jetzigen Kaisers Ferdinand I. die rühm-