Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1842)
- Date
- 1842-10-08
- Page
- Seite 613 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225227-3225269--04727-3314334- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
613 erscheint, als bekanntlich die sammtlichen Kontribuenten zu den Kosten des Unternehmens 20 pC. ihres Einschusses zurückerhalten haben. — No. 26 u. 27, die wir aber nvch nicht haben, enthalten die Widerlegung eines Artikels der Augsb. Allg. Zeit, vom 4. August, in dem die Londoner Exchequerbills - Verfälschung ganz wahrheitswidriger Weise einigen Juden zur Last gelegt wird. Frankreich. Straßburg, 18. September. (Privatmitth.) Sie erlauben mir wohl, noch einmal aus die Trauerfeierlichkeit im hiesigen Tempel wegen Ablebens des Herzogs von Orleans zurückzukommen. Zum ersten Male nämlich ertönten bei dieser Gelegenheit in unsrer schönen u-ed großartigen Synagoge die harmonischen Töne einer Orgel, und hat dies wesentlich zur Erhöhung des Eindrucks beigetragen. In der Mitte hatte das Konsistorium einen reichen Katafalk ausrichten lassen, welcher, wahrend des ganzen Gottesdienstes, von einer Ehrenwache umgeben war. Dieselbe, auf Kommando der Militärbehörde gestellt, war durch eine doppelte Reihe Soldaten verstärkt, an ihrer Spitze 'ein Tambour und befehligt von einem Offizier. Sowie die Tora aus dem Heiligthum genommen ward, erwiesen diese derselben die militärische Ehre, indem die Trommel gerührt und das Gewehr prasentirt ward. Der Groß-Rabbine sprach, den Wünschen Sr. Majestät gemäß, nur ein französisches Gebet für die Ruhe der Seele des Kronprinzen und die Bewahrung der kostbaren Tage des Königs und seiner ehrwürdigen Familie. Einige Tage darauf, bei der Feier der Julitage, wußte der Groß-Rabbine die Erinnerung an den großen Verlust Frankreichs auf passende Weise in seiner Rede einzumischen, und den Gefühlen der Trauer Aussprache zu geben. — Die Ankunft Seiner K. H. des Herzogs von Nemours, wurde dem Konsistorium ebenso wie den anderen Behörden angezeigt, mit der Einladung, sich ihm vorzusteüen am Tage seiner Ankunft. Der Herr Groß-Rabbiner wurde zu dem vom Prinzen den Autoritäten gegebenen Diner eingeladen, und erhielt den seinem Range gemäßen Platz. Im Moniteur sind die Worte, die der Groß - Rabbiner bei dieser Gelegenheit an den Prinzen richtete, enthalten. Unter Anderm sprach derselbe: „Die israelitischen Franzosen werden niemals vergessen, daß seit der Regierung Ihres Vaters Majestät ihre vollkommene Emancipation sich herdatirt, und sie werden immer mehr sich anstrengen, dessen würdig zu sein, indem sie sich dem gemeinsamen Vaterlande weihen." — Ueber die Rundreise des Groß-Rabbinen enthält der Counicr du Bas-Rhin vom 17ten September Folgendes: „Wir berichten mit Vergnügen über die Anstrengungen, welche das israelitische Konsistorium übernehmen zu wollen scheint, seine Glaubensgenossen auf dem Wege des Fortschrittes weiter zu leiten. Die israelitische Bevölkerung unsers Departements besteht aus 18,000 Seelen *) in 120 Gemeinden , die unter die Leitung des Konsistoriums von Straßburg gestellt sind. Bis jetzt waren diese Gemeinden so zu sagen sich selbst überlassen, ihrem eigenen Impuls anheimgegeben, und hatten mit dem Konsistorium keine weitere Verbindung, als eine schwache Korrespondenz. Das Konsistorium hat beschlossen, sich in direktere Beziehungen mit den Gemeinden zu versetzen, und daß in jedem Jahre eines seiner Mitglieder eine Rundreise mache, um die Lage der Israeliten zu untersuchen, über die Bedürfnisse der Gemeinden sich zu unterrichten, und ihnen Rathschläge und Instruktionen zu ertheilen. In diesem Jahre hat nun der Groß-Rabbiner zum ersten Male die Reise gemacht, und bereits ein Viertel der Gemeinden besucht. Der Groß-Rabbiner konnte sich von der Wichtigkeit solcher Inspektionen überzeugen, indem er namentlich die Israeliten auf dem Lande vielfach auf die Moralität eines festen Gewerbes aufmerksam machte. Er stellte ihnen besonders die Vortheile der zu Straßburg eröffneten Arbeitsschule der Israeliten in's rechte Licht, die neuerdings eine größere Ausdehnung erhalten. Diese Schule erhält jährlich eine Unterstützung von 1000 Fr. vom General-Konseil des Departements und von 1000 Fr. vom Munizipal-Konseil zu Straßburg. Aber außer der israelitischen Gemeinde zu Straßburg, die 300 Fr. giebt *°), trägt keine andere israelitische Gemeinde °) Es wohnen über 24,000 Seelen im Departement, genaue statistische Nachweisungen fehlen. Anm. des Corr. der A. Z. d. I. ®°) Abermals ein Jrrthum des 6. du B. R., da die Gemeinde jährlich 400 Fr. giebt, wobei nicht zu verges-