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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-08 · Heft 41 (8.10.1842) · p. Seite 612

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 41 (8.10.1842)
Date
1842-10-08
Page
Seite 612 (sequence 12)
Language
German
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612 als Populär periodical (Wochenblatt) und Monthly Magazine (Monatsschrift) erscheinen, wobei man nach Belieben auf die eine oder andre Sektion abonnircn kann. Wir entnehmen folgende Notizen. *) Verschiedene Versammlungen in London während dieses Sommers zur Eröffnung eines „zeitgemäßen" Beth hamidrasch blieben ohne Resultat, zumal da sich die Sefardische Gemeinde zurückzog. Eben so fruchtlos blieb ein an die „Synagogal-Autoritäten" eingereichtcs Memorial um Anstellung regelmäßiger Prediger. In der neuen Western Synagogue 8t. Albaus Place (nicht zu verwechseln mit der Dissenter West-London-Synagogne of british Jews) ist der Mizwotverkauf abgeschafft, und die Opfersummen werden in den Mi-scheberach auf hebräisch statt des bisherigen mock-german ausgcdrückt; der Sabbatmorgengottesdienst ist auf 8 Uhr für den Sommer, und 84für den Winter festgestellt. In No. 20 wird ein kurioser Auszug aus einem Bericht der Gesellschaft zur Bekehrung der Juden mitgctheilt. Die Einnahme betrug im verflossenen Jahre nicht weniger als — 24,699 Pfund 8 Schilling 9 Pence Sterling (ca. 166,700 Thaler!) Dafür ward Folgendes ausgerichtet: Station London: bekehrt 6 Erwachsene und 5 Kinder, zusammen 13 Seelen (so steht es, ein absichtlicher Druckfehler.) Station Jerusalem: — Nichts. Station Tunis: — Nichts. Station Smyrna: — Nichts. Station Beyreut: (zum Sprengel des Bischofs Alexander gehörig.) — Nichts. Polen, 3 Stationen, worauf 11 Missionäre, außer 8 Missionsreisen, — 9 Seelen (wie viel davon Erwachsene, ist nicht angegeben.) Station Krakau: — Nichts. Station Großherzogthum Posen: (ohne Angabe, wie viel Erwachsene, bloß mit der Bemerkung „unter herzzerreißenden Umständen") — 6 Seelen. Station Königsberg: (wohin viele Juden aus entfernten Provinzen Rußland's kamen, einschließlich sämmtlicher Taufen in Ost- und Westpreußen [NB. Der Missionär bemerkt, daß er nicht alle diese Bekehrungen selbst bewirkt)) 26. Station Danzig: — Nichts. Station Berlin: — zweimal wöchentlich Predigt — Nichts. Station Creuznach: — mehre Reisen in Rheinbaiern, Niederlanden und Westphalcn — Nichts. Stationen Breslau, Frankfurt amMain, Offenbach — Nichts. Station Brüssel, 2 Mann Missionar — Nichts- Station Straßburg, 2 Mann Missionär — 4 Seelen. Station Metz — eine Reise in's südliche Frankreich — Nichts. Man rechne nun, wie theuel so ein Jude bezahlt wird, und — Gott schütze uns vor vermehrter Eitelkeit! — Uebrigens gestehen diese Missionäre, daß ihre Aufgabe überaus schwer ist, „denn," sagen sie, „der fromme Jude ist sehr beschäftigt mit seinem Fasten, Almosengeben, Gebete und Gotteswort- Studiren. Er sieht, diejenigen, die sich Christen nennen, größtentheils dem Aberglauben oder dem Unglauben hingegeben." — Hier ist eine Lücke im Citat, die aber ohne Zweifel das allgemeine naive Geständniß der Missionäre enthält, daß bei allem Dem ihre einzige Hoffnung auf diese „Frommen" geht, weil sie die Erfahrung gemacht haben, daß sie bei den „Aufgeklärten" ganz bestimmt Nichts ausrichten können. Ein solches Geständniß wiederzugeben, kann der parteiischen Voice of Jacob nicht konveniren. In No. 23 wird gejubelt, daß die Dissidenten (dort immer nur die Abtrünnigen genannt,) den letzten, sogar auf Sonntag verschobenen Tischea Beab mitgefeiert, und es wird daraus ihre Rückehr in den Schooß des Talmudismus geweissagt. In No. 24 wird auf nicht-feindliche Weise eine Rede des Predigers Marks an der dissentirenden West-Synagoge gegen die Missionäre, die eine starke Hoffnung der Rückehr der Juden nach Syrien ausspricht, gelobt. — Schließlich folgt ein Artikel über die Damaskus-Expedition, worin angegeben ist, daß diese Sir Moses Montefiore 2200 Pfund Sterling (fast 16,000 Thaler) baar gekostet, eine Liberalität, die um so bewunderungswürdiger ') S. No. 40. Redakt.

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