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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-08 · Heft 41 (8.10.1842) · p. Seite 611

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 41 (8.10.1842)
Date
1842-10-08
Page
Seite 611 (sequence 11)
Language
German
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beste Hoffnung, dieselben würden den Sitzungen beiwohnen, schon alle Herzen mit Vertrauen erfüllte; so mögen Sie auch in dieser mir aufgetragenen Einladung erkennen, wie sicher Seine Excellenz ein jedes Mittel zu würdigen und jedes Verdienst anzuerkennen weiß. — Nach dem Ende der Berathungen wird es dann an die Allerhöchst genehmigte Berufung der Ausländer gehen und das große Werk beginnen. O, möchte es zum Glücke und zum Heile der Menschheit gedeihen und gelingen. Möchten die Kaiserlichen Gedanken Seiner Majestät in dem Glücke eines Jahrhunderte lang gedrückten Volkes ihren schönsten Dank finden; die Bemühungen der Herren Minister den schönsten Erfolg sehen — und Israel, wird es dann Worte finden oder Thaten erdenken können, um für die ihm gewordenen Wohlthaten zu danken? Jeder Tag wird ihm in der glücklichem Stellung als gebildeter Mensch, glücklicher Bürger und nützlicher Unterthan neue Wohlthaten bringen; und wenn seine Schuld in dem Maße wachst, als es immer weniger im Stande ist, sie zu zahlen, so bleibt ihm wenigstens der Trost: die Liebe großer, edler Seelen will nur wieder Liebe und erfurchtsvolle Anerkennung, und keinen Dank! Leben Sie wohl! Im Vertrauen auf die Hülfe Gottes trete ich meine Reise an, und bitte, in Ihren Gebeten dankbarst der Vorsehung zu gedenken, in deren Händen das Herz der Könige ist. Ihr ergicbt sich in aller Liebe, in kindlichster Hingebung und vollem Vertrauen Ew. Ehrwürden ergebenster Dr. Lilienthal. Großbritannien. Hamburg, 23. September. (Privatmitth.) Wir haben eine Reihe von Nummern der Londoner Voice of Jacob (oder apy bip) vor uns, welches Blatt in Kurzem eine wesentliche Veränderung insofern erfahren wird, als ein deutscher (Preßburger) jüdischer Gelehrter in die Redaktion tritt. Somit wird denn auch vielleicht allmälig diese Zeitung eine würdigere, einer europäisch gebildeten Kirchengemeinde angemessnere Haltung gewinnen. Bis jetzt freilich erschienen entweder die Subskribenten, oder ihr Publikum, oder beide zugleich völlig unfähig, die wahre Tendenz der in Israel anhängigen Fragen auch nur zu ahnen. Mit den Judenbekehrern wird Blatt vor Blatt um die Interpretation dieser oder jener Stelle im Jesaias herumgezankt, gleich als ob die jüdische Religion nichts weiter wäre als der recipirte Sinn einiger dunklen Orakelsprüche; gegen die Nicht-Orthodoxen wird mit Vertheidigungen des „mündlichen Gesetzes" zu Felde gezogen, ohne daß es einem Menschen einfällt, zu definiren, was er unter Tradition, mündlichem Gesetz ff. versteht. (Streitigkeiten, wie sie jetzt zwischen Salomon und Frankel, Geiger und seinen theologischen Gegnern obschweben, gehen völlig über den dortigen Horizont.) Die unbedeutendsten kulruellen Reformen, z. B. Beschränkung der Jozeroth, Abschaffung der Versteigerungen, werden mit einer Vehemenz und Schwierigkeit behandelt, als ob von der Entdeckung eines sechsten Welttheils die Rede sei. Daß dabei mit einer Einseitigkeit und Parteilichkeit verfahren wird, deren sich in Deutschland auch der Extremste schämen würde, daß z. B. aus fremden Blättern und Aufsätzen nur die Stellen ausgezogen werden, die jenem bornirten, immer mit sich völlig fertigen Systeme nicht widersprechen, und dabei alles Andere ignorirt, oder mit einigen Schimpfworten abgefertigt ward, daß nur diejenigen als Geistliche und Rabbincn galten, die jeder Aufklärung den Tod geschworen haben, daß dem grenzenlos unwissenden und retrograden Londoner Rabbinat als einem Hohenpriesterthum gehuldigt ward, folgt aus Obigem von selbst: daß man jedoch einen bei uns Juden unerhörten Unterschied zwischen „Geistlichen" und „Laien" seststellt, und das Heranbilven einer einflußreich en Geistlichkeit (influential miinstrj) als ein Universalmittel für alle unsre Mängel anpreist, können wir, das Beispiel Frankreichs vor Augen, nur für eine ganz originelle Narrheit halten. Inzwischen ist, wie gesagt, in der letzten Zeit einige Besserung zu verspüren, was wir mit Vergnügen berichten werden, denn es ist hoch Noth, daß unsre brittischen Brüder auf den Weg wahrer Aufklärung geführt werden — ihr jetziges System, und sollten sie selbst Chvrgesänge einführen, und Jozeroth kürzen, ist ohne Zweifel der gerade Weg zum Untergang. Das Blatt will jetzt seinen Titel in den: the Anglo- Jewish Press verwandeln, und in doppelter Gestalt

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