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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-08 · Heft 41 (8.10.1842) · p. Seite 604

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 41 (8.10.1842)
Date
1842-10-08
Page
Seite 604 (sequence 4)
Language
German
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604 en an den Herrn Minister gerichtet, und die •> m(ie Anerkennung für das hohe Ziel seiner Bedungen ausgesprochen. Die Meldungen, verö man, sollten bald folgen. Und da somit der meiner Anwesenheit in St. Petersburg erfüllt war, so wurde ich von Seiner hohen Exzellenz entlassen; erhielt jedoch den Auftrag, in ununterbrochener Korrespondenz mit dem Departement des Ministeriums zu bleiben, und der weiteren Befehle entgegen zu harren. — Am 6. März d. v. I r , ,n'ücka.kehrt, trafen besonders durch die ' a der Herren DD. PhilipM'i M nnbeimer, Auerbach rc. die r't-.mr.: ' ebe> 20s* Männern ein, die unter günftic Anriäarn, eincm und die zu enichrcndcn SGM, nehmen : Die wärmste TneUnadm«' r -. ... :nmischen ■ '-der an dem Loose e.. Inden, Antastung des kaiserlichen Gedankens, . . . .;..iuu greifen der Plane und Absichten r - »ochhrrztAlr- "ft'.nsters fanden die würdige Anerkennung, und ee> wurden augenblicklich die nöthigen Anstalten getroffen, um die vom Gesetze vorgeschriebenen Erkundigungen über die gemeldeten Ausländer amilich einzuziehen. — Die Angelegenheit war zwar über die ersten Schwierigkeiten hinausgekommen, allein da in Rußlands großem Kaiserreiche eben seines Umfanges wegen die Angelegenheiten nicht so leicht, wie in Deutschlands kleinen Königreichen, erledigt werden können, sondern eine genaue Berathung über die Vermittelung der oft verschiedensten Lokalverhältnisse erheischen, so konnte die von den Ausländern ersehnte Berufung nicht so schnell erfolgen, als sie es wünschten. Und während hier die Arbeiten ruhig, aber langsam ihrer Lösung entgegen gingen, verbreitete sich in Deutschland das durch Nichts begründete Gerücht, das Unternehmen wäre aufgegeben, und jede fernere Berathung aufgehoben. — Allein statt dessen war ich im Laufe des vorigen Jahres mit den mannigfachsten Aufträgen von Seiten des Ministeriums beschäftigt, und wir erkannten darin die stillen Anfänge des Unternehmens, das nur der günstigen Gelegenheit harrte, usn seiner Lösung entgegen zu gehen. — Diese kam, als im Dezember v. I. der in Petersburg anwescirdc Ehrenbürger Nissan Rosenthal aus Wilna, von Seiner hohen Exzellenz auf seine Bitte beauftragt wurde, mich nach Wilna abzuholen, um die dortige Judengemeinde, entweder zur Gründung einer Freischule zu bewegen, oder die Angelegenheiten der unter der Aufsicht des genannten Herrn Rosenthal und Klazko getrennt bestehenden Schulen zu ordnen. — Im selben Monate wurde ich noch durch ein Reskript aus dem Departement des Ministeriums, unterzeichnet von dem so frommen und guten Direktor und Vizeminister Fürsten Schirinski-Schichmatoff in Kenntniß gesetzt, daß es der Wille Seiner hohen Exzellenz sei, daß ich mich mit Herrn Rosenthal nach Wilna begebe, den Geist der Geineinde zu prüfen, die Gesinnungen, die Art und Lebensweise derselben, die mir noch ganz fremd waren, an Ort und Stelle zu besichtigen, zu erwägen, in welchem Geiste, in welcher Art, mit welchen Mitteln jdie Schulen zu errichten wären, und wie weit diesig alles mit den entworfenen Vorarbeiten übercinstim!. oder in wie fern diese abgeändert und der Gegen. wart angepaßt werden müßten; das war 1, Aus gäbe die Seine hohe Exzellenz mir stellten. Dir Wichtigkeit derselben, so wie der tiefe Blick und die wohlwollende Absicht deS großen Staatsmannes treten zu klar hervor, um erst einer Erläuterung zu bedürfen. — Ich fuhr am 13. aus Riga mit Herrn Rofenthal nach Wilna ab und kam Sonntag Morgens nach Schawlen, einem Krcisstädtchen des Wilnaer Gouvernements. ES erlaubt mir die beschränkte Zeit nicht, da ich eine Reise von 800 Meilen antretcn muß, und fast keinen Augenblick zur Korrespondenz erübrigen kann, Ihnen eine Schilderung von dem polnischen jüdischen Leben zu geben, das mit diesein Städtchen beginnt, und womit jedes deutsche Eleinent aufhört; ich halte mir dieses auf die Herausgabe meines Tagebuches bevor, die ich nach meiner Rückkehr im Oktober beabsichtige. Genug, deutsche Sprache, deutsche Tracht und Sitte, und mit ihr alle die seit 50 Jahren iin Kultus, wie in der Schule des Judenthums vorgenommenen Veränderungen, sind hier ganz und gar unbekannt; und in die alte vor Mendelssohn lang in Deutschland dagewesene Zeit sehen wir uns zurückversetzt. —

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