Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1842)
- Date
- 1842-10-08
- Page
- Seite 603 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hrodna 1× ep/1044655
- Minsk 1× ep/1000754
- Vilnius 1× ep/1000947
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legt — Seinen russischen Juden, durch eine freiere, wissenschaftlichere, vom Geist der Religion getragene Erziehung, anstatt des früheren, rein talmudischen Unterrichts, die Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft zu eröffnen. Er, der Herrscher über das größte Reich der Weltgeschichte, und dessen Vaterherz und Kaisersecle für Millionen sorgt, wandte Seinen Gnadenblick auch diesem armen unglücklichen Volke zu, und mit der Energie, der Umsicht und Weisheit, die Rußlands Politik so glanzvoll auszeichnct, befahlen Seine Majestät Allerhöchst den treffenden Ministern den gegenwärtigen Stand der Juden zu prüfen, die nöthigen Berathungen zu pflegen, und die hieraus resultirenden Vorschläge zur allerhöchsten Prüfung und Bestätigung vorzulcgen. Die Herren Minister gingen an die Erfüllung des ihnen gewo benen Auftrags, und das erste Resultat der Betrachtungen, das zur Oeffenllichkeit kam, war die Anordnung von besondern Komitö's in je- Gcneral-Guberniat, unter dem Juden wohnen. wwen ihrer sechs; da nur unter den General- .'wim,m!eurs Baron von der Pahlen in Lief- und 1 >nd; Generallieutnant Mirkowitsch in den Gouvernements Wilna, Grodno, Minsk und Bialystock; Generallieutnant Bibikoff in Kiew, Schitomir und Wolhynien; Gcneral-Avjudanten Grafen Woronzoff in Bessarabien und Cherson; Generaladjutanten Fürsten Dolgorucki in Tschernigow und Pultawa und dem Generallieutnant Diakoff in Witebsk und Mesilew, Juden wohnen. Zu jedem, der aus mehreren Beamten zusammengesetzten Komitös wurden einige Juden kommandirt, und wenn auch einer der vorzüglichsten Gegenstände der Berathungen das Amt und die Pflichten neuanzustellender Gouvernements-Rabbiner waren, so war es doch auch allen anbefohlen, ihre Meinung über die jetzige Lage der Juden, und eine zum Bessern führende mögliche Veränderung abzugeben. Bis zum Januar 1S41 mußten die Akten an das Ministerium des Innern rückgesendet werden, um daraus die Ansicht der Lokalbehörden ersehen und prüfen, und darauf gestützt das Weitere verfügen zu können. — Kurz nach Verlauf des genannten Termins, am 15 Januar v. I. kam mir durch den Herrn Kurator des dorpatischen Lehrbezirks der Befehl Seiner hohen Exzellenz des Herrn Ministers der Volksaufklärung Uwaroff zu, zur Berathung in Dien;. . legenheiten sogleich nach St. Petersburg zu t-cur Ich erhielt Reisekosten und Diäten von der Slm. : kaffe ausgezahlt, und beeilte mich, in der stadt einzutreffen. Es war am Sonnabende, Abends 7 Uhr, als mich Seine hohe Exzellenz der Herr Minister zum ersten Male empfingen. Um ungestört von andern Besuchen und Audienzen zu sein, war mir diese Abendstunde bestimmt worden, die zu einer dreistündigen Ai'"ien, verlängerte. Sch iS:.■■■> .üii: Gelegenheit, in dem hohen Staatsmann i-umanen Menschen vereh! und bewundern " lernen. Mit den Worten tC5 aufrichtig.'!» ze-s schilderte er die Berwalwie i i ' -'.>>!) Ernr.'d-'g.'Ng des jüdischen Volks in Rußland. oerneth in jedem -Bild den ”, >e.j Kenner, t».- Sludium Ci«. C, r. .m-ui, Nation. Mit oer hurreißendstea Red. n -r den großen Gedanken des .aoenen die mannigfachen Hoffnungen, n n. Folgen, die daraus sich entwickeln winte-, .uid wahre Freude leuchtete aus jeder Miene, als er den Plan mir zu zeigen begann, der an diesem großen Werke der Humanität auch ihm durch die Gründung eines jüdischen Schulstaates angewiesen worden wäre. Eine doppelte Aufgabe wurde mir während der fünf Wochen meines Aufenthaltes am Ministerium von Seiner hohen Exzellenz gegeben: 1) mich mit den berühmtesten jüdischen Männern Deutschlands in Verbindung zu setzen, um die Anzahl derjenigen zu ermitteln, die einen Ruf an die neuzuerrichtenden Schulanstalten annchmen würden; und 2) an der Ausarbeitung der nöthigen Vorarbeiten, Pläne, Entwürfe rc. unter der stets persönlichen Leitung des Herrn Ministers Theil zu nehmen. Die Arbeiten gediehen rasch bei der vollen Thätigkeit des Ministers, während wir der Nachrichten entgegenharrten, die uns aus Deutschland zukommen sollten, und warteten, welchen Eindruck das hochherzige Unternehmen des Monarchen bei den deutschen Juden Hervorbringen würde. — Dankadressen, begeisterte und vom innigsten Bewundern diktirte Schreiben, wurden ehrfurchtsvoll aus mehreren Gemeinden Deutschlands am Throne des Monarchen niedergelegt und huldvoll empfangen; Briefe von den berühmtesten jüdischen Litera-