Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1842)
- Date
- 1842-10-01
- Page
- Seite 596 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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596 Synagoge, und wir die Kirche, aber die zehn Gebote finden wir in beiden aufgestellt; wir brauchen ein ganzes Jahr um durch die Psalmen zu kommen, und Sie thcilen sie in sieben Portionen." S. K. H. nahm den Bericht entgegen und verglich die Mohlthaten in frühern Jahren, an 28 Personen vertheilt, mit denen jetzt, da 80 Personen in dem Gebäude wohnen. Der Herzog sprach von seinem neulichsten Besuche in dem Spital, wo er mit einem Manne von 93 Jahren im vollen Besitze seiner Fähigkeiten sich unterhalten, die Knaben werden erzogen, um nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden, und die Mädchen um Stellen in den Familien einzunehmen. S. K. H. brachte darauf dem Präsidenten Salomons einen anerkennenden Toast aus, welchem dieser Gentleman in freundlichen Ausdrücken antwortete. F. H. Goldsmid brachte ein Hoch für die gegenwärtigen Gäste und bemerkte, daß die Religionsverschiedenheit, anstatt eine Veranlassung zum Hasse, ein Grund mehr zur gegenseitigen Wohlthätigkeit sein sollte. Lord Dudley Stuart (der Beschützer der polnischen Armen) bemerkte in der Antwort, daß er bezeugen könne, daß die Mildthätigkeit der Juden sich nicht auf ihre Glaubensgenossen beschränke, sondern sehr viel zum Unterhalt der armen Erilirten beitrage, deren Sache er vertheidige. Es folgten noch viele andere, jedoch mehr Lokalitäten betreffende Reden. S. K. H. der Herzog von Sussex, der mit vielem Geiste in die Unterhaltungen des Abends eingegangen erhob sich erst gegen eils Uhr. S. I. Walley Esq. nahm darauf den Stuhl ein, und der Rest des Abends wurde freundlichen Besprechungen zwischen den jüdischen und christlichen anwesenden Gentlemen, auf welche Weise weiterhin gegenseitig die Wohlthätigkeitsanstalten unterstützt werden könnten, gewidmet. Frankreich. Vom Rhein, im September. Vor uns liegt ein wackres Gedicht in deutscher Sprache, verfaßt vom Rabbiner Herrn M. Nordmann in Hegenheim, einen Glückwunsch an „die verehrtey Stifter der israel. philanthropischen Gesellschaft des Ober- Rheins bei Gelegenheit der Einweihung der israel. Handwerks-Schule in Mühlhausen," bringend: gewiß ein wackres Zeichen der Zeit! Deutschlar»-. Wiesbaden, 4. September. (Fr. I.) Die neuesten Verhandlungen in öffentlichen Blättern über die Verhältnisse der Israeliten veranlaßt uns zu der Bemerkung, daß dasjenige, was in diesem Betreffe bei uns seither geschehen ist und noch nicht öffentlich besprochen wurde, die dankbarste Anerkennung von Seiten der Betheiligten gefunden hat. Das Rechtsverhältniß der Israeliten als Korporation ist festgesteüt; sie haben eine geregelte, jedoch unbeschränkte Verwaltung ihres Gemeinde-Vermögens, und die neuesten Beispiele haben gezeigt, daß auch durch öffentliche Anerkennung die Stellung der Israeliten gefördert werden soll. Als ein erfreuliches Zeichen in dieser Hinsicht ist die dem hiesigen Banquier Marcus Berte zu Theil gewordene Ernennung als Kommerzienrath betrachtet wtz-den, einem Manne, der sich um das Gemeinwesen in vielfacher Hinsicht schon verdient gemacht hat. Pr eußen. Magdeburg, 18. September. Die neueste Nummer des Ministerialblattes enthält folgende Verfügung, die allerdings nichts Neues, sondern etwas ganz Altes bringt: Die dem Lehrstande zugestandene Befreiung von den Personalsteuern beschränkt sich auf die Lehrsr der christlichen Konfessionen an öffentlichen Schulen. Die Cirkular- Verfügung vom 30. Dezember v. I. (Ministerialblatt 1842. S. 35. No. 52.) handelt, wie aus dem Eingänge derselben deutlich hervorgeht, nur davon, ob und in' welchem Maße die, ihres persönlichen Standes wegen, von der Klassensteuer befrcieten Geistlichen und Schullehrer, zu welchen letzteren die jüdischen Lehrer also nicht zu zählen, klassensteuerpflichtig sind, wenn sie, außer dem Einkommen aus ihren geistlichen und Schulämtern, noch sonstiges Einkommen beziehen. Dies wird der Königl. Regierung auf den Bericht vom 11. d. M. erwiedert. Berlin, den 23. Juni 1842. Der General-Direktor der Steuern. Kühne.