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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-01 · Heft 40 (1.10.1842) · p. Seite 595

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 40 (1.10.1842)
Date
1842-10-01
Page
Seite 595 (sequence 7)
Language
German
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595 mittee, bestehend aus Gliedern aller Nationen und Religionen, gebildet, um Allen, die durch daS Feuer gelitten, ohne Unterschied, zu helfen, Aerzte wurden umhergesandt, Arzneien, Kleider, und die Israeliten erhielten ihren Theil, wie alle anderen Glaubensparteien. Nach der Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse, wurde der Ueberschuß zur Errichtung von Häusern verwendet für die, welche die Hospitäler verlassen. Eine Summe von lüO L. St. (1050 Thlr.), von London für die Juden allein gesandt, wurde einem Privat-Kommittee übergeben, bestehend aus zwei Oberrabbinen von Smyrna und sechs anderen Israeliten. Diese bedachten wohl, wie wenig mit dieser Summe auszurichten, wenn sie unter Einzelnen zersplittert würden, und daß dem hauptsächlichen Mangel bereits durch das Gcneralkommittee abgeholfen worden, faßten den Entschluß, für diese Summe Heber die Armen-Kinder von dem Umherirren auf den Straßen abzuhalten, und eine Talmud-Tora-Schule zu gründen. Dieser Plan hat auch überall Billigung gefunden. Großbritannien. London, im Juli. Wir erlauben uns, aus der uns so eben zugekommenen Nummer (20) der Voicc of Jac. die Schilderung einer Jahresfeier herzustellen, welche uns das englische Leben so recht im Gegensatz zu dem deutschen vor die Augen führt. Die Jahresfeier der nir, des jüdischen Spitals, wurde in der London Tavern Montag den 13. Juni gefeiert. S. K. H. der Herzog von Süsse x (Onkel Ihrer Majestät der Königin), der erlauchte Patron des Spitals trat um sechs Uhr, gelehnt auf den Arm des Präsidenten, David Salomons Esqu., ein und nahm den Stuhl unter lautem Beifallruf, während die Musikbande die Nationalmelodie spielte, ein. Neben dem Präsidenten saßen die Vizepräsidenten H. de Castro und S. I. Walby, Esqu'rs, dann Lord Dudley Stuart, Lord Marcus Hill, John Abel Smith Esqu. und andere Mitglieder des Parlaments, Sir I. L. Goldsmid, Baronet, Antony und Meyer von Rothschild und T. Huth, Esqu'rs, nebst einer langen Reihe anderer einflußreicher Mitglieder der Stiftung und ihrer Freunde. Der ehrwürdige Herr Asher sprach den Segen, welchem S. K. H. aufmerksam folgte, da eine Abschrift vorgelegt worden, und S. K. H. als ein Kenner des Hebräischen bekannt ist. Als daß Wohl unserer geliebten Königin ausgebracht wurde, machte der Herzog eine gefühlvolle Anspielung auf den jüngsten Vorfall und wie die göttliche Vorsehung der Königin ihren Schutz verliehen. S. K. H. übergab ihrem ,,würdigen Freunde Salomons" wegen Unwohlseins in ihrem Namen die Toaste auszubringen. Die jüngeren Einsassen des Instituts wurden durch das Kommittee eingeführt; ihre Erscheinung war sehr befriedigend, und sie legten verschiedene Muster ihrer Handarbeiten vor. Hr. D. Salomons brachte nun den Toast auf den erlauchten Patron des Instituts aus. Er erinnerte in's Besondere, daß dies das einzige Institut sei, welches S. K. H. in dieser Jahreszeit so geehrt hätte; spielte in angemessenen Ausdrücken auf die jetzt von den Juden eingenommene Stellung an, verglichen mit der vor 35 Jahren, als ihr gryßmüthiger Beschützer zuerst dieses Institut unter seinem Schutz nahm; erklärte, daß die Dienste, welche S. K. H. den Juden geleistet, sich nicht auf die Patronschast ihrer Wohlthätigkcits-Anstalten beschränkte, sondern daß der Einfluß dieser hohen Person sich überall geltend gemacht, wo nur Vorurtheile vorgewaltct hatten: eine Thatsache, welche den Juden um so angenehmer gewesen, da S. K. H. sich mit den Interessen des Volkes identisizirt, und ebenso der Patron der Literatur, der Wissenschaft, wie der warme Advokat der bürgerlichen und religiösen Freiheit sei. Der erlauchte Patron antwortete diesem mit dem höchsten Enthusiasmus aufgenommenen Toaste, durch einen solchen auf die Wohlfahrt des jüdischen Spitals. Er sprach die Ehre und das Glück aus, welcke er fühlte mit diesem Institut in Verbindung zu stehen. Er sprach ausdrücklich über die Nothwendigkeit gegenseitiger Duldung und erklärte für das beste Interesse jeder Regierung, ein gutes Einverständniß zwischen allen Gemeinden zu erhalten, und aus der religiösen Ueberzeugung keine Schranke in bürgerlichen Rechten zu machen. Er betrachtete die Juden als unterworfen der Leitung des alten Bundes, wie er als Christ der Leitung des neuen; aber unparteiisch beide betrachtet sei der Grund der Handlungsweise derselbe., und der Glaube Beider sei: Fürchte Gott, ehre den König und liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. „Sie haben die

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