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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-10-01 · Heft 40 (1.10.1842) · p. Seite 593

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 40 (1.10.1842)
Date
1842-10-01
Page
Seite 593 (sequence 5)
Language
German
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593 Kandidatur der Philosophie und der Rechte erworben. J. B. Aus dem Haag, 17. Aug. (Privatmitth.) In der niederländisch-portugiesischen israel. Gemeinde fand gestern die Einsetzung des unlängst gewählten und durch königl. Bestimmung vc>m 16. Juni a. c. genehmigten Oberrabbinen Herrn I. van I. Ferra res statt. Schon am Donnerstag wurde eine zahlreiche Versammlung gehalten, in der der Geistliche auf eine angemessne Weise durch den Vorsitzenden des Synagogenraths, Herrn A. de Pinto, begrüßt wurde. Unter Anderm wurde darauf aufmerksam gemacht, welch' ein wichtiger Schritt es sei, daß nunmehr die Lehre des höchsten Herrn in niederländischer Sprache vorgetragen und gepredigt werde. Freitag hielt der Herr A. Chumaceiro, Rabbinats- Aspirant aus Amsterdam, bei Gelegenheit der Amts- Überweisung seines Freundes eine Predigt über Maleachi II, 7. „des Priesters Lippe soll die Weisheit bewahren, und Gesetz soll man suchen aus seinem Munde; denn ein Bote des Ewigen der Heerscharen ist er." Er nahm aus diesem Texte Gelegenheit, seinen Freund anzuspornen, die Gemeinde in echter Frömmigkeit zu leiten. Gestern hielt nun der ehrw. Herr Ferrarts seine Antrittsrede auf Ps. 43, 3. „sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten," und machte tiefen Eindruck auf die Versammlung, in der sich außer-der Gemeinde noch viele aus Amsterdam hierhergekommene Männer verschiedener Religionsgenoffenschaften sich befanden. Der Redner verbarg sich die Schwierigkeiten nicht, die darin lägen, das gottesdienstliche Leben der Israeliten wieder zum Aufschwung zu bringen; aber auch wie nothwendig dies sei, und wie der Geistliche unter der Hülfe Gottes seine ganze Kraft daran zu setzen habe. Aus dem Haag, 9.September. (Privatmitth.) Den ersten Tag von riS hat der ehrw. Oberrabbiner Ferrares in der hiesigen israelitisch-portugiesischen Gemeinde sein heiliges und wichtiges Werk begonnen: er hielt eine ausführliche, inhaltsreiche Predigt, und bevorstehenden Jom Kippur wird er eine zweite halten. Der große Eindruck einer Predigt in der Landessprache wird nun allgemein besprochen, und soll man vom Anfang auf den Fortgang schließen, so läßt sich nur Vorzügliches absehen. Vorläufig hat sie bereits eine Annäherung zwischen der portugiesischen und hochdeutschen Gemeinde bewirkt, zwischen denen sonst eine bedeutende Spannung herrschte. Rußland und Polen. Warschau, 12. September. (Privatmitth.) Die diesjährigen Prüfungen der hiesigen Elementarschulen, zu denen auch eine Töchterschule gehört, fielen diesmal vortheilhaft aus, und erfüllten mit Freude und Rührung alle Gegenwärtigen. Dem neuen Schulvorstande, einer Versammlung lauter gebildeter Leute, scheint das Wohl der Schulen gar sehr am Herzen zu liegen, und alles giebt sich der frohen Hoffnung hin, daß unter weiser Leitung des h. Mathias Rosen, Präsidenten dieses Schulvorstandes, dieser Anfangsunterricht an moralischen Werth und Wohlstand gewinnen werde, in so fern dieser allgemein geliebte und geachtete Mann, die Verhältnisse der Lehrer und Schulen selbst in's Auge fassen wird, ohne aus Ursache wichtiger Geschäfte, die Amtsverwaltung solchen zu übertragen, die darin materielles Interesse, ein Feld für ihre schadenfrohe Gesinnung und Prahlerei suchen werden. — Von Einführung der hebräischen Sprache in diese Schulen wird allgemein gesprochen, und ein solches Zustandekommen wäre gewiß zu wünschen, damit doch der israelitische unbemittelte Vater der Sorge des Elementarunterrichts gänzlich überhoben sein könnte, was doch bisher aus Mangel dieses Gegenstandes nur halb geschah. — Die Rabbinerschule geht ihren Gang fort, und der verjährte Vorwurf der Abweichung von ihren primitiven Zwecken verliert sich allmälig mit dem Zuwachse der Zahl brauchbarer Menschen, die sie liefert. Ja, dieses Institut könnte noch erfolgreicher auf unsere neue Generation wirken, wenn es nicht durch Abschaffungen verschiedener Religionssormen und Neuerungen, die mit der Gesinnung hiesiger Juden gar nicht harmoniren, sein Ansehen verdunkeln, und sein Weben und Streben in Mißkredit setzen möchte. — So zum Beispiel, wurde an diesen Neujahrstagen in dem Bethause der Rabbinerschule die Betformel durch Abschaffung alles Pajet's abgekürzt, das Amen sagen war nur den Sängern anbefohlen, und allen Gegenwärtigen untersagt, was

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