Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1842)
- Date
- 1842-09-24
- Page
- Seite 585 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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585 Mt. Erlbach. Aus dem Magazin für die Ansbach. Bayreuthische Geschichte von Beer und Layritz No. 3. S. 85. geht hervor, daß bereits im Jahre 1632 Israeliten in Mt. Erlbach ansaffig waren und eine eigene Straße, die Judenstadt genannt, bewohnten. Von dieser Straße ist aber gegenwärtig keine Spur mehr vorhanden, sondern es befinden sich an der Stelle derselben zur Zeit Aecker und Wiesen, die Judentauben heißen. Die ältesten Judenfamilien sind jedoch nicht im Stande, Auskunft zu geben; die älteste, Israeliten betreffende Urkunde ist eine Verhandlung des vormalig gräflich Hohenloheschen Amtes in Wilhermsdorf 6. 20. Septbr. 1723, welche sich in beglaubter Abschrift bei der Sammlung des Vereins vorfindet. Aus derselben-erhellet, daß damals die Israeliten in Mt. Erlbach noch nicht so zahlreich waren, eine eigene Synagoge bilden zu können, und Aaß sie sich des Gottesdienstes wegen den Israeliten zu Wilhermsdorf anschließen mußten. Greding. Die Burggrafen Johann und Albrecht erhielten im Jahre 1355 von Karl IV. als einen besondern Vorzug das Recht, Juden aufnehmen zu dürfen; im Jahre 1419 waren 3 Judenhäuser in Eysölden, und zu gleicher Zeit einige Judenfamilien zu Aue, eine halbe Stunde von Thalmesiing. In den Jahren 1560 und 1569 wurden sie ausgeschafft; dieses Gebot scheint jedoch nicht mit gehöriger Strenge vollzogen worden zu sein, da sie 1618 die landesherrliche Bewilligung für fünf Familien in Thalmessing erhalten haben. Auf diese Zahl bestand man lange Zeit, indessen stieg sie 1674 auf acht und 1689 auf 14 Familien; im Jahre 1743 waren 42 Familien vorhanden, welche 32 Hauser/ 118 Kinder und so viel Dienstboten hatten, daß die ganze jüdische Bevölkerung auf 227 Seelen stieg. Die Synagoge ist 1690 und der Begräbnißplatz 1825 entstanden. Harburg. In den Judenakten zu Harburg findet sich ein Bericht vom 1. Septbr. 1740 des Inhalts: „Anno 1671 sind zum allererstenmal Juden in den „allhiesigen Markt Harburg in Schutz aufgenommen „worden, da hingegen vormals nie Juden in dem „Markte Harburg gewesen oder darinnen geduldet wor- „den. Die Anzahl dieser neu aufgenommenen Juden „aber hat sich auf 11 Mann belaufen (vid. Befehl „8. d. 10. März 1671). Wie man aber mit diesen „11 Juden ratione ihres jährlich zu geben habenden „Schutzgeldes, zweifelsohne in dem Markt gebrachten „Vermögen nach, akkordirt hat, gibt die obengedachte „Beilage und der darin enthaltene Schutzbrief zu er- „kennen. Im Jahre 1686 und zwar den 14. Juni „hat man denen Juden in dem Markte Harburg „abermals einen Schutzbrief ertheilt. Es sind aber „damals statt der obgedachten 11 Juden 12 allhker „und 3 Juden zu Deggingen gewesen, mit welchen „abermals ein Akkord auf ein gewisses Schutzgeld ge- „troffen worden. Die neugedachten 4 Juden zu Deg- „gingen sind aber allererst i. I. 1684 und 1686 in „den Schutz gekommen, wo vormals zu Deggingen „auch niemals Juden gewesen sind/' Der erste ertheilte Schutzbrief war auf die Dauer von 3 Jahren gegeben. Uebereinstimmend mit demselben ist ein Vorgefundener Schutzbrief von Albrecht Ernst regierendem Grafen zu Dettingen, 6. 6. 10. Martii 1671. Ob er gleich nur in Fragmenten vorhanden ist, so ist doch an der Aechtheit nicht zu zweifeln. Ein Original-Schutzbrief des Markgrafen Ernst zu Brandenburg 6. 14. Juni 1586 benennt vier Juden zu Deggingen, welche damals in den Schutz ausgenommen wurden. Ob früher Juden in Deggingen wohnten, konnte aus den Akten nicht ermittelt werden. Nach Deggingen kamen die ersten Juden im Jahre 1684 aus Hochstädt; daher führen noch manche Familien diesen Namen. Ihre Ansässigmachung fallt mit der Vertreibung der Juden aus Hochstädt, Monheim*) rc. zusammen. (Fortsetzung folgt.) *) In der Synagoge zu Wittelshofen befindet sich ein Stand aus der ehemaligen Synagoge in Monheim, wo jetzt keine Juden mehr zu finden sind. Der gegenwärtige Besitzer dieses Synagogenstandes ist ein alter Mann, Namens Monheimer, dessen Großvater, unter den aus Monheim vertriebenen Israeliten, in sein neues Domizil nichts mitbrachte, da man ihm aller seiner Habe beraubt hatte, als diesen Synagogenstand, den er auf seinem Rücken von M. nach W. getragen hat. Anm. d. Einsenders