Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1842)
- Date
- 1842-09-24
- Page
- Seite 584 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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584 zeichnet. — In den.altern Rathhausakten Tom. I. Judensachen von 1560—1715 ist ein Bericht vom Bürgermeister und Rath allhier enthalten dessen Eingang so lautet: „Euer Fürstt. Gn. sollen wir nicht pergen, wie das „die sich im Zeithero allhie uff gehalten: sogenannte „Schmul und Mosch die Juden wie ingleichen Mo- „schens Tochterman eine solche Anzahl ihrer Mitju- „dengenoffen hieherziehen, daß fast Niemand mehr „im Handel und Wandel vor ihnen einkommen „kann rc. Es bitten Bürgermeister und Rath „Diese gottlosen wucherlichen Juden ausschaffen zu „lassen." Datum dieses Berichtes ist von schwarzer Dinte 9.Jan. Änno 1641. Dieses ist aber mit rother Dinte durchstrichen und mit rother Dinte darüber gesetzt: 23. Juni 1643. Sogleich nach diesem Berichte findet sich in den Akten ein Verzeichniß der Juden, so sich allhier zu Onotzbach in den Vorstatten und Statt aufhalten, 6. 6. tzKri« 1631. Nach diesem Verzeichniß waren die eingewanderten Juden aus Ober-Zenn, Jala (wahrscheinlich Jckelheim bei Windsheim) Leutershausen, Berolzheim, Crailsheim, Feuchtwangen, Bechhofen, Fürth, Hafefeld, Manistockheim, Gunzenhausen. Im Lichtmeßsteuerregister von 1657 sind die Juden das Erstemal auf folgende Weise eingetragen: 4 fl. Ambsen Jud 3 fl. Mosch Jud 2 fl. Loew Jud, vermöge seines Schutzbrieses vom 21.August 1651. \ 2 fl. Judas Jud Inhalt fürstl. Dekrets vom 21. 8bris 1655. Eben so finden sie sich 1658 und 1659 wieder vorgetragen. Ferner findet sich in den genannten Akten eine Schrift an S. Fürstliche Durchlaucht: Unterthänigste Ableinung und Gegenverantwortung, Simon Models Hochstfürstl. Brandenburg. Schutzverwandten Juden allhie zu Onolzbach rc. ferner ein Verzeichniß Fol. 75. d. d. 23. Decbr. über die jüdischen Haushaltungen und ihr Vermögen allhie zu Onolzbach rc. In demselben sind acht Haushaltungen angegeben, die Zahl und das Alter der Familienglieder, ihre liegenden Güter, ihr Vermögen an Geld, ihre Steuern und Abgaben. Als Resultat dieser aktenmaßkgen Nachrichten möchte sich ergeben: Im Jahre 1564 waren dahier noch keine Juden ansässig. Die erste Spur von Juden dahier findet sich im Jahr 1642 nach den Lichtmeßsteuerregister d. I., jedoch scheinen die Juden nach dem Berichte von 1643 sich nur temporar hier aufgehalten ohne einen förmlichen Schutzbrief erlangt zu haben. Diese Schutzbriefe ertheilte immer der Landesherr. Die erste Nachricht von einem Schutzbriefe, auf hiesige Stadt ertheilt, findet sich im Lichtmeßsteuerregister de an. 1657, wo das, für Löw Jud am 21. August 1641 erthrilten Schutzbriefes erwähnt wird. Die hiesige Judenschast hat keine Dokumente über ihre Ansassigmachung in Ansbach. Ueber die Gemeinde Lehrberg giebt die Tradition folgende Nachricht: „Die erste Anft'edlung der Juden erfolgte durch vier „Familien, und zwar in dem Th-.ile Lehrbergs, wet- „cher der markgräflichen Gerichtsbarkeit unterworfen „war. Sie kauften vier Hauser, dem Pfarrhofe ge- „genüber und jede Familie mußte 36 kr. dem Pfar- „rer für entgangene Stolgebühren leisten. Diese vier „werden gegenwärtig noch von Judenfamilien bewohnt „und die Abgabe besteht noch von Seite der Ju- „denschaft." Erlangen. Wann die Israeliten sich in Fürth ansässig gemacht haben, laßt sich nicht mit Bestimmtheit angeben; jedoch zeugen einige noch kennbare Grabschriften, daß vor 250 Jahren in Fürth Israeliten wohnten. In Bruck wurden, nach mündlichen Traditionen, schon vor der Reformation einige Judenfamilien gegen Abgabe eines jährlichen Schutzgeldes im hiesigen Orte ausgenommen. Frühe schon wurde ihnen der Besitz von Eigenthum erlaubt, indem das Haus No. 12 Dahier sammt Waldrecht seit undenklicher Zeit Eigenthum von Israeliten ist. In diesem nahe an der Kirche gelegenen Hause war ehemals die Synagoge; daher vermuthet man, die Israeliten hatten sich früherhin kirchlichen Schutzes zu erfreuen gehabt. In dieser Synagoge ist ein Vorhang mit der Jahrzahl 5440 (1682), das älteste Denkmal der Gemeinde. Im Jahre 5468(1708) wurde die jetzige Synagoge erbaut und der Kultus nach der in Baiersdorf üblichen Weise eingerichtet. Das älteste Eemeinbuch, welches der Juden erwähnt, ist vom Jahre 1554.