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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-24 · Heft 39 (24.9.1842) · p. Seite 577

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 39 (24.9.1842)
Date
1842-09-24
Page
Seite 577 (sequence 5)
Language
German
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577 Synagoge Ungarn's, und der Eindruck war tief und ergreifend. Ebenso sind bereits neue Synagogen-Sitze in Arbeit, vier Synagogen-Kommissäre zur Aufrechthaltung der Ordnung erwählt, und die beiden Vorsänger erhalten ein geistliches Gewand. Alles dies verdanken wir der Energie unsres Vorstehers, Herrn Steinitzer. Preußen. Aus Westphalen, im August. (Privatmitth.*)) Der Aufsatz in No.29 dieser Zeitung über die Verhältnisse der jüdischen Lehrer hat einen sehr tiefen Eindruck gemacht, und bleibt es nur zu wünschen, daß er bleibend sei. Wie aber von Seiten des jüdischen Publikums eine bessere Ansicht über den Lehrerstand zv-fordern ist, so müssen jedoch von Seiten der Lehrer selbst alle-möglichen Schritte gethan werden, um einen bessern Standpunkt zu erreichen. Allerdings sind uns Aussichten darüber von Staatsseiten eröffnet. Ein an mich gerichtetes Schreiben des Herrn Ober-Geheimraths l)r. Brüggemann, (welchem hochherzigen Manne bekanntlich die Verwaltung des kathol. Schulwesens obliegt, und der vom Kultusminister, zufolge einer König!. Kabinetsordre, mit der Regulirung des jüd. Schulwesens beauftragt worden ist,) lautet: „Auf Ihre Anfrage vom 9. v. M. erwicdere ich „Ihnen, daß bei der bevorstehenden Regulirung „des jüdischen Unterrichtswesens auch das Ver- „hältniß der Lehrer und ihre Stellung zur Gemeinde zur Sprache kommen, und nicht ohne „nähere Bestimmung bleiben wird. Der Gegenwand der Berathungen ist indessen sehr umfassend „und erfordert die verschiedenartigsten Erörterun- „gen, so daß aller Beschleunigung ungeachtet die „Sache nicht so schnell zum Ziele geführt werden „kann." Berlin den 9. Februar 1842. gez. vr. Brüggemann. Indeß es ist an uns Lehrern, selbstthätig Hand anzulegen. Da sich hier in Westphalen im Verhältniß zu den anderen Provinzen die meisten geprüften Lehrer befinden, so wende ich mich zunächst an diese. Wir müssen Konferenzen abhalten, in denen etwa vor Allem zur Frage käme: I. Die Unterrichtsweise, besonders in Religion und in den damit verzweigten Gegenständen. II. Die allgemeine Einführung eines und desselben Religions- und Gebetbuches für alle jüdische Schulen. (Jeder Sachkundige kennt z. B. die Folgen, die durch, oft unrichtigen, Gebrauch der verschiedenartigen Religionsbücher entstehen.) HI. Die Art und Weise, wie es von Seiten der Lehrer anzusangen und auszuführen sei, deren bisherige Stellung und Verhältnisse umzugestalten und zu verbessern. Zugleich muß in den Konferenzen. ein würdiger Gesammtsprecher aus unserer Mitte gewählt werden, der nicht nur wegen dieser Sache in einer darauf folgenden General-Konferenz (etwa in einem, in der Mitte Westphalcns liegenden Orte abzuhaltcn,) prasivirt, sondern auch späterhin das Ganze zu leiten habe. In dieser General-Konferenz dürften nur einige Abgeordnete aus einer jeden Konferenz, als Vertreter derselben, erscheinen. Die Resultate unserer Bemühungen müssen nach und nach mittelst Druckschrift veröffentlicht werden. So beherzigen Sie denn, meine Kollegen, den Inhalt dieser Zeilen, nehmen Sie nicht Rücksicht auf Einflüsterungen Uebelwollender oder auf die, welche ausschließlich am Zeitlichen hängen und darüber ihr eigenes Wohl und das ihrer Mitmenschen vergessen. Gehen wir ungesäumt und frisch an's Werk! Ich lebe übrigens in der sichern Hoffnung, daß sich auch Männer anderen Berufes uns anreihen und für unsere gerechte Sache sich ebenfalls eifrig bemühen werden. Ich bitte übrigens meine Kollegen mit mir darüber in Korrespondenz zu treten, und ihre Briefe unter der Chiffer H. F. an die N afse'sche Buchhandlung in Soest zu richten. F. Aachen, I. September. (Privatmitth.) Die Erziehungsanstalt des Herrn vr. Ludw. Wihl erfreut sich eines höchst glänzenden Erfolges. Sie zählt bereits 12 Zöglinge und hat auf das Wintersemester sechs neue Anmeldungen, worunter Holländer und Engländer. Die Gemeinde ist sehr erfreut hierüber, indem mehre reiche Familien ihren Ent- *) Erst in diesen Tagen angekgmmen. Redakt.

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