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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-24 · Heft 39 (24.9.1842) · p. Seite 576

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 39 (24.9.1842)
Date
1842-09-24
Page
Seite 576 (sequence 4)
Language
German
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576 Aberglaube und Lieblosigkeit geflochtenen gordischen Knoten mit einem zu durchhauen — einer Nation, welche sich nicht gescheut, öffentlich zu gestehen, daß ")„sie sich von der Stimme der Menschlichkeit angeregt fühlt, die jüdische Bevölkerung mit dem Lande, welches sie bewohnt, auszusöhnen"; ,',daß es die Gerechtigkeit befiehlt den Israeliten jedes bürgerliche Recht zu gewähren und ihnen den Weg zur Erlangung äußerlicher Auszeichnungen für Wissenschaft und Heldenmuth zu öffnen;" einer Nation, welche sogar darauf drang, die demüthigen Benennungen der Israeliten aus dem Gesetzbuche zu verbannen — und nun tritt dieser Ungarische Sprößling seiner edlen, zartsinnigen Mutter j entgegen — und beschwört den ihr verhaßten Geist j der Unduldsamkeit aus der Finsterniß der Borzeit - herauf"). Wie ganz anders als der Herr Edler! von Rosas denken die wirklichen edlen Ungarns.! Sie sehen mit Vergnügen, wie der Jude sich mit j aller Warme und Treue an sein Vaterland schließt; — wie er in allen Gewerben, Fabrikaturen, Künsten und Wissenschaften sich auszeichnet; — der ungarische Adel hat bereits einige jüdische Komitats- Wundärzte angestellt — und sehr viele des hohen und niedern Adels vertrauen sich der ärztlichen Hülfe jüdischer Aeskulape, welche nirgends außer Ansehen und Achtung stehen und wahrlich an keinem Orte aus Mangel eines der Kunst würdigen Benehmens, oder aus Mangel eines eifrigen, biedersinnigen und herzlichen Kunstaufwandes weniger Kredit haben. — Wie unbedeutend müßten die Erfolge österreichischer Lehranstalten sein, wenn jene niedere Gesinnungen, die Herr v. Rosas von den jüdischen Aerzten befürchtet/ wenigstens nicht durch das vieljährige Frequentiren höherer- Schulen abgelegt würden. — Die Redaktion dieses Organes des Judcnthumes kann es übrigens bezeugen, wie wenig die israelit. Aerzte an Gesinnungen Theil nehmen, die irgend zur gänzlichen Reife fehlen — wie sie fast allenthalben mit der innern Bercdlung ihres Glaubens sich befassen, *) Worte, der am letzten Landtage Se. Majestät unterbreiteten Repräsentation. '*) Der Geburtsort des Herrn Di-. R. (Kaschau) ist ebenfalls einzig in Ungarn an spießbürgerlichem Kleinstnn gegen die Juden. wie fast in den meisten jüdischen Gemeinden Ungarns Verbesserung des Schulwesens und Sichtung des zeitwidrigen Cermonialen von ihnen allein — und öfters nicht ohne bedeutende'Kämpfe ■— ausgehet. Ja, während Herr Dr. Rosas die jüdischen Aerzte Oesterreich's in Haß und Finsterniß erstarrt glaubt — sind sie die eigentlichen Apostel, die Aufklärung und Bildung unter den ihrigen zu verbreiten.— Der Verfall der ärztlichen Kunst, dessen Ursache Herr 0r. v. Rosas aufsucht, hat in den Meinungsspaltungen der letzt herrschenden verschiedenen ärztlichen Systeme seinen Grund; — aber unter den vielen verschiedenen-pathien, die einander in den Haaren liegen, und sich gegenseitig alle Achtung rauben, ist bestimmt keine so schädlich und schändlich, als die in Vorurtheilen begründete Antipathie- und wenn wir's auch schon im «saphirischen Speisezettel gelesen, wie die Kalbsköpse den Judenfischen die Rubriken versagen wollen — so ist es doch unbegreiflich, was einen so hochgestellten Mann zu solchen gehässigen Insinuationen bewegen konnte. Magdeburg, 11. September. In der in obiger Korrespondenz berührten Angelegenheit hat ein Aussatz des verehrten Mannheimer's in Wien einen ausgezeichneten Eindruck-gemacht. Wir werden im Stande sein, denselben unseren Lesern vorzulegen. Prag, 19. August. Gestern Abend erfolgte die feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Schulgebäude und Pastorate der hiesigen deutschen evangelischen Gemeinde. Vollzogen von dem Vorstande der Gemeinde, dem Superintendenten Kreytschi, dem Pastor Razga und dem Vicar Ruczizka, waren bei der Feier nicht nur der größte Theil der beiden hiesigen protestantischen Gemeindemitglieder mit der ganzen festlich gekleideten Schuljugend versammelt, sondern auch sehr viele höchst achtbare Bürger katholischer und mosaischer Konfession, darunter mehre Seelsorger derselben, nebst zahlreichen Mitgliedern der hiesigen städtischen und landesfürstlichen Behörden. (L. A. Z.) Arad, 28. August. (Privatmitth.) Gestern wurde hier zum ersten Male der Gottesdienst mit Orgel ausgeführt. Es ist die erste Orgel in einer

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