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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-24 · Heft 39 (24.9.1842) · p. Seite 575

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 39 (24.9.1842)
Date
1842-09-24
Page
Seite 575 (sequence 3)
Language
German
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575 Aus Holland, im August. DieVoice ok Jacob und Arch. isr. de Fr. enthalten einen Artikel über die erste Niederlassung spanischer und portugiesischer Juden in Amsterdam und über den Adelstitel israelitischer Familien in Holland, aus welchem wir das Bedeutendere hier ausziehen. Im Jahre 5364—1604 kamen zwei Schiffe aus Spanien in Emden an, worauf 10 Israeliten mit 4 Kindern, vielen Maaren, Meublen und Kostbarkeiten; sie waren vor der Inquisition geflohen. Sie machten in Emden die Bekanntschaft des R. Moses Uri Halevi und seines Sohnes R. Aaron, die aber aus Furcht vor der lutherischen Bevölkerung der Beschneidung dieser Leute sich nicht unterziehen wollten, und sie nach Amsterdam beschieden, von dem R. Moses eine Abbildung hatte. Er bezeichnete ihnen auf derselben einen Thurm, in reffen Nähe sie sich einlogiren, und gewisse Kennzeichen an der Thüre anbringen sollten, um sie wiedersinden zu können. Nach einigen Wochen trafen sie sich, und der Rabbi und sein Sohn machten sie zu Juden, und mietheten ein Zimmer, in welchem sie beteten. Bald wurden sie aber denunzirt, und der Rabbi und sein Sohn in's Gefängniß geworfen. Vor den Bürgermeister geführt und mit dem Tode bedroht, weil er eine neue Religion in Amsterdam gegründet, wies der Rabbi darauf hin, daß Amsterdam durch die neuen reichen Ankömmlinge, denen bald sehr viele Andere folgen würden, erstaunlich gewinnen und die erste Handelsstadt der Welt werden würde. Der Bürgermeister bedachte dies, und trug sie sogleich unter die Bürger Amsterdam's ein, ja räumte ihnen in einem seiner eigenen Häuser ein Betlokal ein. Bald strömten Israeliten aus Spanien und Portugal herbei, und bald wurde die Synagoge in Gegenwart des Bürgermeisters eingeweiht. R. Moses war ihr Rab-- biner, sein Sohn Chasan. Dieser Bericht ward den 10. Kislev 5471—1611 in Amsterdam ausgezeichnet, und zwei Rabbinen David Jsaac Cohen de Lara und Jsak Adrab fügten 1673 und 1674 noch hinzu, daß sie den R. Moses und R. Aaron in ihrer Jugend noch gekannt. — Ueber den Adelstitel von Israeliten in Holland heißt es: Schon zu Wilhelm's III. von England Zeiten gab es einen Baron Lopez Suaffo, der Jude war. In den schönen Zeiten in Spanien wurden mehre Juden geadelt, und später, zu der Zeit der Inquisition, nachdem sie katholisch geworden. Späterhin wunderten viele dieser nach Holland aus. Im Haag und in Amsterdam gtebt es mehre jüdische Familien, deren Adel sehr alt ist. Als 1815 Wilhelm I. einen niederländischen Adel bilden wollte, ließ er alle, die aufben Adel Anspruch machen wollten, denselben bei der heraldischen Kammer durch Dokumente nachzuweisen auffordern. Die Barone Lopez Suaffo, Suaffo da Costa und Suaffo de Pinto, die Barone Teixeira, Curie! Biceno wurden auf Grund ihrer Dokumente einregistrirt. Der König Wilhelm I. verlieh den Titel „Ritter" an die Familie Salvador in Holland. Ungefähr 20 Familien, die ihre Reichthümer verloren, in Folge der Revolution von 89, ließen sich nicht einregistriren. Andere sehr reiche, adelige, aber nur mit der Religion beschäftigte Familien haben sich nicht die Mühe geben wollen, sich der heraldischen Kammer vorzustellen, obgleich sie viel auf ihren Titel halten, und sich nur mit adeligen Familien verschwägern. So Teixeira de Mattos, Henriques de Castro, Lopes Limenes. Jndeß haben viele Familien ihr Vermögen verloren, und die Gemeinde schwindet immer mehr. Die Familien de Pinto, Teixeira, Suaffo und Salvador hatten wahrhaft fürstliche Häuser im Haag vor 1789. Zum Beispiel 1769 verheirathete sich Jakob Franco Mendes im Haag mit Fräulein Teixeira in seinem Hotel, Heerenstrat. Der Großvater des jetzigen Königs, der letzte Statthalter, Wilhelm V., Prinz von Oranien, mit seiner Gaktin, geb. Prinzessin von Preußen, beehrten die Hochzeit mit ihrer Gegenwart, und tanzten mit dem Brautpaar die erste Menuet. Vor drei Jahren befand sich der Ritter Don Antonio Franco, Justizminister zu Neapel, in Paris: er hat dasselbe Wappen, was die Familie Franco Mendes. Die Familie Sampayo, so berühmt iif Portugal, hat dasselbe Wappen, was die Teixeira führen. Oesterreich« Aus Ungarn, 20. August. (Privatmitth.j) Der im Julihefte der österr. medizinischen Jahrbücher erschienene odiöse Aufsatz, mußte die Israeliten Ungarns um so mehr schmerzlich berühren, da dessen Verfasser, Edler v. Rosas ein geborner Ungar ist — und somit einer Nation angehört, deren Bestreben dahin zielt, den aus dem Dreigespann: Vorurtheil,

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