Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1842)
- Date
- 1842-09-10
- Page
- Seite 548 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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548 mit Freundlichkeit gelieferte herrliche Gemälde, abzustattenc). Die Redaktion. *) Wir erlauben uns hierunter unsere Berechnung aufzustcllen: Laut Beilage zur Allg. Feit. d. Judenth. No. 24 (1841) eingekommen von 1489 Personen . . . 496 Thlr. 10 Rgr. nachträglich eingekommen ... — - 20 - Summa 497 Thlr. — Ngr. Ausgabe: An den Herrn Maler Schmidt.170Th'r.— Ngr. An den Herrn Prof. Oppenheim.85 - — - FürBronze, Kalligraphie, Litbographie, Papparbeit, Etui, Buch rc. . 200 - — - Für Druck der Beilage No. 24. der A. F. d. I. 15 - — - FürPorto bei Einsendung der Gelder . ... 12 18 - Für Porto bei Ausfuhrung ff. . . . . . 18 - 20 - Summa 501 Thlr. 8Ngr. 501Thtr.8 Ngr. tteberschuß der Ausgabe über die Einnahme 4Thtr.8Ngr. Die Redaktion. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Kassel, 21. August. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Gemeinde so wie alle Israeliten Kurhessens haben einen schmerzlichen Verlust erlitten und die Menschheit ist um einen edlen Mann ärmer geworden. Am 17. dieses Monats Abends 6j Uhr verschied, sanft und Gottergeben, nach vierzehntägigem Krankenlager an den Folgen eines nervös-gastrischen Fiebers, der Kurhcssische Landrabbine Dr. Philipp Romann, im 32. Jahr seines Lebensalters. Geboren zu Hindingsfeld bei Würzburg wurde derselbe, als Kandidat der mosaischen Theologie, im Jahr 1836 zu dem Amte berufen, dem er bis an sein Ende verstand. Wenn in der Gegenwart die Stellung eines Rabbincn mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist; wenn die Aufgabe, das positive Judenthum mit der Wissenschaft in Uebereinstimmung zu bringen und den Anfordemngen zu genügen welche eine bewegte Zeit stellt, eine für menschliche Kräfte kaum lösbare genannt werden darf; so war solche für den Verstorbenen um so schwieriger, als derselbe in noch jugendlichen Jahren seine Schultern dieser Last darzubieten hatte und seine religiösen Ansichten mehr dem Gemüth und der frommen Anhänglichkeit an den Ueberlieferungen der Väter, denn einer durch unbefangene wissenschaftliche Forschung herangebildeten Ueberzeugung, zusagten. Daß diese Richtung nicht bei allen Gemeindegliedern Beifall finden konnte und deßhalb auch manche tadelnde Stimme sich vernehmen' ließ, ist leicht erklärbar. Wenn aber ein von der Ausübung des gewählten geistlichen Berufs ganz erfülltes, jedem andern Genuß entsagendes Leben; eine nie ermüdende Thätigkeit überall wo es galt Menschenwohl zu fördern, verbunden mit einer liebenswürdigen Persönlichkeit auf Anerkennung Anspruch zu machen haben; so war der Verstorbene hierzu in vollem Maaße berechtigt. Daß diese Anerkennung ihm auch zu Theil wurde und zwar in einem die Grenzen seines besondern Wirkungskreises weit überschreitenden Umfange, davon gab die allgemeine Theilnahme Zeugniß, die sich während der Krankheit und beim Tod des Verblichenen aussprach. Freitag am 19. d. M. Nachmittags 3 Uhr fand das feierliche Leichenbegängniß Statt. Ein unübersehbarer Zug, an dessen Spitze sich die Geistlichkeit der verschiedenen christlichen Konfessionen sowie mehrere Regierungsbeamte befanden, und welchem sich eine große Anzahl hiesiger Einwohner aus allen Ständen angeschlossen hatte, folgte in stiller Trauer der irdischen Hülle. Auf dem Gottesacker wurde der Sarg von einem durch die Zöglinge der hiesigen Schul- und Schullehrer- Bildungs-Anstalt ausgeführten hebräischen Choralgesang empfangen, und der Kreisrabbiner Wetzlar aus Gudensberg, welcher zu diesem Ende von dort hierher gekommen war, gedachte mit kurzen aber ergreifenden Worten der Verdienste des Verblichenen. Zögernd und mit den wehmüthigsten Empfindungen wurde der Grabhügel verlassen, der die Gebeine des trefflichen Mannes deckt! Bei dem gestrigen sabbatlichen Frühgottesdienst waren im dichterfüllten Gotteshause, die Blicke aller Anwesenden nach der leeren Stätte des Heimgegangenen gerichtet. An den Stellen der Liturgie, welche