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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-09-10 · Heft 37 (10.9.1842) · p. Seite 546

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 37 (10.9.1842)
Date
1842-09-10
Page
Seite 546 (sequence 2)
Language
German
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546 um die Decken bildet. Nach einem kleinen Zwischenraum folgen -- die Bilder selbst sind nämlich oben gewölbt — j Eckfelder und Ekussons, die, jedes aus einem Stück, die j bezüglichen hebräischen Bibclverse enthalten, nämlich auf j der Oberseite: taiT?Va seist n« rrpT Tbs tt wn bts und auf der untern: 1:^2 üs ü'L bM rrnrr bs na Tie Bilder selbst sind dann wieder von einem inner» schmälern, ebenfalls bronze vergoldeten cisclirten Rahmen eingefaßt, und erscheinen auf diese Weise auf's vortbeilhaftesie gehoben. Die Adresse lautet folgendermaßen: Hochcdler Herr! Niemals bat eine hochberzige That die Herzen eines weitzerstreuten Volkes, einer durch alle Zonen der Erde verbreiteten Glaubensgenesscnschaft so tief durchbebt, als die, welche Sie verübt. Sie ist nicht bloß Kunde der Gebildeten geblieben, nicht bloß zur Kenntniß derer, welche den Begebenheiten des Tages zu folgen pflegen, gekommen: auch in die letzten Hütten der kleinsten Weiler ist sie gedrungen, und wenn in denselben zufällig ein jsraelitischcs Her; geschlagen, so wallte es freudig und voll stolzen Bewußtseins und voll tiefempfundenen Dankes auf. Als Sie, bochedler Herr, Sich entschlossen, über das Meer zu fahren, und an den Pforten eines strengen Herrschers Gerechtigkeit zn fordern: da haben Sie gewiß nicht gedacht an den ewigen Ruhm, der Ihnen zufließen würde aus Ihrem hochberzige» Plane, sondern nur an die Rettung Israels und seiner Bedrängten. Aber als Sie auf dem Verdecke des Fahrzeugs saßen, das Sie nach dem Laude brachte, welches in die Obren Israels ewig mit dem Klange des Drucks und der Leiden tönt, fühlten Sic da, daß, so viele Sterne am Himmel standen, unter denen sie wegzogen, so viele Augen, wenn auch geistige, der Besorgnis' und der wärmsten Theilnahme auf das langsam hinglcitende Fahrzeug im Meere und seine uns so kostbare Bürde schauten? Als Sie in die Halle des fremdgläubigen Herrschers traten, und mit der Kraft der Wahrheit und der Energie der Gerechtigkeit Gerechtigkeit verlangten, Gnade zurückwiescn, aber Gerechtigkeit forderten: ach! ganz Israel war mir Ihnen, und lauschte den Worten, die Sie sprachen, der Wirkung, die Sie hervorbrachten. Ihre Schritte, hochedler Herr, waren Gottgesegnete. Sie lösten den Gefesselten die Baude, gossen Balsam in die Wunden der Gemarterten, richteten die Gebeugten auf — aber noch mehr, Sie brachten die Verläumder Israel's zum Schweigen, der Bosheit brachen Sie die Stachel aus, und die Religion Mosis zeigten Sie, ein wahrer Moses, in ihrer ewigen Glorie, in ihrer unvergänglichen Reinheit. Und noch mehr, Sie wendeten Sich vom Vasallen zum Souverain, auch von ihm forderten Sie für Ihre Glaubensgenossen Menschenrecht, langverweigertes, Gerechtigkeit, langvorenthaltene, Duldsamkeit, laugverhöhnte. Und was Sie verlangten, Sie wußten es zn erlangen. Aber wäre dies der ganze Ruhm Ihrer That? Nein! Lange Jahrhunderte hat Israel geduldet, Sie, hochedler Herr, seit den langen Jahrhunderten haben zum ersten Male wieder gehandelt. Seit undenklicher Zeit war es Wahn in Israel: wir müssen tragen, was uns auferlegt ist, — Sie zuerst haben gezeigt, wie wir uns zu erheben, und das Joch zu zerbrechen haben. Jahrtausende lebte Israel in zerstreuten Gemeinden, deren jede nur sich bedachte, — Sie zuerst haben Sich aufgemacht vom Oceident nach dem Orient, und sind gefahren von England nach Aegypten, von Aegypten nach Konstantinepel, von Konstanrinopel nach Rom und Paris, um die Sache Israel's zu führen, und haben erwiesen: daß eine Gemeinde hinter den Berggipfeln des Libanon eben so Istael ist, wie in den Fluren der freien Lander. So wird der Einige geben, daß Tbatkraft in Israel sich von Ihnen, daß Einigkeit und Festigkeit in Juda sich von Ihnen her datiren wird, damit der Herr es führen könne zu dem Ziele, das Er ihm vorgezeichnet. Hochedler Herr! Israel ist einzig, wie der Gott, den es anbetet, wie die Lehre, die cS bekennt. Seine Geschichte ist einzig, sein Alter einzig, seine immer neue Jugend einzig. . Vor Allem aber ist auch sein Herz einzig, und sein Gedächtniß einzig! Sein Herz — denn wo klinget noch in den entlegensten, selbstgedrücktesten Herzen der Seufzer der entferntesten Brüder so stark nach, wie in einem israelitischen Herzen? — Sein Gedächtniß — wer bewahret seiner großen Männer Erinnerung, ihrer großen Thaten Andenken mehr als Israel? Dies ist es: Anderer Völker Geschichte ist geschrieben auf Pergamentrollen, die verstauben, auf Papierblätter, die vermodern — unsre Geschichte ist geschrieben auf die Tafeln blutwarmer Herzen, in die Furchen der Antlitze, in die Narben der Stirnen. Das Leben pnlsirt in jedem Namen, durch die Adern jeder That rollt ein ewig sich verjüngendes Blut.

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