Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1842)
- Date
- 1842-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VI Z-Hrg-Ug. Allgemeine No. 37. Zeitung -es Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von l)r. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 10. September 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers ri.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22i Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 25. August. Das Ehrengeschenk deutscher Israeliten an Sir Moses Montefiore in London. Verzögert durch die ganz besondere Sorgfalt, die wir dem in der Ueberschrift gedachten Gegenstände gewidmet, so wie durch mancherlei Umstände, deren letzter der Brand von Hamburg war, wo die eigentliche Ausführung geschah, ist nun endlich das durch die Redaktion dieser Zeitung für Sir Moss'es Montefiore in London veranlage Geschenk an seine Bestimmung abgesandt, und wird durch den Herrn Dr. Löwe übergeben werden. Wir geben mit Freuden über das gelungene Werk folgenden Bericht. Das Ehrengeschenk besteht in der unten felgenden, vom Redakteur verfaßten Adresse, mit den 1490 Unterschriften säwmtlicher Subskribenten zu dem Geschenke, auf Pergament, Lu Form eines Buches, Royal-FolLo, von mäßiger Dicke, 18 preuß. Zoll hoch, 15 breit. Die Adresse ist von Herrn Philipp, Schreibelehrer der Talmud-Tora-Schule Ln Hamburg, mit vieler kalligraphischen Kunst geschrieben, und jedes Blatt mit einer lithographirten Randzeichnung umgeben, von ägyptischen und israelitischen Emblemen, auf deren mittlerem Gipfel (nach einer Zeichnung des Herrn Prof. Oppenheim) Moses erscheint Ln dem Augenblick, wo er seine Mission erhält. (Er hält nämlich halbknieend die Hand vor dem geblendeten Auge, und hat seine Schuhe neben sich.) Die beiden Decken enthalten nun zwei Oelgemälde, und zwar die obere die Einsegnung des Josua durch Moses, Original von Herrn Prof. Oppenheim Ln Frankfurt am Main, die untere eine mit außerordentlichem Fleiße von Herrn A. Schmidt in Berlin (auf freundliche Empfehlung des Herrn Direktors der königt. Akademie, Dr. G. Schadow,) ausgeführte Kopie von Bendem ann's bekannten „traurenden Juden." Ersteres enthält den Moment, wo Josua, eine Heldenfigur voll Kraftgefühl und Demuth, Helm und Rüstung neben sich abgelegt, sich z beugend und das eben empfangene Gesetzbuch Ln den Händen, von Moses, einer hohen Gestalt, deren ehrwürdiges, schicksalgestähltes Greiseuantlitz mit hochbegeistertem Blick gen Himmel gekehrt ist, die Handauflegung erhalt. Die Handlung geschieht vor dem Hohenpriester Eleasar und vor der Stiftshütte, deren Insignien ebenfalls erscheinen. Zunächst stehen jüngere und ältere Priester und Leviten, und in einiger Entfernung sieht man das Volk in theilnehmenden Stellungen. Das Bild enthält 12 ganze Figuren, ohne die entfernten Gruppen und das i Nebenwerk, und zeugt von einer aus dem Herzen gequol-! lenen Konception. Besonders reißt das strahlende Gesicht! Mosis zur Bewunderung des Meisters hin. j Das Buch ist von dunkelrothem Sammet mit aufge-! legten Ornamenten von stark vergoldeter, ciselirter i Bronze. Diese bestehen auf jeder Seite in einem Karniß! von sogenanntem römischem Laube, das zugleich Rahmen