Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1842)
- Date
- 1842-09-03
- Page
- Seite 531 (sequence 3)
- Language
- German
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531 in ruff. Obligationen zur Begründung eines Hospitals für Greise, ]ü,009 Mark zur Stiftung einer jüdischen Warteschule, 55,000 Mark zur Erbauung von 4 Synagogen in verschiedenen Gemeinden Holsteins, 40,000 Mark für israelitische Arme in Kopenhagen, sodann eine Reihe von Legaten für die wichtigsten jüdischen und christlichen Anstalten hier und in Kopenhagen, eine Reihe von Geschenken an Freunde und einzelne Personen, und endlich eine Anzahl fundirter Renten für Schulen, für wohltharige Vereine, zum jährlichen Vertheilen an Arme, zum Verloosen an Familienväter und an Bräute, zu Holz, zu Miethe u. s. w. Das Ganze soll über 300,000 Mark Kapital betragen. Bei Lebzeiten hat der Verewigte außer der oberwähnten Synagoge und dem Schulhause hier und in Altona mehrere bedeutende Fideikommisse zu verschiedenen wohlthatigen Zwecken gestiftet. Er wurde sehr häufig von unbemittelten Leuten zu Gevatter gebeten, und schenkte dann gewöhnlich den Eltern die Kosten der Mahlzeit, wahrend er für jedes der Pathkinder eine Summe von hundert Mark bei der Gemeinde bis zu deren Volljährigkeit deponirte. Die Zahl dieser Pathen steigt weit über Hundert. Hartvig war zu Friedericia in Jütland geboren, und hatte den größten Theil seines Lebens in Kopenhagen zugebracht: hieher zog er erst vor ungefähr 13 Jahren. Kinder hat er nie gehabt, und hinterläßt bloß eine seit langer Zeit gemüthskranke Frau. Er lebte sehr einfach, machte jedoch jährlich eine Lust¬ oder Badereise: früher ein eifriger Theaterfreund, fand er in den letzten Jahren seine Erholung in der Betreibung der Gemeindegeschaste (als Kultus- und. Kaffen-Vorsteher) und im Schachspiel, in welchem er excellirte, und deshalb auch einer der Chefs unseres Schachklubbs war. Bekanntlich dachte und lebte er höchst orthodox: mit dem Eifer für die alte Religiosität, verband er jedoch einen fast nicht mindern für die Emanzipation, welche er durchaus nur in einer völligen und unbedingten Gleichstellung erkannte, so wie er überhaupt in seiner ganzen Art und Weise, obgleich durchaus nicht modern gebildet, nichts jüdisch-Eigenthümliches liebte, als was strikte zum Gebiete der Religion in seiner ganzen Ausdehnung gehört. Er strafte mithin die auf's Kommando argumentirenden Skribler Lügen, die da vorgeben, die „wahren Juden" machten sich nichts aus den Bürgerrechten, und uns mir heuchlerischer Sorgfalt (um mit Don Carlos zu reden) nicht zur Armee schicken mögen, aus Furcht unser — Singen könnte drunter leiden. Der Bau des neuen Tempels hat seit einigen Wochen begonnen, die Vollendung ist jedoch erst 1844 zu gewärtigen. t-en ß e n. Breslau, 13. August. (B. N.) Die Kauft teilte jüdischen Glaubens sollen die Gründung einer eigenen Art von Börse (Geschäfts-Versammlungs- Lokal) beabsichtigen, da sie von dem Erscheinen in der eigentlichen Kaufmannsbörse ausgeschlossen sind. Magdeburg (Schluß aus der Geiger'schen Ansprache.) Im Verfolge dessen werden nun die Versuche durchgenommen, welche zur Herstellung des Friedens gemacht worden, die aber am Ende daraus ausliefen, daß Geiger Ehaliza und Get weder vollziehen, noch zu der Vollziehung gezogen werden sollte, worauf er nicht eingehen konnte. In H. „die religiöse Verschiedenheit" zeigt der Vers, zuerst, wie falsch und nichtig die Worte des Gegners seien, der sein Leben lang dem Verfall des religiösen Lebens müßig zugesehen, und sich nun als „Opfer" darstelle. Er sagt: „Als im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts Mendelssohn die Tora (die Bücher Mosis) von einer rein deutschen Uebersetzung in hebräischen Lettern begleitet herausgab, da schaarten sich die damaligen Rabbiner zusammen und errichteten Scheiterhaufen und erließen Bannbullen, und als der fromme Hartwig Wessely seine Schriften über die Nothwendigkeit einer geregelten Erziehung herausgab, da schaarten sich wiederum die damaligen Rabbiner zusammen und errichteten nochmals Scheiterhaufen und erließen nochmals Bannbullen, und das war zur Zeit der höchsten Blüthe rabbinischer Autorität, und das waren Männer, die nicht aus dem Kaufmannskomptoir und der Schachterbude zum Rabbinatssitze hinandrangen, sondern mit dem heiligsten Ernste ein ganzes Leben ihrem Studium geweiht hatten, Männer, die durch Schriften und mündlichen Unterricht ihren Geist unter Israel zu befestigen und! fortzupstanzen bestrebt waren — und was war das Resultat ihres zeitwidrigen, wenn auch fast von der ganzen Masse unterstützten Ankampfens? Nichtig und eitet, und