Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1842)
- Date
- 1842-09-03
- Page
- Seite 530 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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530 — ich trat näher — las die Aufschrift, und fand sie der Veröffentlichung und Verewigung werth. Hier ist sie. Die deursche: liier ruliet die Asciie des edeln Mannes Benjamin Salomon Spitzer, Bürgers iu Aew - Orleans. Als Mordamerikanischer Schifl'ska|>itün umsegelte er zweimal Unsere Erde, ln mitten seiner rühmlichen Laufbahn ereilte ihn der Tod. Er ward Gehören iu l'ressbürg in Ungarn, int Dezember 1774 une starb in Wien 1820. Der Schluß der hebräischen Aufschrift: ,i:p L® 2bniO:'“isa "fr® N1” nisbs:: »im?;® 'S b:r ®'b®; 2“rpn —rr ®*n V;- rr “rrs mrnb — b-rr, einnns®::? ,rnbs Ni' nwa .-rr-a ■p® Errb? , rr® b" rsm rer Eine nähere biographische Kenntniß dieses seltenen Mannes, und seines außerordentlichen Schicksals, konnte ich nicht erlangen; soviel ich erfahren konnte: verließ er als hilfslvser Knabe seine Mutterstadt Prcßburg, die er wieder — aus Zärtlichkeit gegen seine Familie — als Bürger zu New-Orleans, ruhmgekrönt besuchte. Daß er an Glücksgütern reich heimgekehrt, seine Familie reichlich beschenkt hatte, ist aus der letzten Zeile der angeführten hebräischen Aufschrift ersichtlich. Sollte es Manchen in Preßburg geben, der die Geschichte dieses in Ungarn gebornen in Nordamerika großgewordencn Mannes gründlich kennt, so dürfte gewiß eine detaillirte Lebensbeschreibung den Lesern der AUg. Zeit, des Judenth. sehr willkommen sein. E. F. Aus Ungarn, 10. August. (Privatmitth.) Der mährische Landesrabbiner Herr Nchcmias Trebitsch ist aus seiner Reise nach Karlsbad, in Prag, an den Folgen einer bösartigen Krankheit gestorben. Die Rabbiner in Ungarn haben ihn schon ex officio t-scs gewesen. Ucbcr sein Leben und Wirken wissen die HH. Fasset in Proßnitz und Neuda in Loschitz Bescheid zu geben. Die mährischen Juden sollen, die Einreichung einer Petition zu Gunsten ihrer bürgerlichen Stellung bezweckenden Berathungen gepflogen haben. Die Deputation der ungar. Jsraelitenschast hatte endlich das Vergnügen ihre Bemühungen von gutem Erfolge gekrönt zu sehen. Sie haben sich verbindlich gemacht, die seit 1828 von Seiten der ungar. Behörden nicht einkaffirte, von Seiten des wiener Hofes aber als rückständig betrachtete Toleranz-Taxe im Verlause der nächst folgenden 15 Jahre terminweise zu zahlen. Die Summe beträgt 1,160,000 jT. C.M.; für die Zukunft wird das Toleranz-Tax-Gesetz aufgehoben. Holland. Zwolle. Vor Kurzem erschien im Haag bei Belinfante in hebr. und holländ. Sprache der Kultus-Reform-Entwurf des Oberrabbinen Herzvcld, Ritters des Löwenordens. Die vorzüglichsten Vorschläge sind: 1) Choralgesang; 2) Ausschließung jeder den alten Gesängen fremden Melodie; 3) Verbot des lauten Betens; 4) Abschaffung des Verkaufs der Mizwoth und Mi-scheberach; 5) Am 9 Ab rezitirt der Chasan allein die m:p, ausgenommen ■■rs 'bs, Predigt; 6) Ausgenommen die 4 Vorträge Sch. hagadol, teschubah, am 9 Ab und am Sch. vor Elul, alle Predigten in holländischer Sprache. 7) Abfassung eines Katechismus, Konfirmation von Mädchen und Knaben. 8) Ordnung bei der Leichenbestattung. (Arch. isr. de Fr.) Deutschland. Hamburg, 10. August. (Privatmitth.) Am 4. d. M. starb hieselbst in dem Alter von 654 Jahren, obgleich an einem organischen Fehler, dennoch ohne eigentliche Krankheit und völlig unerwartet der durch die Menge und den Umfang seiner wohlthätigcn Stiftungen auch im Auslande berühmte hiesige Gemeindevorsteher Jsaac Hartvig, dessen auch schon in dieser Zeitung bei Gelegenheit der von ihm erbauten Synagoge zu Wandsbeck und des Armenschulhauscs zu Altona gedacht wurde. Der Verstorbene hat einen großen Theil seines bedeutenden Vermögens zu wohlthätigen und religiösen Zwecken größtentheils in hiesiger Stadt und Altona, zum Theil aber auch nach auswärts vermacht. Als die wichtigsten Legate nennen wir 25,000 5# Silberrubel