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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-08-27 · Heft 35 (27.8.1842) · p. Seite 526

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 35 (27.8.1842)
Date
1842-08-27
Page
Seite 526 (sequence 10)
Language
German
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526 ist durch den ehrenwerthen Verfasser des Eingangs gedachten Aufsatzes vertheidigt worden." So wie in diesem Blatte, hat auch der erwähnte Aussatz in hiesiger Stadt von den höchsten Beamten allgemeine Anerkennung gefunden und den besten Einfluß gehabt. Mit desto größerer Verachtung und Widerwillen wurde daher die witzig sein sollende Bemerkung der Redaktion der Allg. Augsb. Zeit, ausgenommen: „Hiernach (wenn nämlich, wie es in dem Aussatze selbst heißt, das Wesen der jüdischen Religion allein in dem Glauben an einen einzigen Gott und Schöpfer, welcher die Schicksale der Menschen und Völker lenkt, welcher dem Menschen seinen heiligen Willen offenbart und ihm moralische Freiheit gegeben hat, vermöge welcher er für die Folgen seiner Handlungen verantwortlich ist, bestehe:) würde die Zahl „unsrer- Leute" im glücklichen Europa sehr beträchtlich sein; denn obige Definition paßt ungefähr eben so gut auf denkgläubige Christen." — Wir von unsrer Seite lassen es dahingestellt sein, ob solche „denkgläubige Christen" nach obiger Desinition der christlichen Dogmatik gemäß wirklich Christen sind, behaupten aber nach innigster Ueberzeugung, daß solche, mögen sie zu „unfern oder zu euren Leuren" gehören, nach dem Wesen und Geiste des Prophetismus, des reinen Iudenthums und selbst nach einigen Aeußerungen des Talmud, wahre, ächtgläubige Juden sind. Magdeburg, 8. August. (Fortsetzung.) Eine neue Gelegenheit kam, um Herrn Tiktin Mittel an die Hand zu geben, die Aufregung zu erhöhen. Im Marz feiert die Krankenverpflegungs- und Beerdigungs-Gesellschaft jährlich ihr Stiftungsfest; voraus geht eine Rede auf dem Friedhofe, von dem ersten Rabbiner gehalten. Sowol zu dieser Rede als zu dem Mahle werden die Mitglieder des Rabbinatskollegiums eingeladen. Obgleich Herr T. meinen Vorträgen noch niemals beigewohnl hatte, so nahm ich doch keinen Anstand, bei dem (einigen anwesend zu sein. Herr T. war durch mein, von ihm nach seinem Sinne nicht erwartetes, Erscheinen verblüfft und ließ in diesem Erstaunen, wie er sich selbst nachher äußerte, mehre vorbereitete Stachelreden, welche spezielle Beziehung auf mich hatten, zurück, theilte sie blos nachträglich seinen Vertrauten zu besondcrm Ergötzen mit; man konnte jedoch von dem Gesagten auf das Verschwiegene schließen, indem auch jenes voll der bittersten Anspielungen war. Den andern Abend folgte das Fest; Herr T. erschien nicht, weil auch ich zugegen sein sollte. Der kurz darauf folgende Sabat vor dem Pcßachfeste, an welchem Herr Tiktin in der großen Synagoge einen Vortrag hielt, wie er alljährlich that, war wieder für ihn eine erwünschte Gelegenheit, seinem Grolle Luft zu machen; er wüthete wahrhaft und in meiner Anwesenheit, denn ich mochte noch immer die ihm schuldige Rücksicht nicht unterlassen. Ich meinerseits ließ mich dadurch in meinem friedlichen Streben nicht irre machen. Beständig gereizt und herausgefordert, wäre ich nicht anzuklagen gewesen, wenn ich gleichfalls meinen Vorträgen eine scharf polemische Tendenz gegeben hätte; ich that es nicht. Jedoch ich übergehe weitere Einzelnhciten, die alle dasselbe Resultat belegen, wie von meiner Seite mit Aufmerksamkeit gegen Herrn T. und mit Vorsicht verfahren wurde, damit doch etwa das gestörte Verhältniß in der Gemeinde wieder ins Geleise komme, von Herrn T. im Gegentheile eine jede Gelegenheit ergriffen wurde, um Erbitterung hervorzurufen und zu steigern. Blos Eines noch muß ich in's Gedächtniß zurückrufen. Als im Mai v. I. das Jubiläum der Kvnigl. Wilhelmschule gefeiert wurde, brachte bei dem Mahle ein Mitglied des Vorstandes einen Toast auf uns Beide aus; ich beantwortete denselben mit dem Bemerken, daß ich mich freue, bei dieser Gelegenheit auch der Rabbiner gedacht zu sehen, da Jugendunterricht und Bildung mit Religion Hand in Hand gehen müsse, und wenn wir auch in mancher Ansicht von einander abwcichen sollten, so sei doch unser Beider Streben die Begründung des Judenthums, die Erhaltung der Religion u. s. w. Nach beendigten Worten trat ich zu dem ferne von mir sitzenden Herrn T. hin, mit ihm anzustoßen; Herr T. nahm diese Huldigung stillschweigend an, sein Benehmen blieb nach wie vor verletzend und aufreizend. Unterdessen waren mehre Fälle vorgekommen, bei welchen das Zusammenwirken eines Rabbinats-Kollegiums erfordert wird, nämlich Chaliza und rituelle Ehescheidung. Diese Funktionen versieht der Vorsitzende des Kollegiums, die andern Mitglieder sind blos dabei anwesend und machen höchstens eine Be-

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