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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-08-27 · Heft 35 (27.8.1842) · p. Seite 518

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 35 (27.8.1842)
Date
1842-08-27
Page
Seite 518 (sequence 2)
Language
German
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518 Meinung vollkommen die Erwartung ihrer ersten Urheber entsprochen, und der niederländische Staat hat niemals diese Reform zu bedauern gehabt. Indem man einen Vergleich mit anderen anstellt, findet man, daß besondere Umstände die Civilisation der Masse noch aufgehalten haben; aber sie haben jedoch den Beweis geliefert, sowol 1813—181», als 1830 und nachher, daß sie bereit sind, die Interessen ihres Vaterlandes mit Kraft und als gute Staatsbürger zu vertheidigen. Der Minister des Innern: Schimmelpennink v. d. Oye. II. Schreiben des Ministers der Finanzen. Im Haag, den 20. April 1842. Mein Herr! Auf Ihr Verlangen vom 18. h., mache ich durchaus keine Schwierigkeit, sondern ist es für mich vielmehr eine angenehme Pflicht, der Wahrheit zu huldigen, indem ich erkläre, daß die Zulassung der Israeliten zu denselben politischen Rechten, wie vie anderen Staatsbürger, die in diesem Lande seit einem halben Jahrhundert geschehen, die glücklichsten Resultate hervorgebracht, und daß sie sich als treue und loyale Unterthanen, besonders in den schwierigen Verhältnissen, in denen sich das Königreich der Niederlande befunden, ausgezeichnet haben. Ich habe die Ehre ff. ff Rochussen. III. Schreiben des Justizministers. Im Haag, den 21. April 1842. Es ist für mich eine angenehme Pflicht, der Forderung zu genügen, die Sie an mich gerichtet haben, indem ich Ihnen die schriftliche Erklärung zukommen lasse, daß, wie die Niederländer im Allgemeinen sich durch ihren ruhigen Charakter und ihre treue Anhänglichkeit an Vaterland und König auszeichnen, ebenso diejenigen unter den Niederländern, welche die jüdische Religion bekennen, sich dadurch ehrenvoll unterschieden haben. In den letzten Jahren gab es in diesem Lande Gelegenheiten genug, Beweise von Patriotismus und Bürgertreue zu geben. Die Juden haben sich ihrerseits aus eine Weise hierin betragen, die gleicher Weise ihr Herz und ihren Geist ehrt. Deshalb sind sie auch in unferm Vaterlande allgemein als gute Bürger anerkannt und betrachtet. Die Regierung ehrt sie als solche gern, und persönlich empfinde ich ein wahrhaftes Vergnügen, daß Ihr Wunsch mir die Gelegenheit girbt, dieses Zeugniß zu Gunsten einer zahlreichen und achtungswerthen Klasse von Niederländern abzugeben. Der Justizminister: Van Hall. IV. Schreiben des Kriegsministers. Der General-Direktor des Krieges erklärt durch Gegenwärtiges aus das Verlangen des Herrn S. P. . Lipman, Ritters des niederländischen Löwenordens! und Advokaten zu Amsterdam: daß nicht allein auf Grund der Anordnungen des Grundgesetzes des Königreiches und der Gesetze über die Nationalmiliz, die Israeliten dieses Landes ihre militärischen Verbindlichkeiten mit derselben Treue erfüllen, wie alle anderen Bewohner des Königreichs, sondern daß sie auch sehr häufig freiwillige Dienste nehmen, so daß es letzterer Art gegenwärtig in aktivem Dienste Offiziere und viele Unteroffiziere und Militärs untern Ranges in den verschiedenen KorpS der Armee, so wie auch Militärärzte, sowol in den Niederlanden als auch in Ost- und Westindien giebr; daß sie sich stets gut und lobenswerth in ihrem verschiedenen Rang und Aemtern betragen, ohne jemals Ursache zu mehren Klagen oder zur Unzufriedenheit zu geben, als andere Militärs von anderm Glaubensbe-! kenntniß, so daß man in der Niederländischen Armee! keinen Unterschied, keine Ausnahme in Betracht ihrer macht, und junge Leute jüdischer Religion, sobald j sie die Befähigung und nothwendigen-Eigenschaften! besitzen, auf gleichem Fuß mit anderen jungen Leu-; ten, Söhnen von Bewohnern des Königreichs, um! Zulassung zu der königl. Militärakademie, bestimmt Offiziere im Armeedienste .und Beamte in der Marine zu bilden, im Königreich und in den Kolonieen, i konkurriren.! Im Haag, den 23. April 1842. Lisi. V. Schreiben des Präsidenten van Hall. , Amsterdam, den 28. April 1842. | Es ist für mich, mein Herr, ein wahrhaftes Verj gnügen, in Ihrer Forderung die Gelegenheit zu sin-! den, im Interesse unsrer zahlreichen Mitbürger, die, j wie Sie, die israelitische Religion bekennen, einZeug-! niß abzulegen, welches, wie ich hoffe, den edlen ' Zweck, den Sie sich vorgesetzt, vollständig erfüllen wird.

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