Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1842)
- Date
- 1842-08-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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vi. z<ch>W»g. Allgemeine R». SS. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von irr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. eipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigfter Concession.) Leipzig, den 27. August 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Holland. Magdeburg, 14. August. (Privatmitth.) Wir hatten uns an den Herrn Ritter w. Lipman zu Amsterdam brieflich gewendet, um die Dokumente zu erlangen, welche er zur Widerlegung der trügerischen Verleumdungen des schwedisch-norwegischen Konsuls Egi.dius an den Storthing gesandt. Hierauf erfreute uns nach einiger Zeit Herr Lipman mit folgendem Schreiben, welches wir hier wörtlich wiedergeben, um die Ansichten desselben vollkommen dem Publikum vorzulegen. Die Redaktion. Amsterdam, 6. Aug. 1842. Mein Herr! Wenn ich gesäumt habe, den Wunsch, den Sie mir bezeugt haben, zu erfüllen, so ersuche ich Sie, überzeugt zu sein, daß die Erklärung dieses Stillschweigens weder in einer schuldigen Gleichgültigkeit für die heilige Sache, der Sie die eminente- - sten Dienste geleistet haben und noch leisten, noch in; einem Mangel an Achtung und Dankbarkeit, Gefüh-! len, auf die Sie, mein Herr, so gerechte Ansprüche haben, zu suchen sei. Sondern ich erwartete täglich wichtige Schriften aus Christian!«, und ich wollte Ihnen diese zu gleicher Zeit mittheilen. Diese sind noch nicht angekommen, aber ich wollte doch nicht länger meine Antwort anstehen lassen. Sie verlangen von mir eine von mir abgefaßte Vertheidigung der Juden, aber ich habe eine solche niemals geschrieben. Unterrichtet von dem verleumderischen Angriff, welchen der schwedisch-norwegische Konsul zu Amsterdam sich gegen meine Mitbürger und Glaubensgenossen, in Holland gestattet hat, glaubte ich, daß die beste Widerlegung eine solche wäre, welche von den ersten Staatsmännern des Landes ausginge. Ich wandte mich daher an vier Minister, an den Nestor unsrer Magistrate, den Präsidenten des Tribunals von Amsterdam, und an den ehrwürdigsten und berühmtesten unsrer Generäle. Folgende sind ihre Antworten. I. Schreiben des Ministers des Innern. Im Haag, den 19. April 1842. Mein Herr! Um dem Wunsche zu genügen, den Sie mir in Ihrem geehrten Gestrigen ausgedrückt, stehe ich durchaus nicht an, mich folgender Worte zu bedienen: Nachdem die Israeliten während 47 Jahre Theil genommen an allen Rechten und Pflichten der niederländischen Bürger, auf einem völlig gleichen Fuße mit ihren anderen Mitbürgern, hat die Regierung oft Gelegenheit gehabt, die soziale Veränderung l wahrzunehmen, durch welche dieser Theil der Bevöl» j kerung, aus seinem alten Standpunkte der Jsolirung! hervorgehend, zu einer vollständigen Thrilnahme an! der niederländischen Nationalität berufen ward.! Diese politische Emanzipation hat nach meiner