Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1842)
- Date
- 1842-08-20
- Page
- Seite 513 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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513 gästen sich etwas früher einfindet. Seine größte Aufmerksamkeit will unser geistliche Obre dem Jugendunterricht schenken, und seinen vielfachen Bemühungen ist es Gott sei Dank! gelungen, daß die Herren Vorsteher Lewendowski und Reich sich entschlossen haben von Michaelis ab noch einen dritten geprüften Lehrer an der hiesigen Elementarschule anzustellen. Auch der hebräische Unterricht soll mit dem nächsten von den hiesigen zwei Privatlehrern alliirt mit den drei Elementarlehreru nach einem regelmäßigen Kursus geleitet werden. Die Herren Vorsteher, wie die Herren W. Zölner, M. Goldstein und L. Zerkowski kommen ihm in allen seinen guten Unternehmungen auf das Liebreichste entgegen, und sammtliche Israeliten hiesiger Stadt sowol, als die Einzelnen, welche aus der Umgegend seine Bekanntschaft machen, sind ihm mit der aufrichtigsten Hochachtung ergeben. — Zeugt schon die in No. 29 dieser Zeitung mitgetheilte Verfügung an die Querulenter, hinlänglich von der Humanität unsrer Regierung, so kann nur der Bericht derselben an ein Königl. Hohes Präsidium noch mehr von der Wahrheit dieser Behauptung überführen. So lautet der Bericht: „Indem Einem Königl. Hohen Oberpräsidium wir „die mittelst neben bemerkten hohen Erlasses uns „zugefertigte Eingabe der Korporationsmitglieder „Mirels und Genossen vom 17. Mai c. und de- „ren Anlage gehorsamst remittiren, überreichen wir „hierbei unsre die Anstellung der Rabbiner bei der „jüdischen Korporation in Wreschen betreffenden „Akten 8ub petito remissionis, um aus den darin „befindlichen Schriftstücken, namentlich dem Berichte des Kreislandraths, vom 5. v. M. die „Uebcrzeugung hochgeneigtest zu gewinnen, wie die „vorliegende Beschwerde lediglich als ein Werk des „in den jüdischen Gemeinden leider nur allzuhäu- „sig herrschenden Parteigeistcs zu betrachten ist, „und zum Belage dient, bis zu welchem Maaße „unverschämter Zudringlichkeit einzelne jüdische Ge- „meindeglieder bei Gelegenheit derartiger Partei- „umtriebe mit ihren Beschwerden gelangen. In „der bei unsren Akten befindlichen Vorstellung von „17. April c. war ausdrücklich behauptet worden, „daß die Wahl des 0r. Gebhardt ohne vorschrifts- „mäßige Vorladung der Gemeindemitglieder durch „Currende erfolgt sei. Durch die uns originaliter „vorgelegte, bereits unterm 2. Februar c. ausge- „fertigte Currende, hat. sich indessen das Gegen- „theil erweislich gemacht, und zugleich ergeben, „daß die Beschwerdeführer Wolff Siebarth, Mirels „und I. Heilbron selbst ordnungsmäßig vorgela- „den worden sind. Gegenwärtig haben nun die- „selbcn Personen die Dreistigkeit, ihre frühere Behauptung ohne Weiteres in Abrede zu stellen. — „Eine Vorschrift, wonach Wahlkurrenden jedem „einzelnen Korporationsmitgliede 14 Tage vor dem „Wahltermin präsentirt werden müßte, existirt „nicht. — Was die Qualifikation des Dr. Gebhardt betrifft, so war deren Prüfung Sache der „Gemeinde, und dürfte hierüber eine Entscheidung „Seitens der Staatsbehörde nicht zulässig sein. „Daß jedoch der Dr. Gebhardt zu den gebildetsten „Rabbinen unsres Verwaltungsbezirks gehört, und daß dessen Acquisition für die Korpo- „ration Wreschen nur als sehr erwünscht angeie- „hen werden kann, ist nach den beigebrachten „Zeugnissen nicht zu bezweifeln. „Wir können unter diesen Umständen nicht umhin, Ein Königl. Hohes Ober-Präsidium um eine „ernstliche Zurechtweisung der Beschwerdeführer we- „gen ihres grundlosen und muthwilligen Queruli- „rens gehorsamst zu bitten. Die Regierung-Abtheilung des Innern, v. Beuermann. Pulan Peterson. Schubring. Reibner. Lewisuer. Viebig. v. Velson. Posen, im Juni 1842. Berlin, 8. August. Zum freiwilligen Eintritt in's Heer haben sich diesmal insbesondere Juden gemeldet; man sieht also, es ist nicht bloß Wort, sondern That, wenn sie die Militärpflicht nicht aufgeben wollen. (Magdeb. Zeit.) — Die Allg. Augsb. Zeit, enthält: „Der Verein für den Kölner Dom zählt jetzt 590 Mitglieder. Bemerkenswert!) ist, daß sich darunter 183 Mitglieder mosaischer Religion mit einem Beitrage von 514 Thalern befinden, die in der aus Angehörigen der jüdischen Gemeinde bestehenden wohlthaugen „Gesellschaft der Freunde" gezeichnet wurden. ES ist dieß ein neuer Beweis, wie sehr es sich die Juden unseres Landes und unserer Zeit zur Ehre rechnen dem Gesammlkörper der. deutschen Nation anzugehören."