Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1842)
- Date
- 1842-08-20
- Page
- Seite 512 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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512 daß solche mit unnöthigerweise verletzenden Einrichtungen begleitet sei, ist auch jetzt wieder — gleich wie früher zufolge ständischen Schreibens vom 17. Junius 1837°) lebhaft gefühlt und anerkannt worden, wie denn auch schon der Vorbehalt einer weitern Bestimmung in der Untergerichtsordnung das desfallfige Bedürfniß hinreichend andeutct. Stände halten sich danach, schon vor ihrer Erwiederung auf den fraglichen Gesetzentwurf, veranlaßt: die beiden Eingaben der Landrabbinen dem Königlichen Kabinet zu übersenden, mit dem Ersuchen, in Erwägung nehmen zu wollen, ob und in welcher Maße dem Juden-Eide eine zweckmäßigere Einrichtung gegeben werden könne, und zu dem Ende eventuell das Erforderliche ohne weitere Kommunikation mit Ständen erlassen zu wollen. Hannover, den 15. Januar 1842. Die Versammlung der allgemeinen Stände des Königreichs. v. Hodenberg. Hartmann, Dr. Wedemeyer. Merkel. (Schluß folgt.) Pr eussen. Stettin, 8. Juli. (Privatinitth.")) Endlich ist auch in hiesiger jüdischen Gemeinde die Apathie und unerschütterliche Gleichgültigkeit aus ihrem lethargischen Schlafe erwacht, endlich hat das Bessere auch bei uns gesiegt. Auch die hiesige jüd. Gemeinde hat einen zeitgemäßen Rabbinen gewählt, und mit so großer Einstimmigkeit gewählt, daß man diese Einigkeit wol nur den Talenten des Gewählten zuschreiben kann. Es ist nämlich der Herr Dr. W. A. Meisel (Verfasser der Biographie Wessely's u. dgl. m.) welchen die hiesige Gemeinde zu ihrem Seelsorger sich erkoren. Der Herr Dr. Meisel war um einen Freund zu besuchen nach hiesigem Orte gekommen, und ward von dem hiesigen Gemcindevorstande ersucht in der Synagoge zu predigen. Nachdem derselbe am naa ^8 “pa und am darauf folgenden mp "s naa die Gemeindemitglieder durch vorzügliche Predigten erbaut hatte, ward der Herr Dr. M. in einer am a) Aktenstück zum Landtag. Fünfte Diät von 1837 pag. 490. **) Erst heute uns zugekommen. Redakt. j 12. verg. Mts. stattgefundenen Generalversammlung! der Mitglieder einstimmig als 38 und Prediger gei wählt, und hat der Herr vr. M. auch darein gewilligt, sich der Seelsorge unserer Gemeinde zu unterziehen. Am r^pn "b naa predigte Herr Dr. M. zum dritten Male in unserer überfüllten Synagoge, und Res. muß bekennen daß sämmtliche Anwesende im! höchsten Grade von den tief ergreifenden Worten des 1 Redners erbaut waren, und voller Enthusiasmus j für denselben sind, was dessen einstimmige Wahl auch j genugsam bekundet. Schon jetzt haben die Predigten des Herrn vr.; M. gute Früchte getragen, da von mehreren hier wohnenden der Gemeinde nicht beizetretenen Juden, in Folge derselben und der zu erwartenden neuen Ordnung in der Synagoge, gleich einige sich der i Gemeinde angeschlossen haben. Der löbliche Vorstand! war human genug während der drei erwähnten Pre-; digten, auch den Nichtmitgliedern den Zutritt:zur : Synagoge zu gestatten. So werden wir hoffentlich des Segens noch viel genießen sobald unser Herr Seelsorger sein Amt (was wahrscheinlich noch im Laufe dieses Jahres geschehen wird) angetreten haben wird. Möge der Allmächtige ferner Einigkeit in der Gemeinde erhalten! Wreschen, 21. Juli. (Privatmitth.) Wir kön-! neu es uns nicht versagen, die rastlose Thätigkeit unsres Rabbinen Herrn Dr. Gebhardt hervorzuheben. Während seiner kaum zwei monatlichen Amtsführung, fühlen wir Alle schon die Folgen seiner segensreichen Wirksamkeit, und es bestätigt sich immer mehr, daß die Herrn Vorsteher die richtige Wahl getroffen, i Ein neues Leben ist seit seinem ersten Auftreten in unsrer Gemeinde erwacht, und der Sinn für alles wahrhaft Gute und Schöne, der durch Ihr geschätztes Blatt im Judenthum geweckt ist, beginnt auch! hier rege zu werden. So wird hier, die von unsrem! Rabbinen Herrn Dr. Gebhardt getroffene Abänderung i vorläufig hinsichts der Trauungen allgemein gebilligt, j und fünfmal ist bereits, bei einer tief zum Herzen! gesprochnen Rede, vor dem Tabernakel getrauet 1 worden. Auch der übliche Gottesdienst vorder j Trauung, geschichet nicht mehr im Hause des Bräuj tigams, sondern im Gotteshause, wohin das Braut- I paar begleitet von den Brautführern und Hochzeits-