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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-08-20 · Heft 34 (20.8.1842) · p. Seite 509

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 34 (20.8.1842)
Date
1842-08-20
Page
Seite 509 (sequence 9)
Language
German
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509 kat S. P. Lipmann soll jedoch bei Sörensen um eine verisizirte Kopie jener Berichte angehalten haben. — Dänemark. Kopenhagen, 3. August. (Privatmitth.) Auch hier bei den Rocskilder-Provinzial-Ständen ist eine Komittce wegen Resormirung des Judeneides niedergesetzt. Das Resultat soll Ihnen zur Zeit mitgetheilt werden. — Die „Prämiengesellschast zur Anbringung der mosaischen Jugend bei Künstlern und Handwerkern" hat einen ihrer würdigsten Direktoren, Herrn I. Unna, durch den Tod verloren. Welchen Riß der unversöhnliche Tod wiederum durch das plötzliche Absterben dieses Biedermannes in unserer Gemeinde gemacht, davon zeugt am Besten der zahlreiche Leichenzug, der ernst und trauergcstimmt den Sarg des Verblichenen umgab, und tiefrührend war der An-- blick der sämmtlichen Freischüler, die schmerzdurchdrungen am Grabe ihres geliebten Direktors (er war zugleich Direktor der isracl. Freischule) standen. Zuerst sprach das Wort der Erbauung und des Trostes unser beredter Rabbiner Herr Di-. Wolff, welchem er zu Grunde gelegt einen Bibelvers aus der wöchentlichen Haflora '-oi 'in tdd (Jes. 40, 5) in welchem er nachgewiesen, daß in jedem menschlichen Wesen sich die Göttlichkeit offenbart, — und nachdem die Herzen so, von dem Gottcsmanne ergriffen, erschüttert und getröstet waren, wurden sie nochmals hocherhobcn durch eine unerwartete und unvorhergesehene Leichenrede des Pastors E. H. Visby, der als Mitdirektor des Verstorbenen bei der Prämiengesellschaft im Gefolge mehrerer achtbaren Christen sich an den Leichenzug angeschloffen hat. Weislich knüpfte derselbe seine Rede an die so eben geschlossene des Or. Wolff an, und da beide am Grabe nur der Wahrheit das Wort reden wollten, was war natürlicher, als daß Beide den Charakter des Verewigten übereinstimmend schilderten. Aber was uns freudig überraschte, waren folgende Worte eines im vollen Ornate befindlichen christlichen Geistlichen am Grabe eines Juden: „Wenn mein Bruder (Kollege) sich für das zeitliche Wohl der Jugend unermüdend und unverdrossen thätig zeigte, nämlich sie zu tüchtigen Handwerkern und Künstlern auszubilden, so war dieses nicht minder ein göttliches Werk (mit Extase), denn nur niedriger Sinn, falscher Religionseifer und gemeine Habsucht haben die Herzen von einander getrennt, die Scheidewand zwischen Jude und Christ aufgeführt und ersteren ihre von Gott und Menschen zukommenden Rechte geraubt, sie von jedem rechtlichen Gewerbe ausgeschlossen, und das ist ja die Aufgabe dieser Gesellschaft den verstoßenen Bruder dem Bruder wieder versöhi nend zuzuführen, ihn in seine mit Gewalt ihm ent- \ rissene Rechte wieder einzusetzen u. s. f. u. s. f." Frankreich. Straßburg, 3. August. (Privatmitth.) Ob wir hier die unaufhörlichen Diskussionen, welche die Sache der Israeliten in Deutschland hervorruft, mit schmerzlichem Staunen lesen, und über den kleinlichen Geist, der sich da bei Hohen und Niederen kund thut, uns verwundern müssen? Sehen Sie selbst zu, wenn ich Ihnen Folgendes berichte, was an und für sich freilich nur Konsequenz des Frankreich beseelenden Prinzips ist — indes: Sie wissen, der Buchstabe ist tvdt, der Geist lebendig. Es handelt sich um eine Einzäunung des isracl. Gottesackers, um derentwillen sich das isracl. Konsistorium an den Stadtrath gewendet. Ich übertrage Ihnen wörtlich den desfallsigen Auszug aus dem Budget der Stadt Straßburg für 1842. „Sitzung vom 24. Juni 1841 — Bericht des Maire: Umzäunung des israel. Gottesackers; Vorschlag des Maire: 1003 Fr. (2661 Thlr.) Die gegenwärtige Umzäunung fällt vollständig in Trümmer, und muß in Bälde wieder hergestellt werden. Die sparsamste Weise wäre: eine lebendige Hecke zu pflanzen, die mit einem Verschlage von Latten umgeben wird, wie aus der Promenade du Contades."— Bericht der zur Prüfung der Vorschläge des Maire erwählten Kommission. „Der Entwurf des Budget setzt für die Umzäunung des israel. Gottesackers nur eine Ausgabe von 1000 Fr. an. Die Kommission glaubt nicht die Art Umzäunung annehmen zu dürfen, welche der Maire vorschlägt, da sie den Friedhof nicht genügend vor dem Einbruch der Thiere schützen würde, und außerdem die Jnkvnvenienz hätte, einen Unterschied zwischen den verschiedenen Gottesäckern zu machen, der weder in unseren Sitten, noch in den Absichten deS 34

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