Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1842)
- Date
- 1842-08-06
- Page
- Seite 471 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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471 gen Aufsatzes um Vieles den bekannten frühem, denn es heißt: „Der in No. 141 und 142 der Allgemeinen Preußischen Staatszeitung vom 23. und 24. Mai d. I. enthaltene Aufsatz über die Anzahl und Vertheilung der Juden im Preußischen Staate hat die Frage veranlaßt: Ob auf den Grund ämtlicher Aufnahmen auch Zahlen anzugeben wären, wodurch eine Uebersicht der sittlichen und gewerblichen Verhältnisse der Juden ebenso zu begründen wären, wie der vorbezeichnete Aufsatz eine Uebersicht der Vermehrung der Juden seit 1822 und ihre Vertheilung in Gemeinden am Ende des Jahres 1848 ergiebt? Es ist schon vielfältig von dem Verfasser dieses Aufsatzes daran erinnert worden, wie höchst unsicher Schlüffe auf sittliche Verhältnisse aus bloßen Zahlenangaben bleiben, und auch in gewerblicher Beziehung bedarf es großer Vorsicht bei Begründung von Urtheilen auf solche. Ueberdies sind in den Sammlungen des statistischen Büreaus zu Berlin nur wenig Nachrichten vorhanden, welche zur Begründung von Urtheilen über die sittlichen und gewerblichen Verhältnisse der Juden dienen könnten. Die nachstehenden Bemerkungen sind daher auch nicht bestimmt, Urtheile darüber aufzufteUen, sondern nur Mißverständnissen vorzubeugen, welche die Behandlung dieses Gegenstandes erschweren, und der Unbefangenheit störend entgegentreten, die hier besonders unentbehrlich ist." Hieraus geht der Verf. auf die Dohm'sche Schrift (1781), und die Teller'schen Schreiben (1799) ein, als wenn die Sache den Standpunkt beider, allerdings höchst verdienten Männer nicht längst überwunden hätte. Von hier ab folgen zunächst statistische Angaben, deren bedeutendste wir hervorheben. Im Jahre 1812 lebten im damals preußischen Staate 29,438 privilegirte Israeliten und 3079 als geduldete Fremde. Ende 1813 lebten 30,884 mit und 1107 ohne Staatsbürgerrecht in ihm; in Berlin lebten damals 2698, in Breslau 3694, in Königsberg 679 Juden. Nach sehr unvollkommnen statistischen Nachrichten ließ sich damals berechnen, daß unter 1000 Juden mit Staatsbürgerrecht sich damals nährten von wissenschaftlichen oder künstlerischen Arbeiten 31 von Handel und Gastwirthschaft.918 von Handwerken.46 vom Ackerbau. 4 Bis zum Ende des Jahres 1840 haben sich die Juden in dem damals zu Preußen gehörenden Gebiete mehr als verdoppelt, nämlich von 31,991 auf 64,767 Seelen. Folgendes ist nun die lehrreichste Aufstellung aus dem ganzen Artikel: „Eine zu Ende des Jahres 1834 amtlich aufgenommene Uebersicht ergab, daß im Großherzogkhum Posen 72,396 Juden in 16,240 Familien lebten. Die vor- | läufige Verordnung vom 1. Juni 1833 konnte damals ihre gewerblichen Verhältnisse nur erst wenig verändert haben. Den vorliegenden Angaben nach nährten sich diese Familien folgendermaßen. 1) Durch Erwerb des Familienvaters als Arzt, Lehrer oder sonst mit wissenschaftlicher Beschäftigung, — einschließlich der mit dem Gottesdienst Beauftragten 491 2) Ohne Gewerbe, und von dem Ertrage ihres in zinsbar belegten vermietheren oder verpachteten Grundstücken bestehenden Vermögens. 160 3) Vom Großhandel, Banquiecgeschäften und Fabrikanlagen. .. 104 Also überhaupt in liberalen Verhältnissen . . 744 4) Vom Betriebe der Kaufmannschaft aus stehenden Läden. 2402 4) Vom Betriebe der Gastwirthschaft des Getrankeschankes und des Vikcualienhandels aus stehenden offnen Läden . 1324 6) Von Beschäftigungen als Handelsgchülfen, Faktoren, Mäkler, Aufkäufer, , Unterhändler, Pfandleiher und mit ähnlichem Gcwerbsbetriebe.1924 Vom Einzelnhandel, Kommissionsgeschäfte und Gastwirthschaft^.. 4640 7) Vom Hausirhandel und als herumziehende Krämer.. 1264 8) Vom Gewerbbetriebe im Umherzichen als Topfbinder, Kesselsiicker, Scheerenschleifer.. 18 Durch Gewerbbetrieb im Umhecziehen , . ■ 1282 9) Vom Betriebe von Handwerken in festen Werkstätten für eigene Rechnung 3428 10) Von Handwerken od. Fabrikarbeit als Gehülfen bei feststehenden Gewerbsanlaqen 313 Ueberhaupt also von Handwerkerarbeit . . . 3841