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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-07-30 · Heft 31 (30.7.1842) · p. Seite 460

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 31 (30.7.1842)
Date
1842-07-30
Page
Seite 460 (sequence 8)
Language
German
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460 leben gekostet hat. Ich erzähle Ihnen das Faktum mit den Worten eines vor mir liegenden italienischen Briefs. „Schon seit einiger Zeit hatten sich mehrere junge Leute, durch polemische Predigten aufgereizt, zur Verfolgung der Israeliten verbunden und warteten nur der Gelegenheit um ihr Vorhaben auszusühren. In einem Kaffeehause gab einer derselben am 30. Junius ohne die geringste Veranlassung einem Israeliten einen Fußtritt, und als dieser sich darüber beschwerte, eine Ohrfeige, worauf zwischen den andern anwesenden Israeliten und Christen ein heftiger Streit sich entspann. Dieß war das Signal zu weiteren Thatlichkeiten, welche sich mehrere Christen auch gegen die Juden im Ghetto erlaubten. Der Platzoberst eilte herbei um den Streit beizulegen, allein einer der Unruhestifter stieß ihn zurück, riß ihm den Orden von der Brust. Das mittlerweile herbeigekommene Militär sah sich endlich genöthigt Feuer zu geben, einige der Aufwiegler wurden getödtet, andere verwundet. Jetzt kam es zu einer völligen Emeute, die um so bedrohlicher wurde, als der Pöbel, der sich bis dahin ruhig verhalten hatte, mit den Soldaten in's Handgemenge gerieth. Unglücklicherweise liegt in der Festung während der heißen Jahreszeit nur eine schwache Besatzung, die zur Herstellung des Friedens nicht hinreichte, der in der That auch drei Tage lang gestört blieb. Das der israelitischen Familie Finzi gehörige Landhaus wurde geschleift, sämmtliche Häuser wo die Israeliten wohnten mußten drei Tage lang verschlossen bleiben, und keiner durfte es wagen sich auf der Straße blicken zu lassen. Am Sonnabend langte endlich eine bedeutende Militärverstärkung aus Verona an, und man lebt jetzt der Hoffnung, daß cs gelingen werde die Ruhe völlig wieder herzustellen." Ueberaus rühmlich wird in obigem Schreiben der energischen und menschenfreundlichen Maßnahmen des Delegaten gedacht. Frankreich. Straßburg, 13. Juli. (Privatmitth.) Ich habe die Freude Ihnen zu melden, daß von Neuem zwei Israeliten, die Herren Cremieux und Cerfberr in die Deputirtenkammer gewählt worden sind, so daß gegenwärtig drei unsers Glaubens in derselben sitzen, indem in die Stelle des abgetretenen Benoit Fould, dessen Bruder Achilles Fould getreten ist. Was aber bei den ersten beiden Genannten noch ruhmvoller ist, ist der religiöse Charakter derselben, indem Cremieux Vizepräsident, Cerfberr Mitglied des Israel. Central-Konsistoriums ist; andrerseits ist die Wahl des Herrn Cerfberr ein wahrhafter Triumph über Unduldsamkeit und Religionshaß in einem Theil der Minorität der Wähler. Fügen Sie hierzu, daß der Herrn Cerfberr gegenüberstehende Kandidat von der Regierung als ministerieller Kandidat auf's Wärmste unterstützt worden, und Sie werden sich mit mir freuen, mit allen Israeliten und mit allen aufgeklärten Geistern jedes Glaubens über diesen Sieg. Das nächste Mal die Details, so wie andere interessante Mittheilungcn über die Arbeiten unsers Konsistoriums, welches mit dreistem Schritte auf dem Wege der Verbesserung vorwärksschreitet. Der Großrabbiner wird zum ersten Male eine Rundreise in alle Gemeinden des Departements machen. Hoffen wir, daß seine Bemühungen und sein Wort ihr Ziel erreichen werden. I'. 8. Die Wahlen haben Sonntag den 10. Juli Statt gesunden. Herr Cerfberr befindet sich noch in Weißenburg, wo er erwählt worden, und die Glückwünsche von allen Klaffen der Bürger empfängt. Deutschland. Braunschweig, 13. Juli. (Eingesandt.) Hochgeehrter Herr Redakteur! Haben Sie die Güte, Folgendes in Ihr geschätztes Blatt aufzunehmen. Hochachtungsvoll beharre ich S. L. Egers,'Landrabbiner. Braunschweig, den 13. Juli 1842. Die in der vorvorigen Nummer dieses Blattes von meinem Freunde, Herrn Rabbiner adj. Dr. Herzseld, gegebene Darstellung der Entstehung unserer neuen Agende habe ich mir von demselben, ehe sie zum Druck abgeschickt wurde, vorlesen lassen und richtig befunden. Auf auswärtige Veranlassung hin muß ich jedoch glauben, daß darin nicht deutlich genug sich herausstclle, daß ich diese neue Agende nicht in's Leben gerufen, sondern nur einzuführen erlaubt habe. Deshalb werden Sie die Güte haben, folgende wortgetreue Abschrift meiner den Herren Vorstehern und Repräsentanten dieserhalb gegebenen Erklärung in Ihr Blatt aufzunehmen:

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